Berufsunfähigkeit 2026 auf dem Prüfstand

05.05.2026

Iris Portugall, Spezialistin für Ratings und Aktuarin bei MORGEN & MORGEN. Foto: © MORGEN & MORGEN

Der aktuelle Jahrgang des M&M Rating Berufsunfähigkeit (BU) bewertet 636 Tarife und -kombinationen sowie 59 Gesellschaften. Angebot und Anbieterkompetenz zeigen sich auf einem hohen Niveau. Der Markt der Berufsunfähigkeitsversicherung steht 2026 zwischen hoher Produktqualität, intensivem Preiswettbewerb und hohen Anforderungen an Risiko- und Leistungsprüfung sowie Beitragsstabilität.

Psychische Erkrankungen bleiben ein zentraler Treiber langer Arbeitsausfälle, während zugleich immer mehr Tarife im Top-Segment konkurrieren. Für Vermittler und Verbraucher wird damit weniger die Frage entscheidend, ob ein BU-Tarif „viele Leistungen“ bietet – sondern ob Bedingungen, Anbieterkompetenz, Beitragsstabilität und Antragsfragen im Zusammenspiel überzeugen.

„Ein BU-Tarif ist nur so gut wie das Zusammenspiel aus Bedingungen, Anbieterkompetenz und finanzieller Stabilität des Versicherers. Genau dieses Gesamtbild machen wir mit unserem Rating transparent – und schaffen damit eine belastbare Grundlage für fundierte Entscheidungen in der Beratung“, Iris Portugall, Spezialistin für Ratings und Aktuarin bei MORGEN & MORGEN.

Das aktuelle Rating bewertet 636 BU-Tarife und -kombinationen sowie 59 Unternehmen. „Im Top-Segment hat sich ein dauerhaft hohes Qualitätsniveau etabliert – der Wettbewerb verlagert sich zunehmend in die Details“, sagt Portugall. Nachdem im vergangenen Jahr noch ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen war, zeigt sich die Entwicklung der Fünf-Sterne-Bewertungen im Gesamtrating aktuell auf konstant hohem Niveau. Gründe für Veränderungen bei bestehenden Tarifen sind weiterhin individuell und können bereits durch kleinere Anpassungen zu neuen Bewertungen führen.

537 Tarife sind mit der Höchstbewertung von fünf Sternen ausgezeichnet – genauso viele wie im Vorjahr. In der Vier-Sterne-Kategorie ist ein leichter Anstieg zu beobachten: Mit 26 Tarifen werden zwei mehr als im Vorjahr als „sehr gut“ bewertet. Die Drei-Sterne-Bewertungen bleiben mit 71 Tarifen unverändert auf Vorjahresniveau. Wie bereits im Vorjahr erhält kein Tarif mehr die Zwei-Sterne-Bewertung. Besonders auffällig ist die Entwicklung am unteren Rand: Nur noch zwei Tarife werden mit einem Stern bewertet – fünf weniger als im Vorjahr. Diese Verbesserung ist vor allem auf marktweite Standardisierungen und Vereinheitlichungen zurückzuführen, die insbesondere schwächere Tarife aufwerten, während sich im Top-Segment kaum zusätzliche Effekte ergeben.

Mit Blick auf die 59 bewerteten Unternehmen ist festzuhalten, dass vor allem im Bereich Antragsfragen die meisten Versicherer sehr verbraucherfreundlich aufgestellt sind. Auch die Kompetenz der Gesellschaften zeigt sich auf einem hohen Niveau. „Im Leistungsfall sind Kunden bei Anbietern gut aufgehoben, die über große Erfahrung in der Bestandsführung und hohe Professionalität in der Leistungsprüfung verfügen“, sagt Portugall. Auch wenn die Bewertung der Beitragsstabilität im Vergleich zu den anderen Teilbewertungen ein etwas schlechteres Ergebnis zeigt, liegt auch hier der Großteil im Vier- und Fünf-Sternebereich. (mho)

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