„Vom ‚Nice to have‘ zum festen Benefit“

08.05.2026

Olaf Engemann, Vorstand für Marketing und Vertrieb, SDK Foto: © SDK

Exklusiv

Wie ist Ihr bKV-Ausblick für 2026, für den Markt und für die SDK?

Engemann: Für den deutschen Markt erwarten wir auch 2026 eine weiterhin positive Entwicklung der betrieblichen Krankenversicherung. Wir gehen davon aus, dass die Phase des reinen Wachstums zunehmend von einer stärkeren Differenzierung abgelöst wird. Arbeitgeber achten vermehrt auf Nachhaltigkeit, Beitragsstabilität und den tatsächlichem Nutzen der angebotenen Leistungen. Damit rücken Qualität und langfristige Wirkung stärker in den Fokus. Die bKV wird sich als strategisches Instrument der Personalpolitik weiter etablieren, zumal ihre Bedeutung als eine Säule der Gesundheitsabsicherung angesichts der Reformbedürftigkeit der gesetzlichen Krankenversicherung weiter zunehmen wird. Für die SDK erwarten wir im Jahr 2026 ein deutliches Wachstum im Firmenkundengeschäft. Der Zusammenschluss mit der Stuttgarter Versicherungsgruppe eröffnet weitere Potenziale und stärkt Reichweite sowie Marktzugang. Vor diesem Hintergrund sind wir gut positioniert, um unsere Rolle im bKV-Markt konsequent auszubauen.

Zur Kostenexplosion im Gesundheitswesen: Welche Themen sollte die Politik im Hinblick auf die bKV angehen?

Engemann: Die steigenden Kosten im Gesundheitswesen und der zunehmende Druck auf die gesetzlichen Systeme machen deutlich, dass ergänzende Vorsorgelösungen immer wichtiger werden und daher auch stärker gefördert werden sollten. Die bKV kann einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie Unternehmen und Beschäftigte unterstützt und somit auch das Gesamtsystem entlastet. Aus unserer Sicht sollte die Politik die bKV klar als Teil einer nachhaltigen Gesundheitsvorsorge anerkennen. Dazu gehört vor allem eine verlässliche und langfristige steuerliche Förderung. Die derzeitige Einordnung über die Sachbezugsregelung wird der Bedeutung von Gesundheitsleistungen nur eingeschränkt gerecht. Gesundheit darf nicht mit kurzfristigen Konsumleistungen, wie z. B. Tankgutscheinen, gleichgesetzt werden. Zudem sollte die präventive Wirkung betrieblicher Gesundheitsangebote stärker berücksichtigt werden. Investitionen von Arbeitgebern in physische und psychische Gesundheit sowie Pflegeunterstützung tragen dazu bei, Ausfallzeiten zu reduzieren und Belastungen frühzeitig abzufedern. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist die bKV ein wichtiger Baustein, um das marode Umlagesystem der GKV zu entlasten. (mho)

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