HUK-Mobilitätsstudie 2026
23.04.2026

Foto: © Ksenia Pestereva - stock.adobe.com
Nur zwei Führerschein-Neuerungen werden insgesamt positiv bewertet
Überraschendes bringt der Generationen-Vergleich zu aktuell diskutierten Änderungen beim Führerscheinerwerb zu Tage. So sehen gerade die jungen Leute, deren Portemonnaie die vorgeschlagenen Maßnahmen eigentlich entlasten sollen, die meisten Maßnahmen negativ. Mehr als die Hälfte der 16- bis 24-Jährigen stuft etwa reduzierte pflichtmäßige Übungsfahrten als "gar nicht gut" und "weniger gut" ein (54 %, Gesamtbevölkerung 59 %). Und gegenüber der geplanten Anrechnung eines Fahrtrainings mit Familienmitgliedern auf Übungsplätzen ist die Ablehnung in dieser Altersgruppe sogar noch höher als in der Gesamtbevölkerung (51 %, gesamt 47 %). Positiv werden in der deutschen Bevölkerung insgesamt nur zwei der sieben diskutierten Vorschläge gesehen: Dass Theoriestunden überwiegend digital erfolgen können sowie Kosten und Durchfallquoten von Fahrschulen online einsehbar werden.
Jüngere fordern vor allem Nachprüfungen für über 75-Jährige
Trotz der generationsübergreifenden Auto-Präferenz wünschen sich die Deutschen für mehr Sicherheit auf den Straßen schärfere Maßnahmen der Politik. "Härtere Strafen bei Verkehrs-vergehen" wird mit 40 Prozent am stärksten präferiert. Interessant: Besonders stark wird das in der Gruppe der 25 bis 34-Jährigen gefordert (45 %). An zweiter Stelle wollen 37 Prozent aller Bundesbürger, dass "verstärkte Polizeikontrollen Fahrten etwa mit überhöhter Geschwindigkeit oder unter Alkohol- sowie Drogeneinfluss besser verhindern". An dritter Stelle liegt eine pflichtmäßige Führerschein-Nachprüfung für alle ab 75 Jahren. Allerdings: Bei den unter 40-Jährigen fordert das nicht nur mehr als die Hälfte (52 %). In dieser Altersgruppe wird diese Maßnahme sogar als die mit Abstand wichtigste überhaupt für mehr Verkehrssicherheit angesehen. Maßnahmen jenseits einer härten staatlichen Hand werden dagegen nur geringere Effekte für erhöhte Verkehrssicherheit zugetraut. Etwa längere Probezeiten für Fahranfänger oder regelmäßige Nachschulungen für alle Autofahrer und Sehtests.
Unterschiede zwischen den Bundesländern
Differenzen zeigt auch die regionale Auswertung. Härtere Strafen bei Verkehrsverstößen werden von den Bewohnern der drei Stadtstaaten deutlich stärker als in allen anderen Bundesländern gefordert (Berlin 48 %, Hamburg und Bremen 45 %). Auch der Anteil von Befürwortern schärferer Kontrollen ist in Berlin am höchsten (45%). Vor das drittplatzierte Hamburg (43 %) schiebt sich hier noch Sachsen-Anhalt (44 %).
Den größten Frust über fehlende Zeitverlässlichkeit bei der Mobilitätsplanung gibt es in Nordrhein-Westfalen: Deutlich mehr als die Hälfte (57 %) monieren das hier. Ebenfalls an der Spitze liegt im bevölkerungsreichsten Bundesland der Ärger über zurückgehende Schnelligkeit beim Erreichen der Ziele (39 % wie auch in Mecklenburg-Vorpommern gegenüber 33 % im Bundesschnitt). (mho)

Digital kann viel – Vertrauen kann alles









