Deutsche Nachhaltigkeit AG zum Aufbau eines skalierbaren Impact-Portfolios im Jahr 2025

15.01.2026

Foto: © Deutsche Nachhaltigkeit

Deutsche Nachhaltigkeit AG erweitert ihr Impact-Portfolio um vier neue Beteiligungen und führt ein standardisiertes Bewertungsverfahren ein, das auf die UN-Nachhaltigkeitsziele abgestimmt ist.

Der europäische Markt für privates Impact Investing hat sich innerhalb von zwei Jahren auf 190 Milliarden Euro verdoppelt – dennoch steuerte Deutschland 2021 lediglich 7 Milliarden Euro zum 243 Milliarden Euro schweren Markt für nachhaltigkeitsorientierte Fonds des Kontinents bei. Die Deutsche Nachhaltigkeit AG arbeitet daran, diese Lücke zu schließen. Das Frankfurter Unternehmen beendete das Jahr 2025 mit vier neuen Portfoliounternehmen, einem proprietären Impact-Messsystem und einer Vorstandsberufung, die Ambitionen über die deutschen Grenzen hinaus signalisiert.

Ole Nixdorff, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Nachhaltigkeit AG, bezeichnete das Jahr als richtungsweisend. „Wir haben unsere Impact-Investing-Strategie konsequent umgesetzt und weiter verfeinert", erklärte er. „Durch die Kombination von Beratungsexpertise mit Eigenkapitalbeteiligung unterstützen wir aktiv die Entwicklung und Impact-Performance unserer Portfoliounternehmen."

Was trieb die Portfolioerweiterung der Deutsche Nachhaltigkeit AG an?

Die Deutsche Nachhaltigkeit AG erwarb 2025 Beteiligungen an Save the Water, SUSMATA, EcoMotion und Tridi Solutions. Statt die Investitionen in einem einzelnen Sektor zu bündeln, verteilte das Unternehmen das Kapital auf Wasserkonservierung, Kreislaufwirtschaftsmaterialien, urbane Mobilität und KI-gestütztes Gesundheitswesen.

Die Marke SOAPEYA von Save the Water produziert wasserlose Handhygieneprodukte für Regionen, in denen Wasserknappheit den Zugang zu Sanitärversorgung einschränkt. SUSMATA verarbeitet landwirtschaftliche Reststoffe zu Materialien wie „Wastea", einer plastikfreien Lederalternative aus Teerückständen mit günstigem CO₂-Fußabdruck im Vergleich zu synthetischen Alternativen. Die automatisierte Parktechnologie von EcoMotion adressiert zwei urbane Herausforderungen gleichzeitig: Raumeffizienz und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Tridi Solutions ist im Bereich chirurgische KI tätig und bietet Echtzeit-Entscheidungsunterstützung zur Reduzierung operativer Komplikationen.

Jede Akquisition folgt einem Muster: bewährte Technologie, die ein messbares Problem mit klarer SDG-Ausrichtung adressiert. Mordor Intelligence prognostiziert, dass der breitere Impact-Investing-Markt bis 2030 2,08 Billionen US-Dollar erreichen wird, wobei Gesundheitswesen und nachhaltige Landwirtschaft zu den am schnellsten wachsenden Segmenten zählen. Das Portfolio der Deutsche Nachhaltigkeit AG berührt nun mehrere dieser wachstumsstarken Branchen.

Wie adressiert das Venture Impact Assessment Glaubwürdigkeitslücken der Branche?

Impact Washing gilt als drängendstes Problem des Sektors. Laut GIIN identifizierten 71 Prozent der befragten Investoren es als problematisch, mehr als die Hälfte sieht eine Verschärfung des Problems. Die Antwort der Deutsche Nachhaltigkeit AG war die Entwicklung des Venture Impact Assessment-Rahmenwerks gemeinsam mit der Nachhaltigkeitsberatung p17.

VIA wendet 40 ESG-Kriterien an, die auf die UN-Nachhaltigkeitsziele abgestimmt sind, und generiert Scores, die zwischen positiven und negativen Impact-Profilen unterscheiden und gleichzeitig die Wirkungsgröße quantifizieren. Wirtschaftlichkeitsprognosen laufen parallel zu Impact-Kennzahlen, sodass die finanzielle Tragfähigkeit Teil des Auswahlprozesses bleibt.

Was VIA von generischen ESG-Bewertungen unterscheidet, ist seine Funktion sowohl als Einstiegsfilter als auch als fortlaufendes Monitoring-Instrument. Portfoliounternehmen unterliegen nach der Investition denselben Bewertungskriterien, wodurch Rechenschaftsmechanismen entstehen, die vielen Impact-Fonds fehlen. Alle aktuellen Beteiligungen der Deutsche Nachhaltigkeit haben den Prozess mit positiven Ergebnissen durchlaufen.

Europäische Regulierungsbehörden drängen den Markt in Richtung solcher Stringenz. Die SFDR-Artikel-9-Klassifizierung verlangt von Fonds den Nachweis, dass nachhaltige Investitionen ein Kernziel darstellen und kein Marketing-Überzug sind. Market Data Forecast erwartet ein Wachstum des europäischen Impact Investing von 1,08 Billionen US-Dollar 2025 auf 2,1 Billionen US-Dollar bis 2033, wobei regulatorischer Druck die institutionelle Adoption beschleunigt.

Warum ist die Berufung von Dr. Andreas Rickert bedeutsam?

Dr. Andreas Rickert bringt Referenzen mit, die nur wenige deutsche Impact-Investing-Führungskräfte vorweisen können. Er gründete PHINEO 2010 nach Stationen bei McKinsey, der Weltbank und der Bertelsmann Stiftung. Seine aktuellen Funktionen umfassen den Vorstandsvorsitz der Bundesinitiative Impact Investing, Deutschlands zentraler Kompetenzplattform für nachhaltiges Investment, sowie die Position als Co-CEO der Nixdorf Kapital AG, die Impact-Fonds mit einem Zielvolumen von 800 Millionen Euro verwaltet.

PHINEOs Ansatz zur Wirkungsmessung prägte deutsches philanthropisches Engagement und unternehmerische Spenden über mehr als ein Jahrzehnt. Rickerts Publikationen wurden zu SPIEGEL-Bestsellern. Sein Netzwerk erstreckt sich über die European Venture Philanthropy Association und das Impact Management Project – Organisationen, die Branchenstandards formen.

Für die Deutsche Nachhaltigkeit AG adressiert Rickerts Berufung eine spezifische Einschränkung: internationale Glaubwürdigkeit. Deutsches Impact Investing hat im Vergleich zu britischen, niederländischen und französischen Märkten etwas insulär operiert. Rickerts grenzüberschreitende Beziehungen im Impact Investing könnten sich als essenziell erweisen, wenn das Unternehmen Beteiligungen außerhalb Deutschlands anstrebt.

„Wir werden demonstrieren, dass positive Wirkung für Umwelt und Gesellschaft und wirtschaftlicher Erfolg sich gegenseitig verstärken und nicht ausschließen", erklärte Rickert. „Meine große Hoffnung ist, dass die signifikante Nachhaltigkeitswelle aus Deutschland und Europa kommt und nicht aus den Vereinigten Staaten."

Lesen Sie weiter auf der nächsten Seite