Versicherbar aber häufig unversichert
07.02.2013

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10 Jahre nach dem Elbhochwasser bleiben Naturgefahren ein verkanntes Risiko. 90 Prozent der Deutschen unterschätzen deutlich die steigende Gefahr und bewerten das Risiko durch Naturgefahren als gering. Laut GDV sind 99 Prozent der Haushalte ohne Probleme versicherbar
(fw/db) 10 Jahre nach dem Elbhochwasser schätzen knapp 90 Prozent der Deutschen das Risiko, dass ihr eigenes Zuhause durch Naturgefahren beschädigt wird, als gering ein. Fast die Hälfte der Befragten glaubt zudem, dass sie im Schadenfall generell mit finanzieller Unterstützung durch Bund, Land oder Kommune rechnen können. Das ist das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage von forsa, die im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) durchgeführt wurde.
GDV-Klimastudie: Extreme Hochwasser nehmen künftig zu
Das Elbhochwasser war in seinen Schadenausmaßen ein Jahrhundertereignis. Allein mit versicherten Schäden in Höhe von 1,8 Milliarden Euro führt es 2012 noch immer die Schadenstatistik der deutschen Sachversicherer an.
Sturm-, Hochwasser- und Starkregenschäden haben zugenommen. Unwetterereignisse in Deutschland führten 2010 insgesamt zu 1,3 Millionen Versicherungsschäden - doppelt so viele wie im Jahr zuvor.
"Auch in Deutschland macht sich der weltweite Klimawandel bemerkbar. Immer häufiger werden Häuser überschwemmt, die abseits großer Flüsse liegen", erklärt Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der GDV-Hauptgeschäftsführung. "Die Klimastudie zeigt, dass extreme Wetterlagen mit sehr starken Niederschlägen in Zukunft vermehrt auftreten, und zwar in jeder Region Deutschlands."
99 Prozent der Haushalte sind problemlos versicherbar
Vor den finanziellen Folgen von Naturgefahren schützt die Elementarschadenversicherung. In Deutschland haben nur 30 Prozent der Hausbesitzer damit vorgesorgt. Die deutliche Mehrheit der Bürger (63 Prozent) glaubt, dass ihre Häuser nicht gegen Naturgefahren versicherbar seien. Richtig ist jedoch, dass 99 Prozent der Haushalte problemlos versicherbar sind. Und die Wenigsten wissen, dass eine Elementarschadenversicherung mit einer durchschnittlichen Prämie für ein Einfamilienhaus von rund 90 Euro günstig im Markt angeboten wird. Laut Umfrage gehen jedoch 72 Prozent davon aus, dass man mindestens 150 Euro im Jahr dafür zahlen müsse.
Keine öffentlichen Hilfen für Geschädigte
Fast die Hälfte der Befragten ist zudem überzeugt, bei Schäden durch Naturgefahren in jedem Fall mit finanzieller Unterstützung durch Bund, Land oder Kommune rechnen zu können.
In immer mehr Bundesländern, wie beispielsweise Bayern, Sachsen oder Niedersachsen, gibt es finanzielle Hilfen seitens des Staates nur noch im Ausnahmefall, nämlich dann, wenn die Risiken nicht oder nur zu wirtschaftlich nicht vertretbaren Bedingungen versicherbar sind. Mit Informationskampagnen klären dort Politik, Verbraucherschutz und Versicherungswirtschaft über umfassenden Naturgefahrenschutz und individuelle Präventionsmaßnahmen auf.
ZÜRS public: Das Risiko auf einen Blick
In Sachsen können sich Mieter, Hausbesitzer und Unternehmer inzwischen bei ZÜRS public das lokale Naturgefahrenrisiko anzeigen lassen. Das gemeinsame Pilotprojekt von Versicherungswirtschaft und dem Freistaat Sachsen soll den Menschen das Naturgefahrenrisiko bewusst machen und sie dazu motivieren, ihr individuelles Risiko zu minimieren und abzusichern.
In das Informationssystem, das neben Hochwasser auch die Gefährdung durch Starkregen, Sturm und Blitzschlag abbildet, sollen nach erfolgreicher Testphase weitere Bundesländer integriert werden. Darüber hinaus ist eine Erweiterung des Systems um die Gefahr "Erdbeben" in Planung.
Mit der Elementarschadenversicherung richtig geschützt
Die Elementarschadenversicherung schützt vor den finanziellen Folgen von Naturereignissen, wie Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbrüchen. Sie wird als zumeist als optionaler Zusatzbaustein zur Hausrat- und Wohngebäudeversicherung angeboten. Immer mehr Versicherer gehen hier einen Schritt weiter und bieten die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung mit einer Deckung für die Elementarschäden an.
Fazit: Makler, freien Vermittler und Vertriebe finden hier neue Argumente und Türöffner um die Haus- und Grundstückseigentümer auf den richtigen Schutz der Sachwerte anzusprechen.

VPV mit neuer Rechtsschutz-Versicherung









