Jederzeit im Alter vorsorgen
18.03.2026

27. Kongress Zukunftsmarkt AltersVorsorge Foto: © MCC
Die Babyboomer sind oder kommen bald ins Pensionsalter. Die Sozialkassen wirken unvorbereitet. Dringend notwendige strukturelle Veränderungen lassen auf sich warten. Um Wähler nicht zu verprellen, bevorzugten Regierungsverantwortliche bisher politisch korrekte Reförmchen. Nicht nur die Lebensversicherer warten auf die baldigen Ergebnisse der jüngst eingerichteten Rentenkommission. Am 17. und 18.03.2026 diskutierten hochrangige Vertreter u.a. aus Politik, Sozialversicherung und Wirtschaft in Berlin mit den Entscheidern aus der Versicherungsbranche. Der MCC lud zum 27. Kongress Zukunftsmarkt AltersVorsorge, um betriebliche, gesetzliche und private Lösungen für die Altersversorgung näher zu beleuchten.
Die Rente scheint unsicher. Die deutsche Exportwirtschaft stottert. Handel und Industrie blicken mit Sorge in die Zukunft. Die Weltwirtschaft verlangt weniger deutsche Produkte. Hersteller verlagern Schritt für Schritt Ihre Produktion ins Ausland. Angesichts sinkender Geburtenraten und geringer Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte verwundert das kaum. Die Unternehmenslenker suchen sich Länder mit passenderen Angeboten an Arbeitskräften. Für die gesetzlichen Sozialversicherer, die Versicherten im Alter, bei Krankheit oder Pflege zur Seite stehen, sind das keine guten Nachrichten.
Heutige und künftige Rentner blicken auf ein statistisch langes Leben, was die Sozialkassen in kommenden Dekaden erheblich belasten wird. Schrumpft die deutsche Wirtschaft in dieser Zeit, verlieren die gesetzlichen Versicherungsträger künftig einkalkulierte Beitragserlöse. Die Lage der Sozialversicherer dürfte sich schnell zuspitzen. Für privat Vorsorgende erscheinen die Aussichten auch wenig rosig, denn eine schrumpfende Wirtschaft senkt die Aktienkurse. Die Vorsorgen auf Aktienbasis dampfen empfindlich ein. Vermittler sollten bei Beratungen solche langfristigen Trends im Blick behalten.

Verlässlich oder verlassen
Die Mathematik nimmt auf Politik keine Rücksicht. Die Demografie beschert den Sozialkassen schrumpfende Beitragseinnahmen und steigende Leistungen. Insbesondere jüngere Generationen schenken den politischen Beschwichtigungen kaum Glauben und wünschen sich nachhaltige Eingriffe in das gesetzliche Rentensystem. Rechnerisch naheliegende Maßnahmen wie Rentenabsenkung oder längere Erwerbszeiten schiebt die Politik kategorisch den Riegel vor. Stattdessen erfolgt ein Einfrieren der Rentenhöhe sowie eine begrenzte Erhöhung von Rentenbeiträgen. Am Standort Deutschland erwarten Unternehmen so wachsende Lohnnebenkosten. Die Manager suchen nach Alternativen im Ausland, um sich letztlich gegen Versäumnisvorwürfe zu wappnen. Von Seiten der Bundesregierung sind unpopuläre Reformen kaum zu erwarten. Sonst drohen Wählerverluste.
Eine Aktivrente, Frühstartrente und Kapitaldeckung sollen die Gesetzesrente abstützen. Die Details sorgen in der Praxis für mehr Fragen als passende Antworten, auch mit Blick auf eine dauerhafte Ausfinanzierung des gesetzlichen Rentenversicherungssystems. Leichter tut sich die Politik mit den Reformen für betriebliche und geförderte private Altersvorsorgen. Bisher blieben rund um Riester, Direktversicherung, Pensionszusage und Co. die großen Würfe aus. Im Gegenteil: Privathaushalte, Unternehmen und Versicherte durften sich mit komplexen Förderungen, belastenden Sozialversicherungsbeiträgen und rentensenkenden Steuern auf ihre eigenfinanzierten Vorsorgen auseinandersetzen. Die Erwartungen an Veränderungen aus Regierungshand fallen entsprechend verhalten aus. Eventuell schafft die Rentenkommission, welche im Sommer Ergebnisse abliefern soll, wieder mehr Vertrauen in die Rentenpolitik. Im europäischen Vergleich scheint Deutschland Nachholbedarf haben. Jedoch lassen sich die Systeme zur gesetzlichen Absicherung schwer vergleichen und Maßnahmen aus dem Ausland können in Deutschland kontraproduktiv wirken.

Das deutsche Niveau ist bspw. für betagte Kranke, Pflegebedürftige oder Witwen bzw. Witwer vorzeigbarer. Und in Resteuropa feilen viele Staaten weiter an ihrem Rentensystem. Höhere Altersgrenzen zum Renteneintritt stehen oftmals mit auf den Agenden und treffen ebenso häufig auf wenig Gegenliebe. Die Nachbarweiden in Europa sind bei genauerem Hinsehen also nicht zwangsläufig grüner.

Bundesgerichtshof entscheidet zugunsten der Debeka









