Deepfake-Detection Start-up sichert sich 1,7 Mio. Euro

12.03.2026

Das Team des Start ups Neuramancer AI Solutions GmbH. Foto: © Cindy Ngo

Die Neuramancer AI Solutions GmbH hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde von 1,7 Mio. Euro abgeschlossen. Das Start up hat sich darauf spezialisiert, KI-Deepfakes zu erkennen, was besonders im Kampf gegen Versicherungsbetrug eine wichtige Rolle spielt. Der Münchener Deep-Tech Frühphasen-Investor Vanagon Ventures führt die Runde als Lead Investor an und investiert gemeinsam mit Bayern Kapital und einem Konsortium aus weiteren VCs und Business Angels.

Deepfakes und KI-Manipulationen sind längst kein Medienthema mehr, sondern systemisches Risiko für Wirtschaft und Gesellschaft. Laut GdV belaufen sich Schäden durch Versicherungsbetrug jährlich auf Milliarden und generative KI treibt dies weiter an. Versicherer berichten von signifikanten Zuwächsen synthetisch erzeugter Schadensbilder die von gefälschten Schadensfotos bis manipulierten Video-Calls reichen. Mit der steten Verbesserung von KI-Modellen wird die Identifikation von Fälschungen jedoch immer schwieriger.

Aufbauend auf Jahren der Forschung hat Neuramancer eine hochpräzise Erkennungslösung entwickelt, die statistische Artefakte im Bild-/Videorauschen analysiert. Dieser inhaltsunabhängige Ansatz verschafft Neuramancer einen strukturellen Vorsprung in einem Markt, in dem rein semantische KI-Detektion zunehmend an Grenzen stößt. Doch Erkennung alleine reicht nicht. Neuramancers forensische Analyseberichte erklären klar, wie und wo Medien manipuliert wurden, und liefern damit Hinweise für gezielte Betrugsbekämpfung.

„Der Markt für Deepfake-Detection steht erst am Anfang einer massiven Wachstumsphase – Analysten erwarten in den kommenden Jahren ein Milliardenvolumen. Gleichzeitig steigen regulatorische Anforderungen an nachvollziehbare und vertrauenswürdige KI-Systeme deutlich. Während viele Anbieter auf intransparente Black-Box-Modelle setzen, verfolgen wir einen wissenschaftlich fundierten, vollständig transparenten Ansatz. Für uns ist klar: Europäische, erklärbare KI wird zu einem strategischen Wettbewerbsvorteil für Unternehmen, die sich gegen synthetische Manipulation absichern müssen“, sagt Co-Founderin Anika Gruner.

„Immer bessere KI-Modelle fluten die Wirtschaft mit täuschend echten Fälschungen, der Markt für Deepfake-Erkennung wächst massiv. Wir sehen in Neuramancer einen der technologisch führenden Ansätze in der forensischen KI-Detektion in Europa. Neuramancer überzeugt dabei mit inhaltsunabhängiger, international skalierbarer Technologie, nachvollziehbarer Forensik und außergewöhnlich niedriger Falsch-Positiv-Rate – entscheidende Faktoren für den produktiven Einsatz im großen Stil“, erklärt Susanne Fromm, Co-Founder & General Partner, Vanagon VC.

Mit dem neuen Jahr stellt Neuramancer sich konsequent ins Zeichen der Kommerzialisierung – und dies mit einem erfahrenen Neuzugang: Martin Sondenheimer (ehemals Munich Re/Allianz) wird als Chief Commercial Officer das Führungsteam verstärken und die Markterschließung und Skalierung von Neuramancer vorantreiben. Neben den Lead Investoren komplettieren der neu gegründete ZOHO.VC aus Nürnberg sowie das Family Office Lightfield Equity das Konsortium. Außerdem wird das Gründungsteam künftig von Senior Executives aus den Bereichen Financial Services, Big-Tech Management sowie von renommierten Plattformgründern als Business Angels unterstützt. (mho)