Langfristvorsorge und Alterssicherung zugleich

30.05.2013

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Aufgrund der Absenkung der Garantie für klassische Lebensversicherungen (LV) auf 1,75 % verloren die Versicherungsgesellschaften ein äußerst wichtiges Verkaufsargument. Dies gilt insbesondere für die Konkurrenz zu Fonds.

Andererseits wird gerade die Absicherung biometrischer Risiken wie Tod oder Altersvorsorge für die heutigen Berater zu einem wichtigen und entscheidenden Geschäftsfeld. Denn gerade auf Seiten der Kunden ist bei diesen Thema der Beratungsbedarf besonders hoch.

Auch wenn sich die klassische LV nur noch schlecht verkauft, gilt dies nicht für die fondsgebundenen Lebensversicherungen (FLV). Denn diese fallen nicht unter die neuen Aufsichtsregelungen der Solvency II und den überarbeiteten Vorschriften, die künftig für die Bilanzierung der klassischen LV gelten. Ein weiteres Problem: Auch wenn den Kunden selbst bewusst ist, dass sie zur Absicherung und zur Altersvorsorge etwas unternehmen müssen, wird das Thema FLV seitens der Makler zu selten angesprochen. Mangelndes Problembewusstsein bei den Kunden ist auch vielfach der Todesfallschutz – eine Vorsorge, die jeder benötigt, wenn er Verantwortung für andere trägt. Daher muss das Thema LV bei den Kunden noch besser von den Maklern positioniert werden.

Planvoller Vermögensaufbau und Kapitalerhalt. Makler können die entscheidenden Vorteile, die für eine FLV sprechen, zu einem Dauerbrenner bei ihren Kunden machen. Dagegen braucht das Prinzip des Klassikers Risiko-Lebensversicherung gegenüber dem Kunden nicht mehr intensiv erklärt werden. Vielmehr liegt der Schwerpunkt in der Absicherung der Familie in Verbindung mit der privaten Altersvorsorge. Ein optimales Ergebnis dieser Kombination lässt sich durch eine Lebensversicherung erzielen, die auf verschiedenen Fonds aufgebaut ist. Zwar darf hierbei durch den Berater keinesfalls die Rente eines Kunden in Frage gestellt werden, aber ein deutlicher Hinweis auf die ständigen Senkungen des gesetzlichen Rentenniveaus ist immer angebracht.

Schon heute muss ein Beitragszahler einen Rentner finanzieren. Aufgrund der künftigen Demographie wird in ca. 5 Jahren die Anzahl der zu finanzierenden Rentner bereits auf zwei ansteigen, auch das ist kein Geheimnis mehr. Doch dies ist nicht das alleinige Problem: Durch frühzeitige Berufsunfähigkeiten sind die wenigsten Beitragszahler in der Lage, in ihrem Versicherungsleben 40 Beitragsjahre nachzuweisen. Dabei erwirbt man erst nach 45 Jahren Beitragszeit eine Höhe von derzeit 67 % des letzten Nettoeinkommens. Noch schlimmer trifft es Witwer und Witwen, sie erhalten nur noch eine Rente in Höhe von 55 %.

Eine fondsgebundene Lebensversicherung dient heute zur sinnvollen Altersvorsorge und Familienabsicherung. Zu diesem Ergebnis kam eine aktuelle Maklertrendstudie 2012/2013, die im Auftrag der maklermanagement.ag unter 300 Versicherungsexperten von April bis Juni 2012 durchgeführt wurde. In diesem Zusammenhang halten 87 % aller Makler biometrische Risikoprodukte für den Hauptumsatzträger in den nächsten Jahren. Gerade die Konjunktureinbrüche der letzten Jahre erschrecken den Kunden bei der Absicherung, obwohl sich trotz aller Krisen noch immer gutes Geld an der Börse verdienen lässt: Kunden haben nämlich die Möglichkeit, auf ein Bündel in ausgewählte Fonds zu setzen. Und hier eignet sich die FLV bestens.

Den DAX in einem Topf. Der größte Vorteil für den Kunden ist, dass er sich mit der FLV sein Kapital langfristig am Markt sichern kann, denn selbst Problemphasen am Kapitalmarkt lassen sich dadurch ohne größere Rückschläge oder finanziellen Blessuren überstehen. Zudem besteht durch die FLV die Möglichkeit einer breiten Streuung des Fondsinvestments, im Gegensatz zur Anlage in Einzelwerte, denn hier muss der Investor nicht nur sein Depot börsentäglich im Auge behalten, auch die momentanen Achterbahnmärkte sind eine zu große Gefahr, wegen fehlender oder nicht rechtzeitiger Umschichtung sein gesamtes Einzelinvestment zu verlieren.

Da das gesamte Management bei FLV durch erfahrene Fondsmanager übernommen wird, können zusammen mit dem Versicherungsnehmer selbst in schwierigen Zeiten überdurchschnittliche Renditen erwirtschaftet werden. Auch wenn sich Versicherungskunden heute noch an den eisernen Grundsatz halten sollten, Geldanlage und Absicherung strikt voneinander getrennt zu halten, gilt dies nur eingeschränkt für die FLV. Denn der zu erwartende Anstieg der Inflation wird zu einer Art Geldentwertung bei den Sparern führen, die ihr Kapital in Zinsanlagen gesteckt haben. Kunden, die hingegen am Aktienmarkt investieren – und nichts anderes geschieht bei der fondsgebundenen LV – können weiter mit hohen Wertsteigerungen rechnen. Daher eignen sich gerade in turbulenten Zeiten bodenständige Sparpläne, die als Fondsanlage angelegt sind. Auch dies ist mit einer FLV möglich. Auf diese Weise haben Kunden die Möglichkeit, monatlich einen kleinen und festen Betrag renditeträchtig einzuzahlen.

Zielsparen bei hoher Sicherheit und gleichzeitigem Inflationsschutz. Nicht nur bei Maklern stehen Biometrieprodukte hoch im Kurs, auch die Lebensversicherer haben diese für sich entdeckt. Hier ist inzwischen ein großes Potenzial entstanden, auf das die jeweiligen Anbieter mit zahlreichen Tarifmodellen reagiert haben. Auch wenn bislang galt, dass die Gewinnchancen bei der fondsgebundenen LV einhergehen mit dem Risiko, bei einer schlechten Fondsentwicklung Verluste zu erleiden, so werden inzwischen Tarifmodelle angeboten, die einen gewissen Vermögensschutz garantieren – es droht kein Totalverlust der eingezahlten Beiträge.

  • Fondgebundene LVs legen entweder nur einen Teil der Beiträge in Fondsanteilen an oder die Sparanteile werden in sogenannte „Garantiefonds“ investiert.
  • Bei der Fondspolice mit garantiertem Kapitalerhalt werden zum Ablauf als Mindestwert die eingezahlten Beiträge garantiert – ein Börsencrash soll also nicht zu Kapitalverlust führen.
  • Bei der Fondspolice mit garantierter Mindestverzinsung wird eine Verzinsung von bis zu 1,75 % pro Jahr auf den Sparanteil der Beiträge gegeben. Gleichzeitig erfolgt eine Anlage der nicht für die Darstellung der Garantie benötigten Gelder in Investmentfonds nach Wahl des Anlegers. Zum Ablauf der Versicherung wird der jeweils höhere Betrag ausgezahlt: entweder der garantierte Mindestbetrag oder der höhere Wert der Investmentfonds.
  • Bei der Fondspolice mit Höchstkursgarantie wird zweimal pro Monat der Kurs genommen und bleibt als Mindestwert des Anteils über die gesamte Laufzeit bestehen. Somit ist es möglich, Renditechance und Sicherheit optimal miteinander zu verbinden. Hinter dieser Garantie stehen z. B. die französische Großbank Société Générale oder die Fondsgesellschaft DWS.

Bei der fondsgebundenen Lebensversicherung steht somit der langfristige Kapitalaufbau im Vordergrund. Dabei bestimmt der Kunde mit dem Berater, wie sein Geld angelegt werden soll. Und das bei gleichzeitig maximaler Flexibilität, denn der Kunde kann jederzeit sein Geld entnehmen, Geld zuzahlen oder seine Veranlagung ändern. Die fondsgebundene Lebensversicherung geht flexibel auf die individuellen Bedürfnisse des Versicherungsnehmers ein und sorgt gleichzeitig für dessen Risikoabsicherung. Der Kunde hat die Auswahl zwischen fertigen Produktlösungen und flexibel kombinierbaren Fondsbausteinen. Und ganz nebenbei genießt er noch Versicherungsschutz – individuell und nach Maß.

(Dietmar Kern)

Fondsgebundene Lebensversicherungen - Printausgabe 03/2013

http://finanzwelt.de/wp-content/uploads/Fondsgebundene_Lebensversicherungen.pdf