Versicherer fordert „Vorsorgewende“
07.02.2013

© Universa
Der Vorstandschef der ältesten privaten Krankenversicherung Deutschlands, Gerhard Glatz, zeigt sich bei der Vorlage der Geschäftsberichte 2011 des Universa Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit, solidarisch, mit der Branche. Er fordert, dass neben der oft zitierten „Energiewende“, mit einer „Vorsorgewende“, die Sozial- und Gesundheitspolitik weiterhin nachhaltig für die Menschen in Deutschland zu organisieren.
(fw/db) Nur die Private Krankenversicherung (PKV) habe durch die fortlaufende Bildung von Alterungsrückstellungen eine Vorbildfunktion bei den demografischen Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft.
"Es gibt heute so viele Privatversicherte wie nie zuvor", erklärt Gerhard Glatz, Vorstandschef der Universa Versicherungen. 96 Prozent von ihnen sind nach aktuellen Umfragen mit ihrer Wahl zufrieden, die Beschwerdequote beim PKV-Ombudsmann liegt mit 0,016 Prozent, bezogen auf alle Verträge, beständig auf niedrigem Niveau.
Mit rund 170 Milliarden Euro Alterungsrückstellungen sei die PKV zukunftssicher und generationengerecht aufgestellt - und das ohne staatliche Zuschüsse.
Das nachhaltige Prinzip der Kapitaldeckung habe sich auch in Zeiten der Banken- und Eurokrise als stabil erwiesen, so Glatz. Neben der viel zitierten Energiewende, müsse seiner Meinung nach in Deutschland auch eine Vorsorgewende stattfinden, um die umlagefinanzierten Sozialversicherungssysteme durch verstärkte und staatlich geförderte Privatvorsorge bei den Lebensrisiken Krankheit, Pflegebedürftigkeit und Langlebigkeit zukunftssicher und demografiefest zu machen.
Universa-Gruppe im Aufwind
Die Universa Versicherungen haben ihren Ursprung 1843 im Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit in Nürnberg. Trotz der aktuellen Finanz- und Staatsschuldenkrise konnte der Traditionsversicherer in allen drei Unternehmen zulegen.
Die Beitragseinnahmen der Universa stiegen im vergangenen Geschäftsjahr 2011 um 2,7 Prozent auf 634,3 Millionen Euro. Die Erträge aus den Kapitalanlagen lagen bei 147 Millionen Euro.
Die Versicherungsleistungen stiegen von 658,7 auf 676,7 Millionen Euro. Nach Abzug von Steuern verblieb ein Geschäftsergebnis von 86 Millionen Euro. Davon wurden 71,2 Millionen Euro der Rückstellung für Beitragsrückerstattung zugeführt. Zudem konnte das Eigenkapital von 171,6 auf 184,5 Millionen Euro gestärkt werden. Der Bestand an Kapitalanlagen wuchs von 3,8 Milliarden auf vier Milliarden Euro an.
Bei der Universa Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit stiegen die Beitragseinnahmen von 491,9 auf 505,5 Millionen Euro. Wachstumstreiber waren neben der Vollversicherung auch die Pflege- und Zahnzusatzversicherung sowie ein im Sommer neu auf den Markt gebrachter Beitragsentlastungstarif, der bereits über 5.500 mal abgeschlossen wurde und eine zusätzliche Beitragsreduzierung im Alter garantiert.
Mit einer Zuführung von insgesamt 63,4 Millionen Euro zur erfolgsabhängigen Rückstellung für Beitragsrückerstattung und zum Eigenkapital erreichte der Krankenversicherungsverein das beste Ergebnis in der 169-jährigen Unternehmensgeschichte. Die Solvabilitätsquote konnte auf 405 Prozent ausgebaut werden.
"Die älteste private Krankenversicherung Deutschlands zähle bei der Kapital- und Ertragsstärke weiter zu den Flaggschiffen der Branche", so Glatz.
Überdurchschnittliches Wachstum in Leben
Durch ein starkes Neugeschäft konnte die Universa Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit ihre Beitragseinnahmen um 3,3 Prozent auf 100,9 Millionen Euro steigern. Im Neugeschäft dominierte die klassische Rentenversicherung sowie die staatlich geförderte Riester- und Rüruprente. An Leistungen für Versicherungsfälle zahlte die Universa an ihre versicherten Mitglieder insgesamt 124,8 Millionen Euro aus, das waren rund 13 Millionen mehr als im Vorjahr.
Im Bereich der Kapitalanlage wurde an der konservativen und nachhaltigen Anlagestrategie festgehalten. Auf die Kapitalanlagen konnte im vergangenen Jahr eine Nettoverzinsung von 3,8 Prozent erzielt werden. Das Eigenkapital wurde auf von 44,3 auf 44,7 Millionen Euro ausgebaut. Die Eigenkapitalquote des Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit liegt mit 41,6 Promille weiter deutlich über dem Marktdurchschnitt.
Gutes Ergebnis auch in der Sachsparte
Die Universa Allgemeine steigerte ihre Beitragseinnahmen von 27,8 auf 27,9 Millionen Euro.
Im sehr preissensiblen Kraftfahrzeugversicherungsmarkt ist es gelungen, über einen neuen Tarif mit verbessertem Preis-Leistungs-Verhältnis, den Kundenbestand auszubauen.
Die Leistungsausgaben gingen um 6,2 Prozent zurück, ebenso der Betriebsaufwand um 4,2 Prozent. Die Combined Ratio, welche das Verhältnis von Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle und Bruttobetriebskosten zu Bruttobeiträgen wiedergibt, konnte von 86,2 auf 80,7 Prozent gesenkt werden. Nach Steuern konnte ein Jahresüberschuss von 3,4 Millionen Euro erwirtschaftet und das Eigenkapital auf 21,9 Millionen aufgestockt werden.
Zahlen 2011 mit Download der Universa Geschäftsberichte 2011

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