AIG wieder global erfolgreich
07.02.2013

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Der Versicherer AIG wurde in der Finanzkrise von der US-Regierung vor einer möglichen Zerschlagung bewahrt. Die Zeiten wo der Konzern auf Hilfe angewiesen war sind vorbei. Im dritten Quartal 2012 übertrifft das Unternehmen alle Erwartungen der Analysten mit überdurchschnittlichem Gewinn.
(fw/db) Noch kein halbes Jahrzehnt nach der Rettung durch die US-Regierung meldet sich der globale Versicherungskonzern American International Group, Inc. (AIG) wieder überraschend stark zurück. Für das dritte Quartal 2012 meldet das Unternehmen einen deutlich höheren Gewinn als erwartet. Das operative Ergebnis summierte sich auf 1,9 Milliarden Dollar. Im Vorjahreszeitraum wurde noch ein Verlust von fast 3 Milliarden Dollar gemeldet. Prämienanpassungen in der Sach- und Unfallversicherung sowie Anlagegewinne in der Sparte Lebensversicherung und Altersvorsorge trugen zu der kräftigen Ergebnisverbesserung bei.
"AIG hat abermals ein solides Quartal verbucht", erläuterte Konzernchef Robert Benmosche bei der Vorstellung des Quartalberichts in New York. Für eine Abschätzung der Kosten durch Wirbelsturm "Sandy" sei es noch zu früh, merkte Benmosche an. Der auf Risikoanalyse spezialisierte Dienstleister Eqecat rechne branchenweit mit 10 bis 20 Milliarden Dollar an versicherten Schäden.
Alle Sparten im Konzern konnten sich verbessern: Vor allem der verbliebene Anteil an der Asientochter AIA ist aktuell mehr wert. Der Ertrag Kerngeschäft Assekuranz hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Auch bei den Kapitalanlagen bewiesen die AIG-Manager ein erfolgreiches und ertragreiches Risikomanagement. Die Flugzeugleasing-Sparte ILFC kam aus den roten Zahlen.
Der Staat hatte dem in der Finanzkrise ins Straucheln geratenen Versicherer 2008 mit Steuergeldern geholfen. Die Rettung war die größte einer Reihe von Hilfseinsätzen in der US-Wirtschaft. Seitdem hat die Regierung ihre Beteiligung an AIG mit Gewinnen für die Staatskasse abgebaut und ist mittlerweile nur noch ein Minderheitsaktionär. Der amerikanische Steuerzahler profitiert nun von der damaligen "Rettungsaktion" mit Milliardengewinnen.
In Deutschland wird der Konzern wieder ab Dezember 2012 die Marke "AIG" als Name führen, die vorübergehende Umbenennung in "Chartis" ist dann nur noch eine abgeschlossene Phase in der langen Firmenhistorie innerhalb der globalen Finanzwelt.

Erfolgsfaktoren der Versicherungen









