Nur jeder siebte Tarif erreicht die Bestnote
21.09.2026

Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. Foto: © Marc Theis, Hannover
Nur 13,9 Prozent der Tarife erreichen im aktuellen Unfallversicherungs-Rating von Franke und Bornberg die Höchstnote FFF+ (hervorragend). Das Rating umfasst 474 Tarife von 86 Versicherern. Seit dem Relaunch 2024 prüft es alle Produkte nach einheitlichen Kriterien in einer einzigen Gruppe. Gegenüber dem Vorjahr sinkt zwar die Zahl der geprüften Versicherer und Tarife, gleichzeitig schafft es aber eine größere Zahl an Versicherern in die Spitzengruppe. Zusätzlich hat Franke und Bornberg die Bewertung von Sofortleistungen nach Unfällen präzisiert.
Die Bewertungsgrundlagen aus dem Relaunch 2024 bleiben unverändert gültig. Franke und Bornberg justiert 2026 gezielt nach: Der bisherige Untersuchungsbereich zu Sofortleistungen und Schmerzensgeld wird in zwei eigenständige Untersuchungsbereiche aufgeteilt und damit differenzierter bewertet. Damit steigt die Zahl der Untersuchungsbereiche von 18 auf 19, die Zahl der Detailkriterien von 62 auf 66. Ziel der Aufsplittung ist eine genauere Einzelbewertung der zugesagten Leistungen.
„Schmerzensgeld und Sofortleistungen bei Knochenbrüchen folgen einer unterschiedlichen Systematik. Mit der trennscharfen Bewertung beider Sachverhalte machen wir in diesem Leistungsbereich die zunehmenden Leistungsunterschiede deutlich“, erläutert Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH.
Nur 13,9 Prozent der 474 bewerteten Tarife erreichen 2026 die Höchstnote FFF+ (66 Tarife). Auch die zweithöchste Note FFF (sehr gut) bleibt mit lediglich 30,8 Prozent eine Minderheit (146 Tarife). Am unteren Ende der Skala erhalten 20,9 Prozent der Tarife die Note F+ oder schlechter (Vorjahr: 25,5 Prozent). Eine sorgfältige Tarifauswahl bleibt damit entscheidend.
28 der 86 bewerteten Versicherer bieten mindestens einen Tarif mit der Bestnote FFF+ an, mehr als im Vorjahr (25 von 93 Versicherern). Gleichzeitig sinkt die Zahl der geprüften Versicherer und Tarife gegenüber 2025 (93 Versicherer, 486 Tarife).
„Dass in diesem Jahr mehr Versicherer einen Tarif in der Spitzengruppe platzieren, obwohl der Markt insgesamt kleiner wird, zeigt: Qualität und Selektion schließen sich in der Unfallversicherung nicht aus“, sagt Christian Monke, Leiter Ratings Gesundheit und Private Risiken bei der Franke und Bornberg GmbH.
Die private Unfallversicherung bleibt für Versicherer ein einträgliches Geschäft. Die Schaden-Kostenquote (Combined Ratio) der Sparte lag 2025 nach vorläufigen Zahlen bei rund 75 Prozent und damit auf Vorjahresniveau von 75,1 Prozent (Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V., Jahresmedienkonferenz 2026, Stand: 4. Februar 2026). Die stabile Ertragslage ändert nichts an den weiterhin großen Qualitätsunterschieden zwischen den Tarifen: Auch 2026 erreicht nicht einmal jeder siebte Tarif die Bestnote FFF+, während weiterhin mehr als ein Fünftel der Tarife nur ausreichend oder schlechter abschneidet. (mho)

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