Zolldrohungen belasten DAX
20.01.2026

Die ZEW-Konjunkturerwartungen sind im Januar überraschend stark auf 59,6 gestiegen, auch die Einschätzung der aktuellen Lage hat sich auf −72,7 verbessert – allerdings von einem sehr niedrigen Niveau. Die Richtung stimmt, doch der Weg nach oben dürfte holprig bleiben.
Der größte externe Risikofaktor sind weiterhin Zölle. Neue Zolldrohungen von Trump trüben die Perspektiven und könnten die wirtschaftliche Erholung verlangsamen. Das spiegelt sich auch am Markt wider. Die besseren Daten reichten nicht aus, um den Ausverkauf zu stoppen. Der DAX verlor in den ersten Handelsstunden rund 1,5 Prozent.
Dabei würden Zölle beiden Seiten schaden. Studien zufolge tragen 96 Prozent der Zolllast US-Konsumenten, nicht die exportierenden Unternehmen. Die Kosten werden schlicht weitergegeben. Zugleich ist die EU ein Schlüsselpartner der USA. Sie ist der größte Lieferant von Warenimporten. Zwischen Januar und Mai 2025 beliefen sich die US-Einfuhren aus der EU auf 303 Milliarden US-Dollar, was einem Anteil von 20,2 Prozent entspricht, während China nur etwa die Hälfte dieses Volumens erreicht.
Auf der positiven Seite stehen niedrige Zinsen und ein umfangreiches Stimuluspaket, die 2026 zunehmend Wirkung entfalten könnten. Entscheidend bleibt, ob diese innenpolitischen Impulse stark genug sind, den außenpolitischen Gegenwind zu kompensieren.

Marktkommentar von Maximilian Wienke, Marktanalyst bei eToro.

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