Assekurata-Marktausblick zur Lebensversicherung 2026

24.06.2026

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Die deutsche Lebensversicherungsbranche ist finanziell weiter gefestigt, steht aber vor einer Neuvermessung ihres Geschäftsmodells, geht aus einer aktuellen Analyse von Assekurata hervor. Auskömmliche Neuanlagezinsen, die schrittweise Auflösung der Zinszusatzreserve und robuste Solvenzquoten führen zu einer soliden Ausgangslage. Gleichzeitig bergen geopolitische Spannungen weiterhin Unsicherheiten im Zins- und Kapitalmarktumfeld, die schwache Konjunktur bremst das Neugeschäft, und ab 2027 dürfte die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge den Wettbewerb um Vorsorgegelder spürbar verändern.

Die Entwicklung des Zinsumfelds bleibt ein zentraler Erfolgsfaktor für die deutschen Lebensversicherer, die im Schnitt knapp 80 % ihrer Kapitalanlagen in festverzinslichen Anlagen halten. Im Vergleich zur langen Niedrigzinsphase bieten Neu- und Wiederanlagen weiterhin deutlich attraktivere Ertragsmöglichkeiten. Erstmals seit drei Jahren hat die Europäische Zentralbank (EZB) im Juni 2026 die Leitzinsen wieder erhöht; der für den geldpolitischen Kurs zentrale Einlagesatz stieg um 25 Basispunkte auf 2,25 %. Mit dem Zinsschritt reagierten die Euro-Währungshüter unter anderem auf gestiegene Inflationsrisiken infolge höherer Energiepreise. Mit 3,2 % lag die Inflationsrate in der Eurozone im Mai deutlich über dem von der EZB gesetzten Zwei-Prozent-Ziel. Zwar sind die Ölpreise im Zuge einer möglichen Entspannung im Iran-Krieg zuletzt wieder gefallen, allerdings bleibt der weitere Zinsausblick aufgrund möglicher Zweitrundeneffekte beim Preisniveau bei zugleich schwacher Konjunktur unsicher. Sollten die Kapitalmarktzinsen weiter steigen, wäre dies für die Lebensversicherer ambivalent.

„Höhere Zinsen stärken die Neuanlagerenditen und entlasten die Finanzierung der Garantien“, sagt Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei Assekurata. „Sie belasten aber die Marktwerte bestehender Anleiheportfolios, wodurch sich die hohen stillen Lasten verfestigen würden.“ Ein solcher Effekt zeigte sich bereits zum Bilanzstichtag 2025, als die stillen Lasten der Branche mit rund 100 Milliarden Euro nahezu wieder den Höchstwert aus 2022 erreichten und die Ertragsflexibilität damit stark ein- schränkten. Auf der anderen Seite tragen neben den höheren Neuanlagerenditen auch die Rückflüsse aus der Zinszusatzreserve (ZZR) dazu bei, dass sich die Rohüberschüsse der Lebensversicherer deutlich erhöht haben. Nach Berechnungen von Assekurata ist der branchenweite ZZR-Bestand Ende 2025 erstmals wie- der unter 80 Mrd.  Euro gesunken. Damit liegt das Volumen bereits merklich unter dem historischen Höchststand von 96 Mrd.  Euro aus dem Jahr 2021.

Die verbesserte Ertragslage der Lebensversicherer zeigt sich auch in der bilanziellen Umsatzrendite, die mittlerweile bei rund 18 % liegt. Zum Vergleich: In den Jahren der Niedrigzinsen fiel sie zeitweise auf unter 10 %. Ab 2027 rechnet die Rating-Agentur mit noch höheren jährlichen ZZR-Rückflüssen, sodass die Umsatzrendite dann an die 20-%-Marke heranreichen und diese ab 2028 sogar übertreffen dürfte.Weitere Informationen gibt es hier bei Assekurata. (mho)

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