Bilanzrating PKV: Nur drei erreichen Bestnote
15.09.2026

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Im neu justierten Bilanzrating Private Krankenversicherung (PKV) 2025 des map-report erreichen nur drei von 30 bewerteten Versicherern die Höchstnote „mmm+“ für hervorragende Bilanzdaten: die Inter Krankenversicherung AG (259,5 von 300 Punkten, 86,5 Prozent), die Signal Iduna Krankenversicherung a.G. (258,0 Punkte, 86,0 Prozent) und die Allianz Private Krankenversicherungs-AG (255,5 Punkte, 85,2 Prozent).
Grundlage ist eine überarbeitete Bewertungsmethodik, in der mehrere Bilanzkennzahlen ausgetauscht und neu gewichtet wurden. Wirtschaftlich zeigt sich die PKV robust. Die verdienten Bruttobeiträge der analysierten Versicherer stiegen 2025 um 8,4 Prozent auf 54,63 Mrd. Euro und die Zahl der Vollversicherten wuchs zum dritten Mal in Folge auf 8.788.880 Personen.
Das ist neu im Bilanzrating Private Krankenversicherung 2025
„Ein Rating ist kein starres Gebilde. Märkte verändern sich, Geschäftsmodelle entwickeln sich weiter, und auch die Aussagekraft einzelner Kennzahlen muss regelmäßig hinterfragt werden“, sagt Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke und Bornberg und Herausgeber des map-report.
Der map-report vergibt fünf Bewertungsstufen von „mmm+“ (hervorragend) über „mmm“ (sehr gut) und „mm“ (gut) bis „m“ (befriedigend) und „m-“ (ausreichend). Die eingangs genannten Spitzenreiter Inter, Signal Iduna und Allianz bilden die Gruppe mit der Bestnote „mmm+“. In den übrigen Klassen folgen drei Versicherer mit „mmm“, elf mit „mm“, neun mit „m“ und vier mit „m-“. 13 der 30 Versicherer kommen damit nicht über die Bewertung „m“ hinaus. Für die Inter Krankenversicherung AG ist der Sprung an die Spitze besonders bemerkenswert. Im Vorjahr kam die Inter unter der alten Methodik auf 238,0 Punkte (79,3 Prozent) und damit auf die Bewertung „mmm“. Wegen der überarbeiteten Bewertungsmethodik sind die Ergebnisse allerdings nicht eins zu eins mit denen des Vorjahres vergleichbar.
Knapp am Sprung ins Spitzenfeld vorbei schrammt die Universa Krankenversicherung a.G. mit 254,0 Punkten (84,7 Prozent), gerade einmal einen Punkt unter der Schwelle zu „mmm+“. Zusammen mit der LVM Krankenversicherungs-AG (240,5 Punkte, 80,2 Prozent) und der Alte Oldenburger Krankenversicherung AG (238,0 Punkte, 79,3 Prozent) bildet sie die Gruppe der mit „mmm“ für sehr gute Leistungen bewerteten Versicherer. Bei den beiden zuletzt genannten Gesellschaften belasten deutlich gesunkene Bewertungsreserven das Ergebnis. Die LVM weist für 2025 eine Bewertungsreservequote von minus 5,16 Prozent aus, die Alte Oldenburger minus 5,22 Prozent.
Die verdienten Bruttobeiträge der analysierten Versicherer stiegen 2025 um 8,36 Prozent auf 54,63 Mrd. Euro, nach einem Zuwachs von rund 4,27 Prozent im Vorjahr. Ende 2025 waren nach vorläufigen Zahlen 8.788.880 Personen vollversichert, ein Plus von 46.860 Personen beziehungsweise 0,54 Prozent und damit das dritte Wachstum in Folge. Auch die Zusatzversicherung legte zu. Marktweit stieg die Zahl der Zusatzversicherten, ohne Auslandsreisekranken- und Beihilfeablöseversicherungen, um 2,79 Prozent. 25 Versicherer mit verfügbaren Werten verzeichneten hier ein Plus.
Auf der Kostenseite entspannt sich die Lage leicht. Die Verwaltungskostenquote sank im Marktdurchschnitt von 2,23 auf 2,11 Prozent, die Abschlusskostenquote von 7,21 auf
7,03 Prozent, obwohl die absoluten Aufwendungen in beiden Positionen weiter stiegen. Die Schadenquote sank leicht von 83,40 auf 82,90 Prozent, allerdings nur, weil die Beiträge kräftiger wuchsen als die Leistungsausgaben. Der Druck auf der Leistungsseite bleibt damit hoch. Die versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote verbesserte sich von 7,10 auf 7,80 Prozent.
Der RfB-Puffer schmilzt weiter. Die RfB-Quote, die den Bestand an Rückstellung für Beitragsrückerstattung in Prozent der verdienten Bruttobeiträge misst, sank von 30,67 auf
27,53 Prozent, obwohl der erfolgsabhängigen RfB 2025 mit rund 3,77 Mrd. Euro gut zwei Prozent mehr zugeführt wurde als im Vorjahr. Die Überschussverwendungsquote blieb mit 88,23 Prozent nahezu unverändert.
Noch deutlicher zeigt sich die Belastung bei den Bewertungsreserven. Die marktweite Bewertungsreservequote sank von minus 1,96 auf minus 3,62 Prozent. Im für das Rating relevanten Fünfjahresdurchschnitt liegt sie inzwischen bei minus 0,23 Prozent. 20 der 30 gerateten Versicherer erhalten in dieser mit bis zu 30 Punkten gewichteten Kennzahl keine Punkte mehr, in früheren Jahrgängen war das noch ein bedeutender Beitrag zur Gesamtbewertung.
Gegenläufig entwickeln sich die Kapitalerträge. Die Nettorendite stieg im Marktdurchschnitt von 2,70 auf 2,76 Prozent, die laufende Durchschnittsverzinsung von 2,78 auf 3,04 Prozent. Die höchste Nettorendite des Jahres 2025 erzielte die Allianz mit 3,91 Prozent. Im für das Rating maßgeblichen Fünfjahreszeitraum liegt die Inter mit 3,87 Prozent vorn, vor der Allianz mit 3,51 Prozent.
Die Alterungsrückstellungen der Branche wuchsen 2025 um 4,10 Prozent auf 355,97 Mrd. Euro und entsprechen damit rund 92 Prozent der gesamten Kapitalanlagen von 386,83 Mrd. Euro. Die größte Alterungsrückstellung weist weiterhin die Debeka Krankenversicherungsverein a.G. mit 57,22 Mrd. Euro aus, vor der DKV Deutsche Krankenversicherung AG mit 47,99 Mrd. Euro und der Allianz mit 34,19 Mrd. Euro.

Xavier Marguinaud wird VP of Insurance bei Stoïk



