Nachhaltigkeits-Report 2026

27.01.2026

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Der fünfte Nachhaltigkeits-Report von Franke und Bornberg untersucht 48 Versicherungskonzerne, hinter denen 214 Versicherer stehen. Das Ergebnis: Die Branche setzt auf nachhaltige Strategien, reduziert Emissionen und investiert gezielter. Doch die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) bringt nicht nur Struktur, sondern auch neue Herausforderungen.

„Die CSRD sollte für mehr Vergleichbarkeit sorgen. Tatsächlich entstehen durch die Wesentlichkeitsanalyse neue Lücken", sagt Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. „Versicherer berichten nur noch zu Themen, die sie als wesentlich einstufen. Gerade bei Verbräuchen wie Papier, Wasser oder Abfall fehlen dadurch wichtige Daten – obwohl diese Themen für die Nachhaltigkeit nach wie vor relevant sind."

Emissionen sinken – aber die Messbarkeit bleibt herausfordernd

Positiv entwickeln sich die Emissionen aus dem eigenen Geschäftsbetrieb. 90 Prozent der untersuchten Versicherer berichten zu Scope 1 und 2, immerhin 85 Prozent auch zu Scope 3. In Scope 1 und 2 liegt der niedrigste Verbrauch bei 0,21 t CO2e pro Mitarbeiter (Sparkassen-Versicherung Sachsen) und der Durchschnitt bei 1,02 t CO2e/ Mitarbeiter.

Nur wenige Versicherer berichten über ihre Reduktion seit dem Basisjahr 2019. Wer es tut, zeigt teils beachtliche Ergebnisse: Die HUK-COBURG, Sparkassen-Versicherung Sachsen und Zurich konnten ihre Gesamtemissionen um 49 Prozent, 65 Prozent beziehungsweise 69 Prozent senken.

„Wir sehen deutliche Fortschritte bei der Reduktion betrieblicher Emissionen. Allerdings variiert die Erfassung in Scope 3 noch stark – was die Vergleichbarkeit erschwert", erläutert Franke.

Kapitalanlage als zentraler Hebel – mit wachsender Transparenz

Versicherer weisen in ihrem operativen Geschäft einen geringen ökologischen Fußabdruck auf, insbesondere bei CO2-Emissionen. Der größte Hebel für Nachhaltigkeit liegt daher in der Kapitalanlage, wo durch die Investition die eigentliche Wirkung erzielt werden kann. Über 90 Prozent der Versicherer setzen auf Positivkriterien oder Ausschlüsse. Dabei wird der Ausschluss von Kohle mit 71 Prozent am häufigsten genannt.

33 der 48 Konzerne erfassen bereits die finanzierten Emissionen nach dem Standard des Partnership for Carbon Accounting Financials (PCAF). Die CO2-Intensität des Kapitalanlageportfolios zeigt dabei erhebliche Unterschiede: Sie variiert zwischen 8,5 t CO2e/Mio. Euro (VHV) und 1.293 t CO2e/Mio. Euro (VGH).  Die Berechnung hängt stark von der Qualität der Drittdaten ab, die Vergleichbarkeit wird zudem durch unterschiedliche Berechnungsmethoden erschwert. Dennoch zeigt sich ein klarer Trend: Versicherer, die konsequent Nachhaltigkeitskriterien in der Kapitalanlage umsetzen, weisen häufig eine niedrigere CO2-Intensität aus. „Kapitalanlagen bieten Versicherern den wirkungsvollsten Ansatzpunkt", erklärt Franke. „Durch konsequent nachhaltige Investments lässt sich die notwendige Transformation am besten unterstützen."

Ressourcenmanagement: Transparenz nimmt ab

Beim Energieverbrauch zeigt sich noch eine breite Datenbasis. Der durchschnittliche Energieverbrauch liegt bei 10,7 MWh pro Mitarbeiter. Der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtverbrauch beträgt im Mittel 46 Prozent, beim Strom bereits 96 Prozent.

Kritisch wird es bei anderen Verbrauchswerten: So machten nur noch 20 Prozent der Versicherer Angaben zum Papierverbrauch – im Mittel 63 kg pro Mitarbeiter, mit einer Bandbreite von 23 kg (uniVersa) bis 141 kg (HanseMerkur). Bei Wasser- und Abfallmengen ist die Berichtsquote ähnlich dünn.

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