Munich Re fordert mehr Schadensprävention
07.02.2013

© olly - Fotolia.com
Durch eine Reihe folgenreicher Wetterkatastrophen lag der Anteil der USA an den globalen Schäden aus Naturkatastrophen im Jahr 2012 noch höher als sonst. Weltweit verursachten Naturkatastrophen im vergangenen Jahr gesamtwirtschaftliche Schäden von 160 Milliarden US-Dollar, die versicherten Schäden betrugen 65 Milliarden US-Dollar.
(fw/db) Die Munich Re meldet im Naturkatastrophen-Bericht 2012, dass 67 Prozent der Gesamt- und 90 Prozent der versicherten Schäden auf die USA entfielen - im Durchschnitt sind es etwa 32 bzw. 57 Prozent. Der größte versicherte Schaden des Jahres entstand durch Hurrikan Sandy mit voraussichtlich etwa 25 Milliarden US-Dollar.
"Die hohen Schäden durch Wetterkatastrophen in den USA haben gezeigt, dass stärkere Anstrengungen zur Schadenprävention nötig sind", sagte Torsten Jeworrek, Vorstand der Munich Re. "Es wäre mit Sicherheit möglich, Ballungsräume wie New York besser vor den Folgen von Sturmfluten zu schützen. Dies wäre volkswirtschaftlich sinnvoll, und Versicherer könnten eine geringere Schadenanfälligkeit auch bei der Preisgestaltung berücksichtigen."
2012 weniger Schäden als im Vorjahr
Insgesamt fiel die Schadensbilanz 2012 der Munich Rück deutlich glimpflicher aus als im Vorjahr 2011. Damals hatten die Gesamtschäden rund 400 Milliarden US-Dollar betragen, die versicherten Schäden 119 Milliarden US-Dollar - ebenfalls ein Rekordwert. Im Langfristvergleich lagen die Schadenssummen 2012 über den Durchschnittswerten der vergangenen zehn Jahre von 50 Milliarden US-Dollar bei den versicherten Schäden und etwas unter den Durchschnittswerten von 165 Milliarden US-Dollar bei den volkswirtschaftlichen Schäden.
9.500 Menschen kamen im vergangenen Jahr bei Naturkatastrophen ums Leben. Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre waren es 106.000 Tote. Der Grund für die relativ geringe Opferzahl: 2012 ereigneten sich wenige Naturkatastrophen in Schwellen- und Entwicklungsländern, wo Naturkatastrophen zumeist viel schwerwiegendere humanitäre Folgen haben.
Hurrikan Sandy dominiert Schadens-Bilanz
Zur Schadenstatistik 2012 trug allein Hurrikan Sandy eine Summe von etwa Milliarden US-Dollar bei den volkswirtschaftlichen und voraussichtlich rund 25 Milliarden US-Dollar bei den versicherten Schäden bei. Durch die schwierige Schadenerhebung ist die Schätzung immer noch mit großer Unsicherheit behaftet. Ohne diesen außergewöhnlichen Sturm wäre 2012 ein sehr schadenarmes Jahr gewesen.
"Sandy hat mit seiner Flutwelle New York voll getroffen. Vor allem die Verkettung mit der Springflut ist ein außergewöhnlicher Umstand. Aber auch solche Aspekte müssen bei der Bewertung von Risiken für Ballungszentren berücksichtigt werden", sagte Prof. Peter Höppe, Leiter der Geo-Risiko-Forschung von Munich Re.
Insgesamt zeigten die Schäden eine hohe Schadenanfälligkeit insbesondere der Infrastruktur. Bevor Sandy auf die Nordostküste der USA traf, hatte der Sturm bereits in der Karibik eine Spur der Zerstörung hinterlassen. Auf Haiti, Jamaika, Kuba und anderen Inseln in der Karibik kamen rund 80 Menschen ums Leben, insgesamt waren es 210. Selbst in Kanada verursachte der Sturm noch einen versicherten Schaden von rund 100 Milliarden US-Dollar.
Weniger Katastrophen in Asien
In der Region Asien und Pazifik ereigneten sich 2012 deutlich weniger folgenschwere Naturkatastrophen, nachdem im Vorjahr insbesondere die schweren Erdbeben von Japan und Neuseeland die weltweite Schadenstatistik geprägt hatten. Im Dezember kamen auf den Philippinen beim Taifun Bopha über 1.000 Menschen ums Leben, viele gelten noch als vermisst. Dieser Sturm war damit die Naturkatastrophe des Jahres mit den schlimmsten humanitären Folgen, während aufgrund der geringen Versicherungsdichte die versicherten Schäden unbedeutend waren.
Europa wurde von Erdbeben erschüttert
In Europa waren zwei Erdbeben in der italienischen Region Emilia Romagna im Mai die teuersten Ereignisse. Von Mai bis Juli wurde in der Region östlich der Stadt Modena, einem moderat erdbebengefährdeten Gebiet, eine ganze Serie von Erdstößen registriert. Die schwersten Beben mit Magnituden von 5,9 und 5,8 ereigneten sich am 20. und am 29. Mai. In der Region wurden zahlreiche Gebäude, darunter viele kulturhistorisch bedeutsame Bauten, zerstört. In den vielen kleineren Gewerbegebieten der ländlichen Region wurden viele Betriebe beschädigt. Der Gesamtschaden aus beiden Beben beträgt rund 16 Milliarden US-Dollar, der versicherte Schaden 1,6 Milliarden US-Dollar.
Dietmar Braun, Redakteur finanzwelt
finanzwelt-Leserservice:
Download Übersicht Munich Re Naturkatastrophen 2012

VPV mit neuer Rechtsschutz-Versicherung









