GDV veröffentlicht Naturgefahrenreport 2012
07.02.2013
Die versicherten Naturgefahren in Deutschland zeigt im statistischen Überblick ein aktueller Bericht des Branchenverbands der Versicherer. Deutlich wird die große volkswirtschaftliche Leistung der Assekuranz, aber auch dass 10 Millionen Haushalte nicht über eine Deckung für Elementarschäden verfügen, obwohl diese Gefahren an jedem Standort, nach Verbandsangaben, versicherbar sind.
(fw/db) Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat heute in Berlin seinen Naturgefahrenreport 2012 veröffentlicht. Darin wird zum ersten Mal systematisch die Entwicklung der Sturm-, Hagel- und weiterer [Elementarschäden](http://de.wikipedia.org/wiki/Elementarschaden "Link to Wikipedia "Elementarschaden""), wie Hochwasser, Starkregen und Erdbeben, statistisch dargestellt. Die Auswertungen reichen zum Teil bis in das Jahr 1970 zurück. Ändern sich Anzahl und Intensität der Schäden hat dies unmittelbare Auswirkungen für dieAssekuranz.
"Kernkompetenz der Versicherungswirtschaft ist das systematische Erfassen und Bewerten von Schäden. Nur so lassen sich frühzeitig Änderungssignale bei den Naturgefahren erkennen", erläutert Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des GDV.
Sturm- und Hagelereignisse - 1,3 Millionen Schäden im Jahr
Im Schnitt regulieren die deutschen Versicherer jedes Jahr 1,3 Millionen Sturm- und Hagelschäden in privaten Haushalten. Die Entschädigungssumme liegt bei 1,1 Milliarden Euro im Jahr. Hinzu kommen noch weitere Elementarschäden mit einem Schadenaufwand von rund 250 Millionen Euro pro Jahr. Die Häufigkeit und das Ausmaß der Schäden durch Naturgefahren werden jedoch meist unterschätzt.
"Mit dem Report wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, ein erhöhtes Risikobewusstsein in der Öffentlichkeit, der Politik und Wissenschaft zu schaffen", so von Fürstenwerth.
Hagelschäden in der Landwirtschaft - Wetterextreme nehmen zu
Die Hagelversicherer schützen fast 8 Millionen Hektar Anbaufläche in Deutschland vor dem finanziellen Risiko eines Ertragsausfalls durch Hagelschäden. Im Schnitt erhalten die Landwirte 110 Millionen Euro Entschädigung pro Jahr. In den letzten Jahren stieg der Schadenbedarf jedoch immer weiter an. Wetterextreme nehmen zu. Die Landwirte müssen perspektivisch vor allem mit Schäden durch Starkniederschlag und Trockenheit rechnen. Aber auch solche Schäden sind versicherbar.
"Die jüngste Entscheidung des Gesetzgebers, alle landwirtschaftlichen Versicherungen für Naturgefahren steuerlich gleich zu behandeln, eröffnet die Möglichkeit für neue Mehrgefahrenkonzepte. Damit findet Deutschland Anschluss an die Versicherungslösungen unserer europäischen Nachbarn", sagt von Fürstenwerth.
Blitz- und Überspannungsschäden - große regionale Unterschiede
Bei Blitz- und Überspannungsschäden gibt es große regionale Unterschiede. Betroffen sind vor allem der Bayerische Wald, das Erzgebirge und Gebiete nahe der niederländischen Grenze. Überspannungsschäden durch Blitz treten häufiger in ländlichen Regionen als in Städten mit sehr verzweigten Leitungsnetzen auf. In Spitzenmonaten werden den Hausratversicherern über 100.000 Schäden gemeldet.
Elementarereignisse - 99 Prozent der Gebäude sind versicherbar
Seit Beginn des Jahres 2000 erfasst die Versicherungswirtschaft systematisch Schadendaten zu Elementarereignissen, wie Hochwasser, Starkregen, Schneedruck und Erdbeben. Solche Naturgefahren können überall in Deutschland Schäden anrichten. Rund 15,3 Millionen Wohngebäude sind gegen Sturm- und Hagelschäden versichert.
Über 10 Millionen Hausbesitzer gehen jedoch bei Schäden durch Elementarereignisse, wie etwa Starkregen oder Schneedruck, leer aus. "Ihnen fehlt die notwendige Elementarschadendeckung, obwohl nahezu 99 Prozent der Gebäude problemlos versicherbar sind", so von Fürstenwerth.
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Der Naturgefahrenreport 2012 hier im Internet als Download

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