BU-Rating 2026: Preiskampf setzt sich fort
16.04.2026

Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. Foto: © Marc Theis, Hannover
Psychische Erkrankungen: Das größte Einzelrisiko
Erste Ergebnisse der kommenden BU-Leistungspraxisstudie 2026 von Franke und Bornberg zeigen: Mit einem Anteil von 28,35 Prozent sind psychische Erkrankungen die häufigste Einzelursache für Berufsunfähigkeit – weit vor Skelett- und Bewegungserkrankungen (18,77 Prozent) und Krebserkrankungen (15,18 Prozent). Auch bei der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente gehen mittlerweile über 40 Prozent aller neuen Bewilligungen auf psychische Erkrankungen zurück (Quelle: Deutsche Rentenversicherung, 2024), was eine weitere Steigerung auch in der BU erwarten lässt. Die Versicherungswirtschaft steht vor der Herausforderung, einerseits das Risiko beherrschbar zu kalkulieren und andererseits den Zugang zur Absicherung offenzuhalten – auch für Menschen, die Therapie bereits in Anspruch genommen haben.
Franke und Bornberg hat für das BU-Rating 190 Tarife von 52 Versicherern analysiert. 31,1 Prozent der Tarife erreichen die Bestnote FFF+ (hervorragend), 46,3 Prozent die Note FFF (sehr gut) und 14,2 Prozent FF+ (gut). 5,3 Prozent erhalten FF (befriedigend), 3,2 Prozent F+ (ausreichend), kein Tarif fällt darunter. Das EU-Rating umfasst 17 Tarife von elf Versicherern: 17,6 Prozent erreichen FFF+ (hervorragend), 47,1 Prozent FFF (sehr gut) und 35,3 Prozent FF+ (gut). Kein EU-Tarif bleibt unter FF+. Beide Märkte zeigen eine hohe Qualitätsdichte im oberen Bewertungsspektrum.
Das ist neu im BU-Rating 2026
Das überarbeitete Ratingverfahren setzt an drei Stellen an:
· Stärkere Gewichtung der Versicherer-Stabilität: Das Ergebnis aus dem map-report BU-Stabilitätsrating (map-report Nr. 943) erhält ein höheres Gewicht im Produktrating. Prämien, Risikoüberschüsse und kalkulatorische Risiken werden damit stärker in die Gesamtbewertung einbezogen.
· Nachhaltigkeits-Score: Erstmals fließt der von Franke und Bornberg entwickelte Score zur Nachhaltigkeitspositionierung der Anbieter in die Bewertung ein. Der Score bewertet Versicherer anhand von über 250 Einzelkriterien in sechs Fokusthemen – von Ressourcenmanagement über nachhaltiges Investment bis hin zu nachhaltigen Produkten. Die wachsende Nachfrage nach transparenten Nachhaltigkeits-Kriterien macht auch vor der Arbeitskraftabsicherung nicht halt.
· Schärfere Leistungskriterien: Die Anforderungen an Kapitalleistungen bei Leistungseinstellung wurden präzisiert. Ebenso wurden die Kriterien zur Arbeitsunfähigkeitsklausel und zum Nachweis der Arbeitsunfähigkeit neu gewichtet. Der Verzicht auf Leistungsausschlüsse bei Terrorakten und ABC-Waffen wird künftig differenzierter bewertet. Maßgeblich ist, ob eine grundsätzliche Leistungspflicht besteht, sofern keine Gefährdung des Kollektivs vorliegt. (mho)

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