Allianz in Mittel- und Osteuropa auf Kurs

07.02.2013

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Die Allianz bleibt in Mittel- und Osteuropa mit einem soliden Ergebnis im 1. Halbjahr 2012 auf Kurs. Der Umsatz bleibt mit 2,1 Milliarden Euro stabil und in der Lebens- und Krankenversicherung wurden zweistellige Wachstumsraten erzielt. Die Integration der Allianz Schaden- und Unfallversicherungsgesellschaften in Russland konnte mit Erfolg abgeschlossen werden. Die neue Gesellschaft wird in Allianz Russia umbenannt.

(fw/db) Die Allianz SE meldet für Mittel- und Osteuropa (CEE) solide Ergebnisse in den ersten sechs Monaten 2012. Nach einem gelungenen Start im ersten Quartal 2012 setzten die Allianz Gesellschaften in der Region ihren Kurs auch im zweiten Quartal fort. Der Gesamtumsatz im ersten Halbjahr stieg von 2.047 auf 2.053 Millionen Euro - trotz ungünstiger Währungseffekte.

"Vor dem Hintergrund der schwierigen Marktsituation in Mittel- und Osteuropa sind wir auf Kurs. Wir haben in unserem Portfolio die richtige Balance gefunden, um den weiterhin schwierigen Bedingungen gewachsen zu sein. Intern tragen unsere Anstrengungen, Effizienz zu optimieren und Kosten zu reduzieren bereits Früchte", sagte Manuel Bauer, Vorstandsmitglied der Allianz SE und zuständig für Wachstumsmärkte.

Im ersten Halbjahr 2012 fiel das operative Ergebnis um 6,3 Prozent von 142 auf 133 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Hauptursache der negativen Entwicklung war die Krisensteuer in Ungarn für 2012, die bereits vollständig im ersten Halbjahr des Jahres zu verbuchen war und sich sowohl auf die Schaden- und Unfallversicherung als auch die Lebens- und Krankenversicherung auswirkte.

Widrige Schadenereignisse im Schaden- und Unfallgeschäft in der Slowakei schlugen sich ebenfalls im operativen Ergebnis nieder. Diese negativen Auswirkungen wurden zum Teil durch positive Entwicklungen aus anderen Ländern in der Region ausgeglichen, insbesondere in der Schaden- und Unfallversicherung der Allianz Polska in Polen, wo sich die Schadenforderungen erheblich verringerten.

Mit 99 Millionen Euro lag der Periodenüberschuss für die beiden ersten Quartale 2012 um 28 Prozent unter den 138 Millionen Euro, die im Vorjahreszeitraum erwirtschaftet wurden. Beträchtliche einmalige Sondereffekte im ersten Halbjahr sind für die Schwankung im Periodenüberschuss zum Vorjahresvergleich verantwortlich. Während das erste Halbjahr 2012 Umstrukturierungskosten und Abschreibungen von immateriellen Anlagen in Russland in Höhe von 12 Millionen Euro beinhaltet, profitierte das erste Halbjahr 2011 von 20 Millionen Euro latenter Steuergutschrift, die sich aus einem Verlust im Zuge des Verkaufs des Bankgeschäfts in Polen ergab.

Krisensteuer belastet Ergebnis in der Schaden- und Unfallversicherung

Etliche Allianz Gesellschaften in der Region erwirtschafteten geringere Umsätze aufgrund eines schrumpfenden Marktes in einem sich verschlechternden wirtschaftlichen Umfeld sowie einem starken Preiswettbewerb. Eine bemerkenswerte Ausnahme in der Region war die Allianz Zagreb in Kroatien; der Gesellschaft gelang es trotz eines rückläufigen Marktes zu wachsen.

Die Prämieneinnahmen in der Schaden- und Unfallversicherung sanken um 8 Prozent von 1,38 auf 1,27 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Ungünstige Effekte in den Wechselkursen trugen mit 38 Millionen Euro zu diesem Ergebnis bei.

Das operative Ergebnis verringerte sich in den ersten sechs Monaten 2012 um 6,2 Prozent von 81 Millionen auf 76 Millionen Euro gegenüber der Berichtsperiode im vergangenen Jahr.

Das Combined Ratio stieg um 1,5 Prozentpunkte auf 98,1 Prozent gegenüber 96,6 Prozent. Beides wurde durch die Buchung der Krisensteuer in Ungarn negativ beeinflusst, welche das operative Ergebnis der ersten 6 Monate in 2012 mit 13 Millionen Euro und die Combined Ratio mit 1,3 Prozentpunkten belastete. Diesen Effekt ausgeklammert, der im zweiten Halbjahr nicht mehr zu Buche schlagen wird, lag das operative Ergebnis im zweiten Halbjahr 2012 10 Prozent über dem von 2011.

Die Allianz Gesellschaften in Polen, Russland und die Allianz Ukraina in der Ukraine verbesserten ihr operatives Ergebnis. Das Ergebnis wurde jedoch durch andere Ereignisse im ersten Halbjahr in anderen Märkten der Region belastet. Die Allianz Hungaria in Ungarn litt unter der Krisensteuer, während die anderen Gesellschaften in Mittel- und Osteuropa, insbesondere Bulgarien, wesentlich höhere wetterbedingte Schäden verzeichneten.

Allianz Russia als neue Marke

In Russland wurde die Integration der Allianz Russland, Progress Garant und ROSNO zu Beginn des zweiten Quartals erfolgreich abgeschossen. Dabei wurde das neu gegründete Unternehmen auf Allianz Russia umfirmiert. Mit diesem Schritt ist die Allianz in Russland gut aufgestellt, um Anteil am schnellen Wachstum des russischen Marktes zu haben.

"Die Einführung neuer Steuern sowie die größere Zahl an Naturkatastrophen haben unsere Profitabilität beeinflusst. Die wirtschaftliche Situation ist sehr schwierig, für das nächste Jahr rechnen wir mit einer Verbesserung dieser. Unabhängig davon bleiben unsere fundamentale Daten über den ganzen Konjunkturzyklus hinweg robust, wobei unser Fokus stets auf, den Erhalt unserer Margen liegt", erklärte Bruce Bowers, regionaler CEO der Allianz in Mittel- und Osteuropa. "Mit der neuen Aufstellung in Russland werden wir unsere Position unter den Top-Playern in diesem wichtigen Markt weiter stärken."

Höhere Prämieneinnahmen in Lebens- und Krankenversicherung

Im ersten Halbjahr 2012 stiegen die gesamten Beitragseinnahmen in der Lebens- und Krankenversicherung von 609 auf 730 Millionen Euro im Vergleich zum gleichen Zeitraum in 2011. Fast alle Gesellschaften in Mittel- und Osteuropa trugen zu dieser Steigerung von 20 Prozent bei. Hier konnten die Allianz Gesellschaften in Russland, Polen, die Allianz Czech in der Tschechischen Republik und Kroatien starke zweistellige Wachstumsraten erzielen.

Das operative Ergebnis war mit 38 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2012 leicht rückläufig, verglichen mit den 39 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Diese Entwicklung war im Wesentlichen auf die Verbuchung der Krisensteuer in Ungarn zurückzuführen.

Bowers: "Unser Lebens- und Krankenversicherungssegment verzeichnet kontinuierliche Prämienzuwächse. Dieser Trend wird sich auch aufgrund des demographischen Wandels in der Region weiter fortsetzen. Auch wenn das Geschäft in Ungarn von der Situation im Lande in Mitleidenschaft gezogen wurde, gelang es den anderen Gesellschaften in Mittel- und Osteuropa, diesen Effekt zu kompensieren, und die Prämieneinnahmen sogar mit zweistelligen Wachstumsraten zu steigern."

Pensionsfonds und Vermögensverwaltung wachsen

Das verwaltete Vermögen stieg Ende Juni 2012 von 7,1 auf 8,0 Milliarden Euro im Vergleich zum Halbjahresende 2011. Diese Steigerung wurde durch erhöhte Nettomittelzuflüsse - hauptsächlich durch Neugeschäft in der Tschechischen Republik - im ersten Quartal 2012 erzielt. Die operativen Erträge blieben mit 34 Millionen Euro gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres stabil.

Das operative Ergebnis verringerte sich um 3 Millionen Euro auf 16 Millionen Euro. In Kroatien änderten sich die gesetzlichen Bestimmungen, so dass die Verwaltungsgebühr für obligatorische Fonds von 0,65% auf 0,45% reduziert wurde. Dieser Effekt, zusammen mit höheren Abschlusskosten in der Tschechischen Republik und die Renationalisierung von Vermögenswerten durch den ungarischen Staat, trug zu dem verringerten operativen Ergebnis bei. Andererseits profitierten die erfolgsabhängigen Provisionen in der Slowakei von der positiven Marktentwicklung.

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