Talanx AG ab Herbst 2012 börsennotiert
07.02.2013
Jetzt soll es klappen. Die Erstnotierung der Aktie der Talanx AG ist im Prime Standard der Börse in Frankfurt am Main für den Herbst 2012 geplant. Der bisherige Alleinaktionär HDI Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit plant dauerhaft Mehrheitsaktionär zu bleiben.
(fw/db) Die Talanx AG treibt ihren geplanten Börsengang weiter voran. Die Gesellschaft strebt die Erstnotierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse im Herbst 2012 an. Ein entsprechender Beschluss wurde diese Woche vom Vorstand gefasst. Der HDI Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (HDI VVaG) plant, dauerhaft Mehrheitsaktionär zu bleiben. Zusätzlich zur Notierung an der Frankfurter Wertpapierbörse strebt Talanx eine Notierung an der Börse in Hannover an.
"Das Marktumfeld hat sich verbessert und Talanx ist bestens vorbereitet. Wenn die Rahmenbedingungen weiterhin stabil bleiben, wollen wir noch im Herbst an die Börse gehen. Dabei werden wir die Vorstellungen der Gesellschaft und unseres Eigentümers HDI VVaG. ebenso im Blick haben wie die Perspektiven für unsere neuen Aktionäre. Unser gutes Ergebnis im ersten Halbjahr 2012 untermauert die Stärke des Konzerns, so dass wir unser Ziel eines erfolgreichen Listings in der aktuellen Marktsituation mit Zuversicht verfolgen", sagte Herbert K. Haas, Vorstandsvorsitzender der Talanx AG.
Der geplante Börsengang wird ausschließlich aus einer Kapitalerhöhung bestehen. Talanx plant, den Erlös zur Wachstumsfinanzierung und zur weiteren Stärkung der Kapitalbasis einzusetzen. Darüber hinaus wird Meiji Yasuda Life Insurance als strategischer Partner der Talanx AG eine seit November 2010 gehaltene nachrangige Wandelanleihe mit einem Volumen von 300 Millionen Euro im Zuge des Börsengangs zum Platzierungspreis in Aktien der Talanx AG wandeln.
Der in der Finanzwelt global in rund 150 Ländern aktive Konzern war im Jahr 2011, gemessen an den gebuchten Bruttoprämien, die drittgrößte deutsche und die elftgrößte europäische Versicherungsgruppe (Quelle: KPMG 2012 auf Grundlage der Geschäftsberichte der jeweiligen Versicherungsgesellschaften).
Im Geschäftsjahr 2011 erzielte Talanx Prämieneinnahmen in Höhe von rund 23,7 Milliarden Euro. Der Konzern ist in der Industrieversicherung, in der deutschen und internationalen Privat- und Firmenversicherung, sowie in der Rückversicherung tätig. Die Hannover Rückversicherung AG, an der Talanx mehrheitlich beteiligt ist, zählt zu den weltweit führenden Rückversicherern nach Prämienvolumen. Talanx richtet sich in allen Geschäftsbereichen vorwiegend an Unternehmenskunden und kann dadurch vielfältige Synergien realisieren, die sich positiv auf die Ertragskraft auswirken.
Der zukünftig börsennotierte Versicherungskonzern will vorwiegend durch organisches Wachstum aber auch durch den selektiven Erwerb von Gesellschaften in den strategischen Zielmärkten Lateinamerika sowie Zentral- und Osteuropa (CEE) wachsen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der internationalen Privat- und Firmenversicherung. In der internationalen Industrieversicherung will der Konzern die globale Präsenz weiter ausbauen.
Der Anteil der Prämieneinnahmen aus der internationalen Erstversicherung soll auf die Hälfte der gesamten Erstversicherungsbruttoprämie gesteigert werden. Im Zuge der Umsetzung dieser Strategie hat Talanx zuletzt die polnischen Versicherungsgruppen TU Europa und TUiR Warta erworben. Beide Akquisitionen wurden vor wenigen Wochen abgeschlossen. Die Industrieversicherung baute ihre globale Präsenz durch jüngst eröffnete Niederlassungen in Singapur und Bahrain sowie durch ein neues Gemeinschaftsunternehmen in Indien aus.
Erfolgreich im ersten Halbjahr 2012
Das erste Halbjahr 2012 schloss der Talanx-Konzern mit einem signifikanten Anstieg im operativen Ergebnis ab. In den ersten sechs Monaten des Jahres wurde ein operatives Ergebnis (EBIT) von 855 Millionen Euro erzielt und damit der Vorjahreswert nahezu verdoppelt. Das Konzernergebnis nach Minderheitenanteilen wuchs um 65 Prozent auf 354 Millionen Euro. Die gebuchten Bruttoprämien der Gruppe erhöhten sich in den ersten sechs Monaten 2012 im Vergleich zur Vorjahresperiode um rund 9 Prozent (währungskursbereinigt rund 7 Prozent) auf 13,6 Milliarden Euro.

Exklusiv
Nachgefragt bei Martin Justen, Zurich Gruppe Deutschland








