Hannover Rück mit solider Vertragserneuerung

07.02.2013

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Die Hannover Rück bewahrt eine gute Ratenqualität in der Vertragserneuerungsrunde zum 1.1.2013. Die Prämien haben sich leicht verbessert durch Ratensteigerungen in schadenbelasteten Bereichen. Deutliche Steigerungen ergaben sich im globalen Transportgeschäft nach Schäden in 2012. Für 2013 erwartet der Rückversicherer ein gutes Ergebnis in Höhe von 800 Millionen Euro.

(fw/db) Die Hannover Rückversicherung AG (Hannover Re) meldet eine risikogerechte und angemessene Prämiensteigerung in der Vertragserneuerungsrunde zum 1.1.2013 aufgrund einer soliden Zeichnungspolitik.

"Obwohl das Umfeld deutlich wettbewerbsintensiver als noch im Vorjahr war, konnten wir durch selektives Zeichnungsverhalten ein Preisniveau erreichen, das der Qualität des guten Jahres 2012 mindestens gleichwertig ist", erklärte Ulrich Wallin, Vorstandsvorsitzender Hannover Rückversicherung AG.

Stabilisierend auf die Prämien wirkte sich der Hurrikan "Sandy" aus, der in 2012 zu deutlichen Belastungen für die (Rück-)Versicherungsindustrie geführt hatte. Ratenerhöhungen waren in schadenbelasteten Programmen zu verzeichnen; besonders signifikant fielen diese im Transportgeschäft aus. Auch im Bereich der nicht-proportionalen Deckungen im Kraftfahrtgeschäft in Großbritannien stiegen die Preise für Rückversicherungsdeckungen merklich an, sodass die Hannover Rück-Gruppe ihr Engagement hier weiter ausgeweitet hat.

"Sehr erfreulich entwickelte sich auch unser Geschäft in Nordamerika. Hier sind wir um 14 Prozent gewachsen", erläuterte Wallin zur aktuellen globalen Geschäftsentwicklung.

Vom gesamten Vorjahres-Prämienvolumen in der Schaden-Rückversicherung (ohne fakultatives Geschäft und strukturierte Rückversicherung) in Höhe von 5.826 Millionen Euro standen zum 1. Januar 2013 knapp zwei Drittel der Verträge mit einem Volumen von insgesamt 3.785 Millionen Euro zur Erneuerung an. Hiervon wurden Verträge im Umfang von 3.476 Millionen Euro verlängert, Verträge in Höhe von 308 Millionen Euro hingegen gekündigt oder in veränderter Form erneuert. Inklusive der Zuwächse von 348 Millionen Euro aus neuen oder veränderten Verträgen und dank verbesserter Preise ergibt sich damit ein erneuertes Prämienvolumen von 3.824 Millionen Euro.

Finanzstärke ist auch in der Rückversicherung ein Wettbewerbsvorteil

Die Vertragserneuerungen zeigten abermals, dass die Finanzstärke in der Rückversicherung für Kunden eine unverändert große Bedeutung hat. Die Hannover Rück ist mit ihren hervorragenden Ratings in der Stufe "AA-", als Note "Very Strong" von Standard & Poor’s und "A+", als Bewertung "Superior" von A.M. Best exzellent positioniert und erhält als finanzstarkes Unternehmen das gesamte Geschäftsspektrum angeboten und zugeteilt. Insbesondere die Heraufstufung des A.M. Best-Ratings im September 2012 hat die Vertragserneuerung in den USA positiv unterstützt.

Ein deutlicher Wettbewerb kennzeichnete nach Angaben der Hannoveraner Rückversicherer auch die Erneuerungsrunde in Deutschland, zumal große Erstversicherungsgruppen weniger Geschäft in Rückdeckung gegeben haben. Verbessert hat sich nach Unternehmensangaben nochmals die Situation in der Kraftfahrtversicherung; hier vor allem im Haftpflichtbereich. Das Prämienvolumen für das Deutschlandgeschäft ging leicht zurück.

Angesichts der historisch hohen Großschadenbelastung im Transportgeschäft durch die Havarie des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" und den Hurrikan "Sandy" stiegen die Raten deutlich an. Bei schadenbelasteten Programmen erhöhten sie sich im Bereich von 25 bis 40 Prozent. Und auch bei Verträgen, die nicht von den Großschäden belastet waren, konnten Prämienerhöhungen von durchschnittlich 10 Prozent erreicht werden. Das Prämienvolumen für das Transportgeschäft stieg an.

Positiver Ausblick für 2013

Angesichts der zufriedenstellenden Ergebnisse der Vertragserneuerung zum 1. Januar 2013 rechnet die Hannover Rück mit einem guten Geschäftsjahr in der Schaden-Rückversicherung. Insgesamt sollten die Aussichten in der Versicherungstechnik in etwa mit denen des Jahres 2012 vergleichbar sein.

"Mit Blick auf wettbewerbsintensivere Bedingungen in der Schaden-Rückversicherung sehen wir uns dank unserer geringen Kostenquote gut positioniert", hob Wallin hervor.

Weiteres Wachstumspotenzial sieht die Hannover Rück im Geschäft der landwirtschaftlichen Risiken, in Lateinamerika, den Ländern Zentral- und Osteuropas sowie in den Retakaful-Märkten.

Die Hannover Rück erwartet für das Geschäftsjahr 2013 eine Steigerung des Bruttoprämienvolumens von 5 Prozent. Für die Schaden-Rückversicherung wird ein Prämienwachstum zwischen 3 bis 5 Prozent, in der Personen-Rückversicherung von 5 bis 7 Prozent erwartet.

"Für die Schaden-Rückversicherung gilt in der gegenwärtigen Marktsituation jedoch umso mehr, dass die Qualität des Geschäfts wichtiger ist als das Volumen, selbst wenn das bedeuten sollte, dass wir unser Prämienwachstumsziel nicht erreichen", betonte Wallin.

Als Kapitalanlagerendite strebt der deutsche Rückversicherer 3,4 Prozent an, die Hannover Rück erwartet für das Geschäftsjahr 2013 einem Netto-Konzerngewinn von rund 800 Millionen Euro.

Dietmar Braun, Redakteur finanzwelt

Hannover Rückversicherung AG (Hannover Re)

Standard & Poor’s

A.M. Best