Brand: Entrauchung rettet Leben

07.02.2013

© chrissgrey - Fotolia.com

Die größte Gefahr für Menschenleben sind im Brandfall nicht Flammen, sondern der hochgiftige Rauch. In verrauchten Räumen bedeuten schon wenige Atemzüge Bewusstlosigkeit und die Verätzung der Lungen. Zusätzlich kontaminiert und korrodiert der toxische Rauch alle Geräte und Güter im Umkreis sowie die komplette Gebäudehülle.

(fw/db) Die VdS Schadenverhütung GmbH (VdS), ein Unternehmen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), meldet die Überarbeitung des Standardwerks für Entrauchung von Gebäuden. Brandrauch gefährdet Menschenleben sehr viel stärker als das Feuer an sich - [Rauch- und Wärme-Abzugsanlagen](http://de.wikipedia.org/wiki/Rauch-undW%C3%A4rmeabzug "Link zu Wikipedia "Rauch- und Wärmeabzug"") (RWA) sind hier das optimale Gegenmittel.

"Ein einziges Kilo Kunststoff erzeugt bei Verbrennung bis zu 2.500 Kubikmeter hochgiftiger Rauchgase", warnt die Expertin Alwine Hartwig, Brandschutz-Ingenieurin bei VdS (Vertrauen durch Sicherheit). "Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, die Rauch und auch die in den Gasen gespeicherte Hitze automatisch aus Gebäuden entfernen, werden deshalb immer öfter nicht nur von Sicherheitsverantwortlichen, sondern auch bauaufsichtlich gefordert."

Das Standardwerk für die Planung und den Einbau dieser Anlagen, die "VdS 2098 - Richtlinien für Planung und Einbau von RWA" wurde jetzt im Januar 2013 neu herausgegeben und sind bestellbar.

"Die VdS 2098 baut auf der DIN 18232-2 auf und wurde um VdS-Anforderungen erweitert. Zum einfacheren Verständnis ist der DIN-Teil in schwarz gehalten, die VdS-Empfehlungen in blau", erläutert Expertin Hartwig.

Anwender erhalten also zur VdS 2098 auch die DIN 18232-2 gleich mit dazu. VdS-Ergänzungen umfassen beispielsweise Hinweise zu Rauchschürzen und Ansteuerung sowie zur Entrauchung von Zwischendecken. Technische Änderungen waren nach Angaben der Kölner Expertin auch im Bereich Zuluft oder bei Rauchabschnittsvergrößerungen nötig.

finanzwelt-Tipp: Versicherungsvermittler mit einem Schwerpunkt in der Wohn- und Geschäftsgebäudedeckung sollten ihre Kunden auf die neue Richtlinie hinweisen. Im Sinne einer guten Kundenberatung über Prävention und Schadensverhütung sollte eine Überprüfung bestehender Brandschutz- und Entrauchungs-Anlagen empfohlen werden, ob diese den neuen Normen entsprechen. Änderungen in den Sicherheitsnormen sind immer ein guter und vor allem wichtiger Anlass für die Vereinbarung von Beratungsterminen.

Dietmar Braun, Redakteur finanzwelt

VdS Schadenverhütung GmbH

Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.