GDV kritisiert Politik gegen Vorsorgesparer

07.02.2013

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Die deutsche Versicherungswirtschaft erwartet für 2012 eine stabile Geschäftsentwicklung trotz der Folgen aus der Finanzmarktkrise. Die Niedrigzinspolitik zum Abbau der Staatsschulden belaste einseitig die Vorsorgesparer, der Verband fordert eine Umkehr in der expansiven Geldpolitik.

(fw/db) Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) meldet, dass die Geschäftsentwicklung der deutschen Versicherer im Jahr 2012 stabil bleibt.

Die deutschen Versicherer verzeichnen spartenübergreifend einen Anstieg der Beitragseinnahmen um 1,5 Prozent von 178,1 auf 180,7 Milliarden Euro. Die Schaden- und Unfallversicherer erzielen bei den Beitragseinnahmen ein Plus von voraussichtlich 3,7 Prozent und damit das kräftigste Wachstum seit 1994. Die Privaten Krankenversicherer (PKV) erwarten einen Anstieg der Beitragseinnahmen von 3,4 Prozent.

In der Lebensversicherung ist im Geschäft gegen laufenden Beitrag zum zweiten Mal in Folge ein moderates Wachstum zu verzeichnen auf rund 64,3 Milliarden Euro (+0,6 Prozent). Die Einmalbeiträge sanken im aktuellen Geschäftsjahr von 22,9 auf 21,8 Milliarden Euro. Die gesamten Beitragseinnahmen in der Lebensversicherung (einschließlich Pensionskassen und -fonds) werden nach Erwartungen des GDV voraussichtlich um 0,7 Prozent auf 86,2 Milliarden Euro sinken.

"Trotz der besonderen Herausforderungen der Euroschuldenkrise ist die Geschäftsentwicklung der deutschen Versicherungswirtschaft in diesem Jahr zufriedenstellend", so Rolf-Peter Hoenen, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). "Wir sind für 2013 vorsichtig optimistisch, dass wir daran anknüpfen können."

Niedrige Zinsen belasten Altersvorsorge-Sparer

Die deutschen Lebensversicherer können im laufenden Jahr voraussichtlich eine Nettoverzinsung von etwa 4 Prozent auf ihre Kapitalanlagen erwirtschaften. Die Kapitalerträge liegen damit auch 2012 deutlich über den durchschnittlichen Garantieverpflichtungen der Lebensversicherer (aktueller durchschnittlicher Rechnungszins im Bestand: 3,2 Prozent).

"Sorgen, dass die Lebensversicherer ihre garantierten Leistungen kurz- und mittelfristig nicht mehr erbringen können, sind deshalb unbegründet", stellte Hoenen mit Blick auf die Berichterstattung der vergangenen Tage nochmals klar. "Unstrittig ist aber auch, dass die Niedrigzinsphase eine ernste Herausforderung für die deutsche Versicherungswirtschaft und eine Belastungsprobe für die private Altersvorsorge ist."

GDV-Chef Hoenen forderte deshalb erneut einen zügigen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik. "Die Risiken und Nebenwirkungen der Medizin, die zur Stützung von Banken und Staaten seit Ausbruch der Bankenkrise eingesetzt wird, sind schon lange bei den Sparern angekommen und belasten inzwischen auch die Lebensversicherungskunden in Deutschland deutlich."

Gesamtverband der Versicherungswirtschaft