Spitzensteuersatz senken: 5 Strategien für mehr Netto vom Brutto
27.01.2026

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Als Spitzenverdiener in Deutschland zahlen Sie überdurchschnittlich hohe Steuern: Ab einem zu versteuernden Einkommen von 68.481 Euro greift der Spitzensteuersatz von 42 Prozent, ab 277.826 Euro sogar die „Reichensteuer“ von 45 Prozent. Mit Solidaritätszuschlag und eventueller Kirchensteuer fließen fast 50 Prozent jedes zusätzlich verdienten Euros direkt an den Fiskus.
Der Staat bietet jedoch gezielt steuerliche Anreize für bestimmte Investitionen. Diese ermöglichen es, die Steuerlast legal und erheblich zu reduzieren. In diesem Artikel stellen wir Ihnen die sieben effektivsten Strategien für Spitzenverdiener vor, die 2025 wirksam Steuern sparen möchten.
1. Photovoltaik-Direktinvestments: Der Steuersparhebel für Spitzenverdiener
Photovoltaik-Direktinvestments sind aktuell eine der effektivsten Methoden zur Senkung des Spitzensteuersatzes. Der Staat fördert diese Investitionen mit erheblichen steuerlichen Anreizen.
Steuerliche Hebel bei PV-Investitionen
Bei einem PV-Direktinvestment erwerben Sie Anteile an einer kommerziellen Photovoltaikanlage. Diese Investition ermöglicht drei steuerliche Vorteile:
- Investitionsabzugsbetrag (IAB nach § 7g EStG):
Mit dem Investitionsabzugsbetrag zu 50% der geplanten Investitionskosten können Sie bereits vor der tatsächlichen Anschaffung steuerlich geltend machen. Der IAB kann bis zu drei Jahre vor der eigentlichen Investition gebildet werden.
- Sonderabschreibung bei Inbetriebnahme
Nach der Investition können Sie zusätzlich eine Sonderabschreibung von bis zu 20% der verbleibenden Anschaffungskosten vornehmen.
- Lineare Abschreibung
Jährliche 5% reguläre Abschreibung über 20 Jahre Nutzungsdauer. (Basierend auf dem Restwert nach Abzug von IAB und Sonder-Afa)
Maximale Steuerentlastung: bis zu 62% im ersten Jahr absetzbar
In Kombination ermöglichen diese Instrumente einen Steuerabzug von bis zu 62% der Investitionskosten im ersten Jahr:
- 50% durch den IAB
- 10% durch die Sonderabschreibung (20% der verbleibenden 50%)
- 2% durch die reguläre Abschreibung
Für einen Spitzenverdiener mit 45% Steuersatz bedeutet dies eine direkte Steuerersparnis von bis zu 28% der Investitionssumme (im Beispiel: 200.000€) im ersten Jahr.
Konkretes Rechenbeispiel: 200.000 Euro Investment

Der Investitionsabzugsbetrag führt im Beispiel zu einer sofortigen Steuerersparnis von über 45.000 Euro. Im Jahr der Inbetriebnahme kommen weitere knapp 20.000 Euro durch die Sonder-AfA hinzu. Damit summiert sich die Steuerersparnis auf über 65.000 Euro in nur zwei Jahren – das entspricht knapp einem Drittel des Investitionsbetrags.
Für Spitzenverdiener ist entscheidend, dass diese steuerliche Entlastung in genau den Jahren eintritt, in denen sie der höchsten Steuerprogression unterliegen.
*Hinweis: Vereinfachte Beispielrechnung. Individuelle steuerliche Auswirkungen können abweichen. Keine Steuerberatung im Sinne des StBerG.
Wichtig für Spitzenverdiener: Steueroptimierung durch skalierbare Investitionsvolumina
Für Spitzenverdiener ist besonders relevant, dass PV-Direktinvestments praktisch unbegrenzt skalierbar sind. Während kleinere Investitionen mit 50.000 oder 100.000 Euro möglich sind, empfiehlt sich für maximale Steuerentlastung ein Investment von mindestens 200.000 Euro. Diese Volumina lassen sich mit eigenen Dachanlagen kaum realisieren.
Strategischer Einsatz des IAB bei schwankendem Einkommen:
- Nutzen Sie den IAB gezielt in Jahren mit hohen Bonuszahlungen oder Abfindungen
- Bildung des IAB (50% der geplanten Investition) ohne sofortigen Kapitalabfluss
- Investition kann bis zu drei Jahre später erfolgen, Steuerentlastung greift jedoch sofort
- Bei 45% Steuersatz: Unmittelbare Steuerersparnis von 45.000 Euro pro 100.000 Euro IAB
Um die Anerkennung durch das Finanzamt sicherzustellen, ist für Spitzenverdiener eine steuerliche Beratung unerlässlich. Der entscheidende Vorteil: Die Steuerersparnis ist sofort spürbar, während die Ertragsphase des Investments langfristig zusätzliche Renditen bringt.
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