Trendwende in der AKS
03.08.2026

Foto: SwissLife Binz © Swiss Life
In den Köpfen der Arbeitnehmer bröckelt das klassische Monopol der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Laut einer aktuellen Erhebung von Swiss Life Deutschland, der Industriegewerkschaft IGBCE und der Branchenlösung ChemieRente zieht die Grundfähigkeitsversicherung (GF) bei den Beschäftigten-Präferenzen gleich: 31 Prozent der Befragten aus der Industrie halten die gezielte Absicherung von Grundfähigkeiten für am attraktivsten – genauso viele wie die klassische BU. In der Realität besitzen bisher aber nur 12 Prozent einen Grundfähigkeitsschutz.
Für Vermittler eröffnet dieses Spannungsfeld aus Wunsch und Wirklichkeit ein großes, ungenutztes Marktpotenzial. Zumal mehr als die Hälfte aller Beschäftigten (54 Prozent) erwartet, dass die physischen wie mentalen Belastungen in den nächsten Jahren weiter steigen werden. Für die Erhebung im Juni 2026 befragte das Meinungsforschungsinstitut YouGov 1.153 Beschäftigte in Deutschland aus den Industrien Chemie, Energie, Pharma, Bergbau, Umwelttechnik, Wasserwirtschaft, Papier, Keramik, Kunststoff, Kautschuk & Gummi, Leder, Glas & Entsorgung.
Die schwierige wirtschaftliche Lage am Standort Deutschland, Zukunftssorgen und der steigende Druck am Arbeitsplatz führen bei den Industriebeschäftigten zu einem stark ausgeprägten Risikobewusstsein: Mehr als 7 von 10 Befragten (72 Prozent) schätzen die Bedeutung von Vorsorge und Absicherung (z. B. die Absicherung der eigenen Arbeitskraft) in der aktuellen Zeit des Wandels als wichtig ein, nur 5 Prozent sehen (eher) keinen Bedarf.
Während die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) bislang als Standardlösung zur Absicherung der Arbeitskraft galt, offenbart die Studie unter den Industriebeschäftigten erstaunliche Präferenzen: Demnach gab rund ein Drittel (31 Prozent) der Befragten an, dass die gezielte Absicherung grundlegender Fähigkeiten wie z. B. Sehen, Gehen oder Greifen der attraktivste Weg der Arbeitskraftabsicherung ist. Im White Collar-Bereich, also in Verwaltung, Außendienst, Entwicklung oder Labor, würde sogar eine Mehrheit von 34 Prozent einer gezielten Absicherung von Grundfähigkeiten den Vorzug gegenüber einer BU-Absicherung (29 Prozent) geben. Übergreifend ist letztere für 31 Prozent der Befragten die attraktivste Option. 27 Prozent wiederum sehen sich zu einer Beurteilung nicht in der Lage.
„Die Studie zeigt, dass das Potenzial der Grundfähigkeitsversicherung im Industriesektor enorm ist“, sagt Dirk von der Crone, CEO Swiss Life Deutschland. „Als vergleichsweise junges Produkt ist sie zwar noch nicht so bekannt wie die Berufsunfähigkeitsversicherung, erfüllt jedoch auf breiter Basis konkrete Absicherungsbedürfnisse der Industriebeschäftigten.“
Entgegen den geäußerten Präferenzen zur Attraktivität einzelner Arbeitskraftabsicherungen, verfügen zwar 40 Prozent über eine BU, aber nur 12 Prozent über eine GF. 21 Prozent planen, sich über das Thema zu informieren und eine passende Versicherung abzuschließen. Übergreifend haben 54 Prozent der Befragten eine Versicherung zum Schutz ihrer Arbeitskraft abgeschlossen.
Zwischen dem hohen Sicherheitsbedürfnis und den praktischen Kenntnissen über tatsächliche Absicherungsmöglichkeiten klafft eine erhebliche Lücke: Mehr als die Hälfte aller Befragten (56 Prozent) fühlt sich nur teilweise oder schlecht über die Absicherungsmöglichkeiten im Bereich Arbeitskraft informiert. Erstaunlich: Die unter 30-Jährigen der Gen Z sind mit Abstand die am besten informierte Alterskohorte. 54 Prozent fühlen sich zum Thema AKS (eher) gut informiert, gegenüber 36 Prozent bei den Millennials, 36 Prozent bei der Gen X und 39 Prozent bei den Baby-Boomern.

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