Versicherungskammer begrüßt Impulse
23.06.2026

Klaus G. Leyh, Vorstand des Ressorts Personenversicherung im Konzern Versicherungskammer Foto: © Konzern Versicherungskammer
Klaus G. Leyh, Vorstand des Ressorts Personenversicherung im Konzern Versicherungskammer, kommentiert die aktuellen Maßnahmenempfehlungen der deutschen Rentenkommission: „Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Rentenkommission konstruktive Impulse für eine zukunftsfähige Rentenpolitik setzt. Die Empfehlungen zielen auf eine bessere Finanzierbarkeit der ersten Säule und setzen zugleich verstärkt auf kapitalgedeckte Alterssicherungssysteme in allen drei Säulen.
Das ist richtig und wichtig. Zugleich geben bestimmte Vorschläge – insbesondere mit Blick auf die Rolle des Staats in der Altersvorsorge – Anlass zur sorgfältigen Prüfung, um bewährte Prinzipien wie Wahlfreiheit, Vielfalt und fairen Wettbewerb zu sichern. Bei allen Reformüberlegungen steht für uns eine sichere, transparente und individuelle Altersvorsorge im Mittelpunkt. Als Altersvorsorge-Experte stehen wir dem Gesetzgeber mit unserem Know-how für praxistaugliche und zukunftsfähige Lösungen zur Seite.
Die Rentenkommission empfiehlt ein säulenübergreifendes Rentenniveau von 70 Prozent nach Steuern als Zielgröße und fordert in diesem Zusammenhang mehr Transparenz. Für uns ist das ein wichtiger und zu begrüßender Schritt. Eine zentrale, verständliche und leicht zugängliche Übersicht über alle individuellen Altersvorsorgebausteine erleichtert die Planung und sorgt für Nachvollziehbarkeit. Das unterstreicht, wie bedeutend auch künftig qualifizierte Vorsorgeberatung bleibt.
Das klare Bekenntnis der Kommission zur Förderung kapitalgedeckter Altersvorsorge begrüßen wir ausdrücklich. Kritisch sehen wir jedoch die Empfehlung, einen Teil der Kapitaldeckung obligatorisch in der ersten Säule zu verorten und über einen staatlichen Träger umzusetzen. Neben einer möglichen Steigerung der Komplexität sowie dem notwendigen Aufbau von Administration und Infrastruktur könnten dadurch Innovationskraft und fairer Wettbewerb auf dem Vorsorgemarkt beeinträchtigt werden. Wir plädieren daher für eine privatwirtschaftliche Alternative, die Effizienz, Wettbewerb und Kundennähe verbindet – flankiert von klaren Standards für Sicherheit, Kosten und Transparenz.
Die besondere Rolle der betrieblichen Altersversorgung (bAV) – gerade für Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) – verdient eine entschlossene Stärkung. Ziel muss eine flächendeckende Verbreitung sein, verbunden mit einem spürbaren Abbau bürokratischer Hürden. Bei der Weiterentwicklung der bAV, etwa in Bezug auf Portabilität, Rechtssicherheit, faire Kostenverteilung und eine gezielte Förderung von Geringverdienenden, bringen wir als Lebensversicherer unser langjähriges Know-how ein.
Die Empfehlungen der Rentenkommission setzen richtige Akzente: Stabilisierung der ersten Säule, Stärkung kapitalgedeckter Bausteine, mehr Transparenz und eine stärkere betriebliche Altersversorgung. Entscheidend ist, dies mit Augenmaß auszugestalten – so, dass Wahlfreiheit, Vielfalt und Wettbewerb gewahrt bleiben und die Altersvorsorge für breite Bevölkerungsschichten sicher, verständlich und individuell bleibt. Daran arbeiten wir gemeinsam mit unseren Partnern und dem Gesetzgeber“, so Klaus G. Leyh. (mho)

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