Studie: Wie Frauen in der Finanzwelt ausgegrenzt werden
20.10.2026

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Frauen fühlen sich in der Finanzwelt häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Laut einer aktuellen Studie von Investforwomen fühlen sich 73 Prozent der befragten Frauen durch Finanzmedien und Finanzwerbung nicht angesprochen. Zudem berichten 43 Prozent, dass ihre Finanzkompetenz in Beratungsgesprächen unterschätzt wurde. Auch in der medialen Berichterstattung sind Finanzexpertinnen deutlich unterrepräsentiert.
Für die Studie „Die unsichtbare Mauer“ hat die auf Frauen spezialisierte Finanzberatung Investforwomen insgesamt 2.030 Frauen zwischen 25 und 60 Jahren befragt. Ergänzend wurden 310 Finanz- und Wirtschaftsbeiträge sowie 240 Stockbilder zum Thema Finanzen analysiert.
Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede in der Wahrnehmung und Darstellung von Männern und Frauen. So empfinden 68,3 Prozent der Befragten die Darstellung von Frauen in Finanzmedien und Werbung als stereotyp. Bei der Analyse der Medienbeiträge zeigte sich zudem, dass rund 80 Prozent der insgesamt 788 erfassten Expertenstimmen auf Männer entfallen. Lediglich 20,3 Prozent stammen von Frauen.
Auch bei der Finanzberatung berichten Frauen von negativen Erfahrungen. So geben 42,8 Prozent an, dass ihre Finanzkenntnisse in Beratungsgesprächen geringer eingeschätzt wurden, als sie tatsächlich waren. War ein Mann beim Gespräch anwesend, wurde dieser in 33,6 Prozent der entsprechenden Fälle stärker angesprochen als die eigentliche Kundin.
Hinzu kommen finanzielle Hürden beim Vermögensaufbau. 58 Prozent der Befragten nennen fehlendes verfügbares Geld als Hindernis für eigene Investments. Fast jede Zweite hat Angst vor Verlusten, während 34 Prozent nach eigener Einschätzung nicht über ausreichendes Finanzwissen verfügen.
„Viele Frauen starten mit weniger finanziellem Spielraum und treffen gleichzeitig auf eine Finanzwelt, in der sie als Anlegerinnen noch immer nicht selbstverständlich mitgedacht werden“, erklärt Isabell Steingräber, Head of Consulting bei Investforwomen. Dabei sehen die Befragten durchaus Veränderungspotenzial: 64 Prozent sind überzeugt, dass eine stärkere und klischeefreie Präsenz von Frauen in Finanzmedien mehr Frauen dazu ermutigen würde, sich aktiv mit ihrer Geldanlage auseinanderzusetzen. (mho)

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