Bank Sarasin: Euro-Aufwärtspotenzial bleibt begrenzt

07.02.2013

Ursina Kubli, Ökonomin bei der Bank Sarasin & Cie AG, sieht angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Situation im Euroraum nur begrenzte Möglichkeiten eines Euro-Aufwärtspotenzials. Dies geht aus einem Statement (Auszug) der Schweizer Bank hervor.

(fw/ah) "Nachdem das griechische Parlament die Sparmaßnahmen akzeptiert hat, entschärft sich die akute Schuldenkrise in der Eurozone. Politische und konjunkturelle Risiken verhindern jedoch eine vollständige Normalisierung der Devisenmärkte.

Am Wochenende gaben die europäischen Finanzminister grünes Licht für die nächste Tranche des Rettungspakets für Griechenland von zwölf Milliarden Euro. Nachdem die versprochenen Spar- und Reformzusagen im griechischen Parlament verabschiedet wurden, war die Freigabe der Kredithilfe eine reine Formsache. Diese Auszahlung wird Griechenland Luft verschaffen, um den unmittelbaren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Dennoch ist damit die griechische Schuldenproblematik nicht vom Tisch. Griechenland benötigt über die bereits bewilligten 110 Milliarden Euro hinaus weitere finanzielle Hilfe. Mit einem zweiten Hilfspaket wird Griechenland die notwendige Zeit erhalten, um die beschlossenen Sparmaßnahmen umzusetzen.

Damit dürfte der Druck auf den Euro nachlassen. Nach den Berechnungen der Bank Sarasin liegt der Euro gegenüber dem Franken derzeit rund 15 Rappen unter seinem fairen Wert. Dennoch hat die Bank die Jahresendprognosen für den EUR-CHF-Wechselkurs von ursprünglich 1,38 auf 1,30 gesenkt. Einerseits bleibt ein gewisses Restrisiko, dass die politischen Entscheidungsträger Fehler machen könnten. Andererseits lauern erste Gefahren von der Konjunkturseite. Im Juni ist der ISM-Einkaufsmanagerindex, der wichtigste US-Indikator für das verarbeitende Gewerbe, von einem Niveau von über 60 auf 53,5 eingebrochen. Sondereffekte wie Probleme auf der Angebotsseite aufgrund der japanischen Naturkatastrophe, Tornados in den USA sowie höhere Ölpreise dürften zum Kollaps dieser Konjunkturindikatoren geführt haben. Da diese Effekte temporärer Natur sind, sollte in den kommenden Monaten eine Gegenbewegung einsetzen."

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