Der Wachstumstrend ist ungebrochen
02.03.2026

(v.l.n.r.) Christian Nuschele, Dr. Sebastian Grabmaier, Dr. Florian Sallmann, Günther Goldmann, Reimund Moses und Marc Wassum / Foto: © fw
Fondspolicen sind aus der Altersvorsorge längst nicht mehr wegzudenken, denn sie verbinden die Renditechancen der Kapitalmärkte mit der Absicherung des Langlebigkeitsrisikos. Die jüngsten Diskussionen um die Reform der Rente sowie der geförderten privaten Altersvorsorge haben dem Thema noch einmal Aufwind gegeben. Wie hat sich der Markt 2025 entwickelt? Welche Verbesserungen bringen die Reformen, wo gibt es Nachholbedarf? Werden Fondspolicen ihren Siegeszug auch 2026 weiter fortsetzen?
Diesen und weiteren Fragen ging der Experten-Roundtable mit dem Titel „Neue Trends und Entwicklungen bei Fondspolicen“ auf den Grund, der in Wiesbaden stattfand. Mit dabei waren folgende Marktteilnehmer:
- Dr. Sebastian Grabmaier, Vorstandsvorsitzender von Jung DMS & Cie.,
- Reimund Moses, Leiter Key Account Management im Maklervertrieb bei AXA Deutschland,
- Christian Nuschele, Head of Distribution bei Standard Life,
- Dr. Florian Sallmann, Vorstandsvorsitzender, InterRisk Versicherungen,
- Günther Goldmann, Produktmanager Leben, WWK Versicherungen, sowie
- Marc Wassum, Direktionsberater Investment bei der Alte Leipziger Lebensversicherung.
finanzwelt: Welchen Stellenwert nehmen Fondspolicen heute bei der privaten Altersvorsorge ein? Welche Trends und Entwicklungen haben den Markt für Fondspolicen im Jahr 2025 besonders gekennzeichnet?
Reimund Moses: Fondspolicen haben sich zu einem zentralen Baustein der privaten Altersvorsorge entwickelt, insbesondere in der dritten Schicht. Den meisten Kunden ist heute bewusst, dass sie ohne Kapitalmarktinvestments ihre Vorsorgelücke nicht schließen können. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie investiert wird. Ein klarer Trend ist die steigende Kostensensitivität – sowohl auf Kunden- als auch auf Vermittlerseite. Versicherer stehen hier in einem intensiven Wettbewerb mit klassischen Investmentlösungen. Der Wachstumstrend bei Fondspolicen ist weiterhin ungebrochen.
Dr. Sebastian Grabmaier: Zweifellos ein historisches Ereignis war der Anstieg des Höchstrechnungszinses von 0,25 auf 1 % zu Beginn des Jahres 2025. Erstmals seit rund 30 Jahren ging es damit wieder in die ‚richtige Richtung‘, nach oben. Viele Marktteilnehmer hatten erwartet, dass dies ein Comeback klassischer Garantieprodukte auslösen würde. Tatsächlich beobachten wir jedoch etwas anderes: Fondsgebundene Lebensversicherungen sind weiterhin der am stärksten wachsende Produktbereich. Eine Garantie von 1 % reicht Anlegern schlicht nicht aus, um langfristige Vorsorgeziele zu erreichen. Gefragt sind vielmehr Lösungen, die Renditechancen des Kapitalmarkts mit den Vorteilen eines Versicherungsmantels kombinieren.
Dr. Florian Sallmann: Für uns bei InterRisk sind fondsgebundene Produkte seit vielen Jahren der einzige Weg in der Altersvorsorge. Bereits früh war absehbar, dass klassische Garantieprodukte langfristig keine ausreichenden Renditen liefern können. Heute sind die Kunden deutlich besser informiert und verstehen, dass sie mit kapitalmarktorientierten Lösungen langfristig besser aufgestellt sind. Dieser Trend setzt sich konsequent fort.
Marc Wassum: Fondspolicen sind heute ein wesentlicher Baustein der Altersvorsorge. Ein Trend ist die zunehmende Kostensensitivität der Anleger. Zudem konnten sie in den vergangenen Jahren bis heute stark vom Rückenwind der Kapitalmärkte profitieren. Die sehr gute Marktentwicklung 2023, 2024 und auch 2025 hat das Bewusstsein vieler Menschen dafür geschärft, welche Chancen langfristige Kapitalmarktanlagen bieten. Das wirkt sich spürbar auf die Nachfrage aus.
Christian Nuschele: 2025 war aus mehreren Gründen ein spannendes Jahr. Neben der Zinsanhebung beobachten wir vor allem eine Rückkehr der Einmalbeiträge, die in den Vorjahren aufgrund der Zinssituation und der Geschäftspolitik vieler Banken deutlich zurückgegangen waren. Besonders erfreulich ist, dass davon auch garantiefreie fondsgebundene Einmalbeitragsprodukte profitieren. Zudem sehen wir eine starke Zuwendung zu passiven Anlagen, institutionellen Anlageklassen und Clean Share Classes, die auf Vertriebsvergütungen verzichten und dadurch deutlich kostengünstiger sind.
Günther Goldmann: Die Kostenbetrachtung ist heute ein zentrales Entscheidungskriterium. Vermittler und Kunden achten stark auf Gebühren und laufende Kosten, was die Nachfrage nach ETFs, Indexfonds und institutionellen Anlageklassen deutlich erhöht. Davon losgelöst entwickelt sich mit KI-gestütztem Fondsmanagement ein eigenes, innovatives Themenfeld mit langfristigem Potenzial. Mit dem Fonds ‚KI Alpha – Aktien Welt‘ setzt die WWK Investment S.A. hier Impulse.
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