Studie zur pAV-Reform
03.09.2026

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Die Reform der privaten Altersvorsorge (pAV) dürfte den Markt für geförderte Vorsorgeprodukte in Deutschland deutlich verändern. Eine gemeinsame Anbieterbefragung von Strategy&, PwC Deutschland und Assekurata Solutions zeigt jedoch: Obwohl die Finanzbranche der Reform eine hohe strategische Bedeutung beimisst, sind viele Häuser in zentralen Umsetzungsfragen noch nicht ausreichend vorbereitet. Zugleich erwarten die Marktteilnehmer, dass zusätzliches Geschäft künftig vor allem aus der Umschichtung bestehender geförderter Vorsorgeverträge entstehen dürfte und weniger aus einer deutlich steigenden Zahl neuer Vorsorgesparer.
Für die Erhebung wurden zwischen Ende April und Anfang Juni 2026 insgesamt 25 Anbieter befragt, darunter Versicherer, Banken, Asset Manager und FinTechs. „Die Reform bringt den Markt spürbar in Bewegung, doch die operative Umsetzung bleibt anspruchsvoll“, erklärt Markus Kruse, Geschäftsführer der Assekurata Solutions GmbH. „Zwar betonen 96 % der Befragten die hohe Bedeutung des Themas für den Markt, je- doch verfügen 68 % bislang noch nicht über ein endgültiges Modell für die Streckung der Abschlusskosten.“
Die Mehrheit der befragten Anbieter will früh in den neuen Markt eintreten. 68 % planen die Einführung neuer Produkte, und 94 % davon wollen bereits im ersten Halbjahr 2027 starten. Gleichzeitig zeigt sich jedoch eine deutliche Umsetzungslücke. Bei vielen Gesellschaften sind weder die Effektivkostenquoten abschließend definiert noch die künftige Betriebs- und IT-Architektur vollständig festgelegt. So haben rund 60 % der Befragten für Depotprodukte bislang keine Effektivkostenquoten definiert; bei Garantieprodukten liegt dieser Wert sogar bei 76 %.
„Zwischen Konkretisierung und Marktstart bleibt nur wenig Zeit. Umso wichtiger ist es, dass die Anbieter jetzt klare Entscheidungen treffen und die operativen Voraussetzungen zügig schaffen“, so Tim Braasch, Partner bei Strategy& Deutschland. Zu den größten Herausforderungen zählen aus Sicht der Befragten begrenzte IT-Kapazitäten, regulatorische Unsicherheiten und die Frage, wie sich Abschluss- und Vertriebskosten künftig wirtschaftlich tragfähig über die Laufzeit verteilen lassen. Hinzu kommt, dass noch unklar ist, wie schnell Verbraucherinnen und Verbraucher die neuen Produkte annehmen werden.

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