Nichts geht ohne Daten!

30.04.2026

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Die Immobilienwelt ist im Wandel. Neue Assetklassen treten hinzu. So auch Datacenter. Laut Colliers erreichten Rechenzentren mit rund 1,2 Mrd. Euro einen Anteil von rund 5 % am gesamten Transaktionsvolumen in Deutschland, das insgesamt mehr als 25 Mrd. Euro umfasste.

Rechenzentren? Vor einigen Jahren in der Dimension noch relativ unbekannt, sind sie mittlerweile zu einem festen Be standteil der digitalisierten Welt geworden. Datenzentren sind ein relevanter, kritischer Standortfaktor fĂŒr Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft. Damit verknĂŒpft sind Fragen nach dem Netzausbau, der Energieknappheit und Regula torik. Und nicht zuletzt ist auch die Auswahl des Standorts wichtig fĂŒr die Effizienz der Rechenzentren. Laut Branchen verband Bitkom e.V. ist Deutschland mit aktuell ĂŒber 1,3 GW installierter IT-KapazitĂ€t der grĂ¶ĂŸte Rechenzentrums markt Europas. Tendenz wachsend.

GrĂ¶ĂŸe dominiert – Fokus Frankfurt und Berlin

Laut Katja Caspers, Senior Consultant Market Intelligence & Foresight bei Colliers, sticht die Dominanz großvolumiger GrundstĂŒcksdeals ins Auge. 62 % des Transaktionsvolumens entfĂ€llt auf das Segment zwischen 100 und 200 Mio. Euro. Diese Transaktionen betreffen ausschließlich groß volumige Hyperscaler-Projektentwicklungen. „Dreistellige MillionenbetrĂ€ge bei GrundstĂŒckstransaktionen außer halb urbaner Top-Lagen sind im Immobilienmarkt außer gewöhnlich“, betont Caspers. „Im Data-Center-Segment sehen wir diese GrĂ¶ĂŸenordnung inzwischen hĂ€ufiger.“

Regional sind Datacenter besonders an zwei deutschen Standorten zu finden. In Frankfurt und in Berlin. Der Groß raum Frankfurt verzeichnet sowohl die meisten als auch die volumenstĂ€rksten Transaktionen. „Im Großraum Frankfurt liegen die Preise vielfach zwischen 1.000 und ĂŒber 2.000 Euro pro Quadratmeter. Im Vergleich dazu werden Indust rie- und LogistikgrundstĂŒcke in der Frankfurter Region bei 350 Euro gehandelt. Diese Verschiebung verdeutlicht, dass digitale Infrastruktur Standortwerte neu definiert“, betonte Caspers kĂŒrzlich in einem Webinar. Dabei muss die Lage innerhalb einer Cloud-Availability-Zone liegen, die die Rechenzentrums-Betreiber selbst definieren. „Ob zudem Baurecht fĂŒr mehrgeschossige Bebauung besteht, wirkt sich ebenfalls auf den GrundstĂŒckspreis aus“, so Caspers abschließend. Vor allem in den KernmĂ€rkten wie Frankfurt oder Berlin ist die Lage angespannt. Laut Bitkom e.V. be laufen sich allein in Berlin die Netzanfragen fĂŒr Rechenzen tren auf 2,8 GW, wĂ€hrend die aktuell verfĂŒgbare KapazitĂ€t der Stadt deutlich geringer ist.

DatensouverÀnitÀt zunehmend als Nachfragetreiber

Patrick Brinker, Head of Real Estate Investment Management bei Hauck AufhĂ€user Lampe, erlĂ€utert die steigende Nachfrage: „Treiber des starken Nachfragewachstums ist primĂ€r die fortschreitende Digitalisierung der Wirtschaft. Hinzu kommt als zusĂ€tzliches Thema kĂŒnstliche Intelligenz, die den Bedarf an Rechenleistung weiter erhöht. Aber massive KI-Investitionen finden derzeit primĂ€r in den USA statt, daher ist die Gefahr einer möglichen KI-Blase in Deutschland nicht gegeben. Zudem rĂŒcken Entwicklungen wie der amerikanische Cloud Act und geopolitische Entwicklungen die Frage der DatensouverĂ€nitĂ€t stĂ€rker in den Fokus. Unternehmen hinterfragen zunehmend, wo ihre sensiblen Daten physisch gespeichert sind.“ FĂŒr Unternehmen kommen hierfĂŒr regionale Co-Location-Rechenzentren infrage, wo sie von dem Betreiber ServerkapazitĂ€ten mieten können. Da diese Data Center kleinere Leistungsdimensionen, also circa fĂŒnf bis zehn Megawatt, umfassen und beispielweise die StromverfĂŒgbarkeit kein so großes Hindernis darstellt, sind die GrundstĂŒckspreise nĂ€her an klassischen Gewerbeoder LogistikflĂ€chen.

Ausblick 2026: Wachstum im Co-Location-Segment

FĂŒr 2026 erwarten die Experten eine weiterhin steigende Nachfrage in den KernmĂ€rkten Frankfurt und Berlin sowie eine zunehmende FlĂ€chenverknappung. Katja Caspers prognostiziert: „Wir verzeichnen einen zunehmenden Bedarf von Cloud-Betreibern nach Rechenzentrums-KapazitĂ€ten. Entsprechend werden Hyperscaler auch im laufenden Jahr das Marktvolumen prĂ€gen.“ Patrick Brinker ergĂ€nzt: „Viele Unternehmen werden eigene Rechenzentren perspektivisch auslagern, da Betrieb und Regulierung immer komplexer und aufwĂ€ndiger werden. Das spricht fĂŒr regionale Co-Location-Modelle.“

Die Nachfrage nach leistungsfĂ€higen und skalierbaren RechenzentrumskapazitĂ€ten ist ungebrochen hoch. Wachs tumstreiber sind insbesondere Wholesale-Colocation-Angebote sowie maßgeschneiderte Hyperscale-Lösungen. Großprojekte dominieren das Marktgeschehen. (ah)