Die (sym)badische Fondspolice im Wandel
04.03.2013
Welche Fonds eignen sich am besten für die Altersvorsorge? Dieser Frage stellt sich heute die Heidelberger Leben Quartal für Quartal. Das war schon einmal anders. Vor acht Jahren wurde die frühere MLP-Versicherung verkauft, der Grund war Kritik an der Unabhängigkeit im Management.
Es ist schon ein paar Jahre her. 2005 wurde die frühere MLP Lebensversicherung AG an die Clerical Medical International Holdings BV veräußert und firmiert heute als Heidelberger Lebensversicherung AG. Mit dem Kauf des Versicherers vor der Finanzkrise in den Märkten verfolgt Clerical Medical ehrgeizige Ziele. Bis 2009 sollte der Marktanteil im Neugeschäft von etwa 3 auf 5 % gesteigert werden. Im Vermittlermarkt streben die Briten ein Plus von 7 auf 12 % an. „Unsere Strategie, Altersvorsorge-Produkte über unabhängige Makler anzubieten, bleibt definitiv unverändert", unterstrich damals noch Olaf Neuenfeldt als Vertriebschef von Clerical Medical und der Heidelberger Leben in Deutschland. Doch daraus wurde nichts, der Manager strich im April 2008 selbst die Segel und wechselte zu einem Wettbewerber. An der damaligen grundsätzlichen Ausrichtung hatte sich wenig verändert, bis auf den Umzug von MLP Leben in den 'Forum 7 Tower' in Heidelberg bleibe unter dem „alten Management" alles beim Alten.
Mit einem neuen Management arbeitet die Heidelberger an ihrer Reputation im Markt. Nicht nur das Marketing wurde frischer, sondern vor allem auch in der Kapitalanlage entschied sich die neue Leitung für mehr Transparenz und eine für Kunden nachvollziehbare Performance. Der sogenannte „5R-Qualitätssicherungsprozess" wurde vorgestellt. Die Informationen zu den Fonds werden transparent auf der Homepage jedes Quartal aktuell zur Verfügung gestellt. Der „5R-Prozess" ist weitestgehend standardisiert und orientiert sich mit seinen fünf Bewertungskriterien Reputation, Rating, Rendite, Risiko und Review.
Die unabhängige Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH hat den „5RProzess" untersucht. Die Kölner Experten stellten fest, dass die Qualität der Anlagefonds von externen Ratingagenturen geprüft wird. Die systematische Berücksichtigung sei aus Sicht von Assekurata fortschrittlich und könne als ein wichtiger Anhaltspunkt für die Einschätzung der zukünftig möglichen Performance und der allgemeinen Leistungsfähigkeit eines Fonds fungieren. Jeder Fonds muss ein Morningstar-Rating von mindestens vier Sternen aufweisen, wobei nur in begründeten Ausnahmefällen auch drei Sterne reichen können. Die Bewertung der möglichen Wertentwicklung eines Fonds erfolge mit Hilfe des Morningstar-Return-Ratings, was die Agentur als grundsätzlich geeignet sieht. Langfristige Kennzahlenausprägungen finden dabei, gemäß dem Altersvorsorgegedanken, eine stärkere Berücksichtigung, was aus Sicht von Assekurata schlüssig ist. Ausbaumöglichkeiten sieht Assekurata noch hinsichtlich eines eigenen Controllings der jeweiligen Performancegrößen.
Der klare Einbezug des Kriteriums Risiko in den Fondsauswahl- und Controllingprozess – basierend auf dem Morningstar-Risk-Rating – ist Assekurata so bisher erst aus wenigen Untersuchungen bekannt. Der Einbezug hauseigener Bewertungen und Expertenurteile im Kriterium Review ermögliche, auch kurzfristige Änderungen des Fonds-Managements sowie Fonds ohne externes Rating zu berücksichtigen. Unterm Strich bewertet Assekurata das System als gut. „Die Heidelberger Lebensversicherung AG verfügt mit dem 5R-Prozess über ein bewährtes Verfahren, um eine hohe Qualität der angebotenen Fonds sicherzustellen", so Dr. Reiner Will, Assekurata-Geschäftsführer, als Fazit der Bewertung des 5R-Systems der Heidelberger zur Fondsauswahl durch sein Institut zuletzt Mitte 2012. „Der Flaggschiff-Fonds der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch ist einer der neuen Spitzenreiter unter den Mischfonds, was die Mittelzuflüsse in den Fonds angeht. Auch in der aktuellen Rangliste der vermögensverwaltenden Fonds mit der besten Wertentwicklung gehört dieser Fonds zu den erfolgreichsten in 2012", so Thomas Klein, Head of Sales & Marketing der Heidelberger Leben, über einen der Favoriten im aktuellen Report für das erste Quartal 2013.
Fazit. Der neue Ansatz der Heidelberger kann sowohl die Vermittler von Fondspolicen und die Versicherten entlasten, wenn diese keine Experten für Kapitalmärkte und Investmentfonds sind. Standardisierte Kontrollen nach klaren Regeln prüfen quartalsweise die Qualität. Das könnte helfen, die Einhaltung der von den Versicherten für ihre Kapitalanlage in der Fondspolice gewählten Basis-Strategie zu optimieren, um eine nachhaltige Altersvorsorge zu sichern. Eine erneute Überprüfung durch Assekurata gilt es zu beachten. Wenn die Agentur erneut zu einem positiven Ergebnis kommt, könnten die Heidelberger die Wende geschafft haben.
Dietmar Braun
Mehr Transparenz
http://finanzwelt.de/wp-content/uploads/Fonds-Ampel_1._Quartal_2013_zur_Altersvorsorge.pdf

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