„Vom ‚Nice to have‘ zum festen Benefit“
08.05.2026

Olaf Engemann, Vorstand für Marketing und Vertrieb, SDK Foto: © SDK
Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) hat sich vom Zusatzangebot zum festen Bestandteil moderner Benefitstrategien entwickelt. Im Gespräch erklärt Olaf Engemann, SDK-Vorstand für Marketing und Vertrieb, welche Dynamik den Markt aktuell prägt, warum ganzheitliche Gesundheitskonzepte für Unternehmen an Bedeutung gewinnen und wie Fachkräftemangel sowie steigende Kosten im Gesundheitswesen die Nachfrage treiben.
Herr Engemann, welche Trends und Entwicklungen kennzeichnen den deutschen bKV-Markt aktuell?
Olaf Engemann: In den vergangenen Jahren hat sich der Markt für betriebliche Krankenversicherungen sehr dynamisch entwickelt und die bKV ist inzwischen fester Bestandteil zeitgemäßer Arbeitgeberleistungen. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass Gesundheit ein zentraler Faktor für Produktivität, langfristige Mitarbeiterbindung und Arbeitgeberattraktivität ist. In Deutschland profitieren aktuell mehr als 2,8 Millionen Beschäftigte von einer betrieblichen Kranken- oder Pflegeversicherung, die von rund 60.600 Unternehmen angeboten wird. Trotz dieses Wachstums von sechzehn Prozent gegenüber dem Vorjahr ist das Marktpotenzial bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Ein wesentlicher Treiber ist der zunehmende Fachkräftemangel. Unternehmen stehen unter dem Druck, sich als attraktive Arbeitgeber zu positionieren und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit und Motivation ihrer Belegschaften zu erhalten. Die bKV erfüllt dabei mehrere Funktionen zugleich: Sie bietet den Mitarbeitenden einen unmittelbaren Mehrwert, signalisiert Wertschätzung sowie Fürsorge und stärkt damit die Bindung an das Unternehmen. Ergänzende Konzepte, wie sie z. B. die SDK GESUNDWERKER bieten, können obendrein dazu beitragen, Fehlzeiten zu vermeiden bzw. zu reduzieren.
Zudem lässt sich beobachten, dass sich die bKV vom “Nice to have“ zu einem festen Bestandteil moderner Benefitstrukturen entwickelt hat. Budgettarife haben den Zugang für viele Unternehmen erleichtert, da sie kalkulierbar und für Mitarbeitende verständlich sind. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach begleitenden Gesundheitsleistungen wie digitalen Arztangeboten oder schnellen Zugängen zu Facharztterminen. Insgesamt ist die bKV heute deutlich strategischer verankert als noch vor wenigen Jahren.
Wie sind Sie im bKV-Markt positioniert, was ist Ihr USP?
Engemann: Die SDK ist bereits seit rund drei Jahrzehnten auf dem Markt der bKV aktiv. Wir positionieren uns als Partner für Unternehmen, die betriebliche Gesundheit ganzheitlich und langfristig denken. Unser Ansatz geht dabei bewusst über die reine Absicherung hinaus. Die bKV ist eine Komponente eines umfassenden Gesundheitskonzepts, das Prävention, Versicherungsschutz und unterstützende Services sinnvoll miteinander verbindet.
Unter der Vertriebsmarke SDK GESUNDWERKER bündelt die SDK ihre Expertise im Firmenkundengeschäft. Hier werden bKV-Lösungen mit Leistungen aus dem betrieblichen Gesundheitsmanagement und ergänzenden Gesundheitsdienstleistungen verzahnt. Ein zentrales Merkmal ist die flexible Tarifarchitektur, auch bei Budgetlösungen. Arbeitgeber können den Versicherungsschutz bedarfsgerecht gestalten und einzelne Leistungsbereiche gezielt steuern. Dies unterstützt eine praxisnahe Nutzung und langfristige Stabilität.
Ein wesentlicher Aspekt dieser Ausrichtung ist das „Versorgungskonzept Gesundheit der Wirtschaft und Industrie“ (VGWI). Es wurde gemeinsam mit der pd business solutions GmbH entwickelt und ergänzt die betriebliche Krankenversicherung um vielfältige Unterstützungsleistungen – von Krankentagegeld über digitale Arztbesuche und Gesundheitsberatung bis hin zu Pflege- und Familienservices. Das VGWI berücksichtigt somit nicht nur medizinische Fragestellungen, sondern auch die organisatorischen und sozialen Herausforderungen im Alltag der Beschäftigten.
Der Alleinstellungsmerkmal der SDK liegt in dieser integrativen Ausrichtung: Unternehmen erhalten kein einzelnes Versicherungsprodukt, sondern ein modulares Gesundheitskonzept, das sich flexibel an unterschiedliche Belegschaftsstrukturen und auch Budgets anpassen lässt und Gesundheit als strategischen Bestandteil moderner Arbeitswelten versteht.
Wie entwickelt sich das bKV-Geschäft in Ihrem Unternehmen?
Engemann: Das bKV‑Geschäft entwickelt sich bei der SDK stetig weiter. Im vergangenen Jahr hat sich die wirtschaftliche Lage auf die Nachfrage ausgewirkt und diese etwas gedämpft. Nichtsdestotrotz rechnen wir in den kommenden Jahren mit einer dynamischen Entwicklung im bKV-Geschäft. Zumal sich Firmenkunden verstärkt für Angebote interessieren, die Mitarbeitende nicht nur im Krankheitsfall absichern, sondern auch präventiv unterstützen und in belastenden Lebenssituationen entlasten. Das VGWI spielt in diesem Zusammenhang für uns eine zentrale Rolle. Es wird von Unternehmen als zeitgemäße Antwort auf veränderte Anforderungen in der Arbeitswelt wahrgenommen, da es präventive Maßnahmen, individuelle Gesundheitsförderung und konkrete Unterstützungsleistungen miteinander verbindet. Besonders positiv kommt an, dass viele Services auch Angehörigen der Mitarbeitenden und nach dem Ende der Erwerbstätigkeit offenstehen und somit weit über den Arbeitsplatz hinaus wirken.

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