Zweiteilung setzt sich fort

11.10.2021

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Stetiger Rückgang bei den einen, Konstanz bei den anderen: Die Entwicklung der Vermittlerzahlen war in den vergangenen Jahren zwischen den Vertriebswegen sehr unterschiedlich – und wird es in Zukunft wohl noch weiter sein.

Die quartalsweise Veröffentlichung der Vermittlerzahlen durch die DIHK war in den vergangenen Jahren eine Dokumentation stetigen Schwundes: Waren Anfang 2017 noch ca. 230.000 Vermittler registriert, bewegt sich deren Zahl aktuell gerade einmal um die 200.000er-Marke. Der Rückgang ist aber nicht auf alle Vertriebswege gleich verteilt. So liegt die Zahl der Makler mit ca. 46.000 auf dem Niveau von vor vier Jahren. Der deutliche Rückgang der Vermittlerzahlen ist vor allem auf deren größte Gruppe zurückzuführen: Die Ausschließlichkeitsvermittler. Von diesen waren Anfang 2017 noch ca. 147.000 registriert, inzwischen sind es ca. 30.000 weniger. Aus der Tatsache, dass die Zahl der Ausschließlichkeitsvermittler derart stark rückläufig ist, lässt sich Martin Klein zufolge aber nicht schließen, dass sich heute deutlich weniger Vermittler um die finanziellen Belange der Endkunden kümmern. Vielmehr sind laut dem geschäftsführenden Vorstand des VOTUM Verband Unabhängiger Finanzdienstleistungs- Unternehmen in Europa e. V. die Zahlen bei den Ausschließlichkeitsvermittlern heute schwer mit den früheren zu vergleichen: „Wegen der geringeren Hürden bei der Registrierung – keine VSH-Pflicht, kein individueller Qualifizierungsnachweis – wurden zu Beginn auch viele inaktive AOler registriert und mit der Zeit abgemeldet. Erhöhte regulatorische Anforderungen wie etwa die Weiterbildungspflicht führen zudem zum Rückgang bei Nebenberuflern.“ Norman Wirth sieht in zahlreichen regulatorischen Vorgaben ebenfalls einen Grund, warum die Zahl der Ausschließlichkeitsvermittler heute deutlich niedriger liegt als noch vor einigen Jahren. „Dort gab es geschäftspolitische Entscheidungen und auch eine regulatorisch bedingte Marktbereinigung bei den Nebenberuflern, die zu einem Rückgang führten“, erläutert der geschäftsführende Vorstand des Bundesverbandes AfW, warum bei Handelsvertretern großer Vertriebe und abhängig beschäftigten Ausschließlichkeitsmitarbeitern die Zahlen so stark zurückgingen. Für Michael H. Heinz spielt auch der demografische Faktor eine entscheidende Rolle für die sehr unterschiedliche Entwicklung dieser beiden Vertriebswege. „Angesichts dessen, dass der Altersdurchschnitt unseres Berufsstands bei Mitte Fünfzig liegt, wobei es immer mehr Vermittler jenseits der Sechzig gibt, scheiden insbesondere die Exklusivvermittler stärker aus dem Berufsleben aus, weil deren Agenturverträge häufig mit Erreichen der Regelaltersgrenze enden. Versicherungsmakler hingegen können unabhängig ihren Betrieb weiterführen“.

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