Gute Performance im Portfolio – Zeit für Rebalancing?
23.02.2026

In den vergangenen Jahren konnten einige Branchen und Assetklassen überdurchschnittliche Renditen erzielen. Man musste auch nicht unbedingt von Anfang an dabei sein; einige Segmente laufen seit einigen Jahren überproportional gut.
Einerseits waren es exogene, geopolitische Faktoren wie der Vertrauensverlust in die US-Administration, der Goldinvestments begünstigte, oder der Ukraine-Krieg, der zu erheblichen Investitionen in Rüstung und Verteidigung führte, was Aktien dieser Branche stark steigen ließ. Andererseits sorgten Zinsanstiege dafür, dass beispielsweise Bankaktien reüssierten.
Mit der richtigen „Momentum- oder Trendfolgestrategie“ konnte man also entsprechend partizipieren. Oder man hat einfach geschlussfolgert, dass ein Krieg, in den eine Weltmacht involviert ist und der vermutlich einige Zeit andauern wird, Rüstungsaktien steigen lässt. Selbst wenn man „spät dran“ war, konnte man hohe Wertsteigerungen erzielen. Einige Privatanleger haben so eine deutlich höhere Performance erzielt als mancher bekannte Fondsmanager oder Vermögensverwalter, die in einige dieser Segmente grundsätzlich nicht investieren.
Rüstungsunternehmen als Spezialsegment
Die Bereiche Rüstung oder Verteidigung haben in den letzten Jahren erhebliche Kursgewinne zu verzeichnen. Aktien wie Rheinmetall haben sich trotz einer aktuellen Reduktion verachtfacht. Dennoch gibt es Investoren, die nicht in Rüstung investieren.
Das hat nicht immer etwas mit Moral, Ethik oder Nachhaltigkeit zu tun, sondern liegt auch an Besonderheiten der Branche:
• Rüstungsunternehmen haben grundsätzlich Staaten als „Kunden“.
• Staaten kaufen nach Budget ein; davon sind Stückzahlen oder maximale Preise abhängig.
• Je nach geopolitischer Lage ändern sich auch die Anforderungen an ein Endprodukt während des Herstellungsprozesses, was zu Verzögerungen bei der Produktion, aber auch bei der Bezahlung führen kann.
• Die eingesetzten Ausgangsmaterialien sind sehr hochwertig und sehr teuer.
• Der Energieaufwand bei der Verarbeitung ist hoch.
• Das Personal ist gut ausgebildet, unterliegt mittlerweile auch einer strengeren Sicherheitsüberprüfung und ist deshalb knapp, was die Personalkosten erhöht.
• Aktuell sind die Auftragsbücher voll und neue Produktionskapazitäten müssen aufgebaut werden; das kostet Zeit und Geld.
Obwohl die Branche langfristige Aufträge erhält, die von Staaten vorfinanziert werden, können die Firmen nicht völlig frei agieren, sind stark reguliert und können Kapazitäten nur begrenzt erhöhen.
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2026 – Goodbye America?





