Hiscox Cyber Readiness Report 2026

15.09.2026

Cyber-Angriffe treffen deutsche KMU nicht nur häufig, sondern oft härter als erwartet: Fast ein Drittel (31 %) wurde im vergangenen Jahr erfolgreich angegriffen. Von den betroffenen Unternehmen sah wiederum jedes dritte (33 %) seine Zahlungsfähigkeit oder Existenz erheblich gefährdet. Das zeigt der Hiscox Cyber Readiness Report 2026, den Wakefield Research im Auftrag des Spezialversicherers durchführte. Zwar sind deutsche KMU international gut abgesichert: 39 % verfügen über eine vollumfängliche Standalone-Cyber-Versicherung (global: 31 %), weitere 32 % decken Cyber-Gefahren über eine andere Versicherung ab. Doch die tatsächlichen Folgen erfolgreicher Angriffe reichen deutlich tiefer als die oft befürchteten Reputationsschäden.

Bei erfolgreichen Angriffen auf deutsche KMU stehen Finanzbetrug durch Payment Diversion (45 %) und DDoS-Attacken (42 %) an der Spitze. Es folgen der Missbrauch von IT-Ressourcen (40 %), der Verlust unverschlüsselter Daten (35 %) und verschlüsselter Daten (28 %) sowie Ransomware- und Erpressungsfälle (27 %). Die Angriffe treffen damit zentrale Geschäftsbereiche: Zahlungsströme, Datenbestände und den laufenden Betrieb.

Die Folgen sind vor allem wirtschaftlich und operativ spürbar. Ein Drittel der betroffenen deutschen KMU (33 %) sah Zahlungsfähigkeit oder Existenz erheblich gefährdet (global: 25 %). Hinzu kommen lange Ausfälle: Im Schnitt standen betroffene Unternehmen in Deutschland 41,7 Stunden still (global: 31,6 Stunden). Damit werden Cyber-Angriffe schnell zum Liquiditäts- und Betriebsrisiko.

In der Risikowahrnehmung dominiert dennoch die Sorge um den Ruf: 48 % nennen Reputationsschäden als größte Befürchtung. Tatsächlich berichten Betroffene deutlich seltener von negativer Öffentlichkeitswirkung (25 %), dem Verlust von Geschäftspartnern (21 %) oder Kunden (18 %). Die Außenwirkung wird damit häufig überschätzt, während finanzielle und operative Folgen schwerer wiegen.

Cyber-Security wird in deutschen KMU zunehmend zur Managementaufgabe. Nach einem Angriff koppeln 41 % der Unternehmen die Vergütung der Führungsebene an Cyber-Security-Ziele (global: 32 %). Damit wandert Cyber-Resilienz von der IT-Abteilung in die strategische Unternehmenssteuerung.

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