GDV: Falsche Kritik über Lebensversicherer
07.02.2013

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Zu heutigen Berichten in einzelnen Medien zur deutschen Lebensversicherung und der Lage einzelner Unternehmen der deutschen Lebensversicherer bezieht der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft klar Stellung: Die deutsche Lebensversicherung ist sicher.
(fw/db) Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) weist in einer sofortigen Stellungnahme, in aller Deutlichkeit, einzelne Medienberichte über die wirtschaftliche Lage deutscher Lebensversicherer, als unbegründet zurück.
Laut GDV ist die Behauptung schlicht unwahr, dass aktuell einzelne deutsche Lebensversicherer erwägen, bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die zeitweise Aussetzung der garantierten Zinszahlungen an ihre Kunden zu beantragen. Auch die Meldung, dass immer mehr Lebensversicherer den Garantiezins nicht mehr in voller Höhe zahlen können, ist falsch.
Es gibt, laut dem Branchenverband, keine Strategie von Lebensversicherern, Kunden zu einem Wechsel von älteren Verträgen mit höherer Verzinsung in niedriger verzinste Verträge zu bewegen.
Der GDV weist darauf hin, dass aktuell im Oktober 2012, die renommierte nternationale Ratingagentur Fitch bestätigt hat, dass die deutschen Versicherungsunternehmen auf die Herausforderungen der anhaltenden Niedrigzinsen gut vorbereitet sind. Der Ratingausblick für die Versicherungswirtschaft wurde daraufhin als "stabil" bewertet. Auch die staatliche Aufsichtsbehörde BaFin hatte erst vor kurzem klar bestätigt, dass die Lebensversicherer ihre Verpflichtungen auch in einer extremen Niedrigzinslage noch "etliche Jahre" erfüllen können.
Die These, dass für einzelne Unternehmen die vorhandenen Mittel ab 2018 nicht mehr ausreichen könnten, um neben den Verpflichtungen gegenüber den Kunden auch die zusätzlichen, aufsichtsrechtlich geforderten Eigenkapitalanforderungen darzustellen, beruht auf rein hypothetischen Betrachtungen. Sowohl die BaFin als auch Unternehmen führen regelmäßig Berechnungen zu hypothetischen Szenarien durch, um Risiken frühzeitig erkennen und gegensteuern zu können.
Das gestern im Finanzausschuss beschlossene Maßnahmenpaket korrigiert krisenverschärfende, aufsichtsrechtliche Vorschriften und stärkt damit nachhaltig die Risikotragfähigkeit der deutschen Lebensversicherer. Im Sinne einer nachhaltigen, vorausschauenden Regulierung macht dies die deutschen Lebensversicherer noch sicherer.
Der GDV hat in den letzten Jahren wiederholt deutlich gemacht, dass die Niedrigzinspolitik zur Stützung von Banken und Staaten zu einer zunehmenden Belastung von Vorsorgesparern wird. Dies betrifft die Lebensversicherer ebenso wie die betriebliche Altersversorgung und berufliche Versorgungswerke sowie alle anderen Sparer.
Wenn sich private Altersvorsorge auf Dauer lohnen soll, ist ein Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik unumgänglich. Deshalb begrüßt der GDV die jüngsten Äußerungen des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi, dass Versicherungen und Pensionsfonds wieder angemessene Zinserträge erzielen können sollen.
Durch ihre auf Langfristigkeit ausgerichtete Kapitalanlagestrategie und ihr professionelles Risikomanagement haben die deutschen Lebensversicherer für ihre Kunden die Folgen der Banken- und Staatsschuldenkrise in den vergangenen fünf Jahren gut abgefedert. Im Vergleich zu anderen sicheren Anlagen wie Festgeldkonten, die aktuell im Durchschnitt nicht einmal 2 Prozent bringen, bieten die Lebensversicherer ihren Kunden immer noch eine attraktive Verzinsung. In diesem Jahr waren es im Durchschnitt knapp 4 Prozent.
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft

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