Mehr Wohnraum, weniger Bürokratie
04.11.2026

ZIA-Präsidentin Iris Schöberl. Foto: © LaurenceChaperon
Das Arbeitsprogramm 2027 der Europäischen Kommission sendet ein wichtiges Signal für die gesamte Immobilienwirtschaft in Europa. „2027 kann aus Brüssel ein positiver Impuls für unsere Branche kommen. Die Europäische Union zeigt mit ihrem Arbeitsprogramm, dass Investitionen und die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Gerade in Zeiten hoher Baukosten und einer schwachen Neubautätigkeit braucht Europa mehr Tempo und weniger bürokratische Hürden“, sagt Iris Schöberl, Präsidentin des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA).
Besonders wichtig sind aus Sicht des ZIA die angekündigte Initiative zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren sowie das angekündigte Vereinfachungspaket für den Wohnungsbau. Schnellere Genehmigungen, einfachere Verfahren und weniger Regulierung können dazu beitragen, dringend benötigte Investitionen zu mobilisieren und den Bau neuer Wohnungen zu erleichtern. Zudem kann das angekündigte Bankenpaket die Kreditversorgung von Unternehmen und Immobilienprojekten vereinfachen und damit Investitionen in Neubau, Bestand und Transformation erleichtern.
Neben diesen positiven Impulsen sieht der ZIA auch Herausforderungen. Mit dem geplanten Omnibus-Paket zur Überarbeitung des Energierechts sowie den angekündigten Initiativen zur Anpassung an vermehrte Hitzewellen stehen weitere regulatorische Vorhaben an, die erhebliche Auswirkungen auf Gebäude und Quartiere haben können. Hier kommt es darauf an, praktikable Lösungen zu entwickeln und die Wirtschaft nicht mit zusätzlichen Belastungen zu überfordern.
Darüber hinaus treibt die Europäische Union die Vertiefung des Binnenmarktes weiter voran. Insbesondere die stärkere Standardisierung im Bauwesen bietet Chancen, Produktivität und Skaleneffekte zu erhöhen. Ansätze wie das serielle Sanieren oder stärker harmonisierte Bauprozesse können dazu beitragen, schneller, effizienter und kostengünstiger zu bauen und zu modernisieren.
„Das Arbeitsprogramm enthält viele wichtige Vorhaben, um Europa wettbewerbsfähiger zu machen und Investitionen zu erleichtern. So können wir die bestehenden sozialen Spannungen beim Wohnraum lösen und gleichzeitig einen positiven gesamtwirtschaftlichen Impuls senden“, so Schöberl abschließend. (mho)

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