Böckler-Stiftung: Banken beraten am Kundenwohl vorbei

07.02.2013

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Eine aktuelle Untersuchung im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung belegt wiederum den Vorwurf, dass Kundenbetreuung bei vielen Finanzinstituten Züge von Fließbandarbeit annehmen. Standardprodukte sollen möglichst reibungslos und in großen Mengen verkauft werden, so die Wissenschaftler.

(fw/ah) Verbraucherzentralen bemängelten wiederholt, dass die Bank-Beratungen den Kundenbedarf allenfalls oberflächlich ermitteln. Und dass Bankkunden Finanzprodukte erhalten, die ihren Wünschen und Bedürfnissen nicht entsprechen. Professor Thomas Breisig und sein Forscherteam der Universität Oldenburg erkundeten in einer Befragung die Vertriebsstrategien von 127 Groß- und Volksbanken. "Teilweise unsäglich gewordene Zielsysteme", so ein Fazit der Studie, sorgen dafür, dass die Kundenberater fast keine Spielräume bei ihrer Arbeit haben. Der Vertrieb nähere sich der Fließbandarbeit an: klare Mengenvorgaben von der Zentrale, permanente Kontrolle, wenig Freiraum. Inzwischen sei selbst in der Fachliteratur zunehmend von einer Finanzindustrie die Rede, die auf den Massenverkauf von Standard-Produkten setzt - zur Not auch an den Kundenwünschen vorbei.

Ein Abstract zur Studie können Sie dem Download-Bereich entnehmen.