Wohngebäudeversicherung: Nur jeder fünfte Tarif erreicht Bestnote

20.08.2026

Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. Foto: © Marc Theis, Hannover

Franke und Bornberg hat 373 Tarife von 84 Versicherern in der Wohngebäudeversicherung (WGB) analysiert: Nur 20,4 Prozent erreichen die Höchstnote FFF+ hervorragend. Jeder zehnte Tarif fällt mit der Note mangelhaft oder ungenügend durch.

„Bei der Wohngebäudeversicherung entscheiden oft einzelne Klauseln darüber, ob ein Schaden am Ende vollständig reguliert wird. Wer nur auf den Beitrag schaut, übersieht genau die Details, die im Schadenfall zählen“, sagt Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer von Franke und Bornberg. Im aktuellen Ratingjahrgang analysiert Franke und Bornberg 373 Tarife von 84 Versicherern (Vorjahr: 356 Tarife von 89 Versicherern) und ordnet sie in sieben Ratingklassen ein, von FFF+ (hervorragend) bis F- (ungenügend).

Nur 20,4 Prozent der 373 bewerteten Tarife erreichen die Höchstnote FFF+ hervorragend (76 Tarife). Der Anteil liegt damit deutlich über dem Vorjahreswert von 14,3 Prozent. Die Note FFF (sehr gut) erhalten 26,8 Prozent der Tarife (100 Tarife), nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr (25,3 Prozent). Am unteren Ende der Skala liegen 10,1 Prozent der Tarife (38 Tarife) mit den Noten F (mangelhaft) oder F- (ungenügend) - etwas weniger als im Vorjahr (12,6 Prozent).

Tarife mit unterdurchschnittlicher Bewertung scheitern häufig an denselben Stellen: an Leistungen für Rohrbruch bei Ab- und Zuleitungsrohren, an der Beseitigung umgestürzter Bäume und der Wiederaufforstung sowie an der Dekontamination von Erdreich. Auch der Diebstahlschutz für Gebäudezubehör und Wärmepumpen und der Schutz vor Gebäudebeschädigungen durch Dritte, etwa nach Einbruch oder Graffiti, fallen häufig lückenhaft aus. Weitere Schwachstellen zeigen sich bei grober Fahrlässigkeit, Schäden durch Tiere, Sachverständigenkosten, Seng- und Schmorschäden sowie Hotelkosten.

Der Blick auf den Markt zeigt, warum ausreichender Elementarschutz zählt. Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe im Ahrtal waren Ende 2025 laut GDV erst 59 Prozent der Wohngebäude in Deutschland gegen Elementarschäden versichert. 41 Prozent hatten keinen entsprechenden Schutz (Quelle: GDV, Medieninformation, Stand 14. Juli 2026). In den vom Hochwasser 2021 betroffenen Gebieten haben die Versicherer bislang rund 8,75 Milliarden Euro an Schäden reguliert (Quelle: GDV, Medieninformation, Stand 14. Juli 2026).

„Die Versicherungsdichte bei Elementarschäden steigt, bleibt aber deutlich zu niedrig. Gerade nach Extremwetterereignissen zeigt sich, wie wichtig ein vollständiger und verlässlicher Schutz ist“, sagt Christian Monke, Leiter Ratings Gesundheit und Private Risiken bei Franke und Bornberg.

Unabhängig von der Elementardeckung bleibt der Kostendruck in der Wohngebäudeversicherung insgesamt hoch: Knapp die Hälfte des gesamten Schadenaufwands entfällt laut GDV auf Leitungswasserschäden

Die Qualität in der Wohngebäudeversicherung steigt: Mehr Tarife erreichen die Spitzengruppe, weniger fallen durch. Gleichzeitig bleiben dieselben Schwachstellen bestehen - von Rohrbruch bis Elementarschutz. Mit dem neuen Mindeststandard zum Selbstbehalt rückt Franke und Bornberg einen Aspekt in den Fokus, der über die tatsächliche Absicherung im Schadenfall entscheidet. Verbrauchern und Vermittlern empfiehlt Franke und Bornberg, bestehende Verträge regelmäßig mit aktuellen Tarifen zu vergleichen. (mho)