Kollisionsrisiko auf der Skipiste auf Rekordhoch
20.01.2026

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Zwischen 2019 und 2023 verursachten Skiunfälle nach Berechnungen des GDV rund 280 Millionen Euro Schadenaufwand bei den privaten Unfallversicherern. „Skiunfälle machen nur 2,6 Prozent aller gemeldeten Unfallschäden aus, verursachen aber überdurchschnittlich hohe Kosten – im Durchschnitt 7.907 Euro pro Fall, rund 400 Euro mehr als vor fünf Jahren“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft. „Gerade im Ausland können schnell zusätzliche Belastungen dazukommen, etwa durch hohe Behandlungskosten oder Bergungseinsätze per Hubschrauber.“
Jeder fünfte Skiunfall war eine Kollision
Die aktuelle ASU-Unfallanalyse zeigt: In der Saison 2024/25 ereigneten sich 1,90 Kollisionen je 1.000 Skifahrende, so viele wie seit Beginn der systematischen Erfassung 1979/80 nicht mehr. Gegenüber der Vorsaison sind die Unfallzahlen gestiegen. Hochgerechnet mussten 51.000 bis 53.000 Skifahrer:innen ärztlich behandelt werden. Bei Frauen ist das Knie mit fast 40 Prozent die meistverletzte Körperregion, während bei Männern die Schulter mit 23 Prozent von allen Körperregionen am häufigsten in Mitleidenschaft gezogen wurde. Auch die Zahl der stationären Behandlungen legte zu: 2,03 von 1.000 Skifahrenden mussten ins Krankenhaus. Das entspricht einer klaren Erhöhung gegenüber 1,73 von 1.000 Behandlungen im Vorjahr. Insgesamt entspricht das rund 8.400 bis 8.600 stationären Fällen. Die ASU Unfallanalyse der ARAG Allgemeine Versicherungs-AG erhebt jedes Jahr die Unfall- und Verletzungsdaten im alpinen Skisport.
Skiunfälle im Ausland können besonders teuer werden. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt häufig nur Leistungen in Höhe der deutschen Sätze. In der Schweiz oder außerhalb der EU bleiben viele Mehrkosten an den Versicherten hängen. Rettungseinsätze, insbesondere per Hubschrauber, können schnell fünfstellige Beträge erreichen und werden nur bei medizinischer Notwendigkeit erstattet.
Eine Auslandsreisekrankenversicherung bietet Schutz vor hohen Behandlungskosten und übernimmt im besten Fall auch den Rücktransport nach Deutschland. Die private Unfallversicherung kann je nach Vertrag auch Bergungs- und Rückholkosten tragen sowie mit Kapital- oder Rentenleistungen finanzielle Folgen eines schweren Unfalls abfedern. Wichtig ist, dass alle Familienmitglieder ausreichend abgesichert sind.
Wer sein Tempo den Pistenverhältnissen anpasst, ausreichend Abstand hält und Schutzausrüstung trägt, senkt das Risiko deutlich. Ein Helm schützt vor schweren Kopfverletzungen, Rückenprotektoren vor Wirbelsäulenschäden. Eine gute körperliche Vorbereitung und Aufwärmen vor der ersten Abfahrt beugen Muskel- und Bänderverletzungen vor. Ein Blick in die Police vor Reisebeginn hilft, mögliche Versicherungslücken zu erkennen.
Skiunfälle sind für Versicherer ein relativ seltenes, aber kostenintensives Risiko. Für Verbraucher lohnt sich eine kombinierte Absicherung aus privater Unfall-, Auslandsreise- und Haftpflichtversicherung – vor allem bei Winterurlauben im Ausland. Die Politik kann durch Aufklärung und einfache Zugänge zum Versicherungsschutz dazu beitragen, dass mehr Menschen entsprechend vorsorgen. Die wachsenden Unfallzahlen unterstreichen die Bedeutung von Prävention und verantwortungsvollem Verhalten auf der Piste. (mho)

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