Selbstbestimmungsbarometer 2026: Auf niedrigem Niveau
05.11.2026

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Die Menschen in Deutschland fühlen sich so wenig selbstbestimmt wie seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2019 nicht mehr. Besonders bei der finanziellen Altersvorsorge herrscht Unsicherheit. Das zeigt das aktuelle Selbstbestimmungsbarometer 2026 von Swiss Life. Auffällig sind zudem deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei der Zuversicht in die eigene Ruhestandsplanung.
Nur noch 52 Prozent der Deutschen fühlen sich grundsätzlich selbstbestimmt. Damit erreicht der Wert den niedrigsten Stand seit Beginn der jährlichen Untersuchung. Für das achte Selbstbestimmungsbarometer befragte Swiss Life gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Bilendi im Frühjahr 2026 repräsentativ 1.000 Personen in Deutschland.
Während sich die Befragten in ihrer Freizeit (68 Prozent) sowie im Sozialleben (66 Prozent) vergleichsweise selbstbestimmt fühlen, sieht es bei den Finanzen deutlich schlechter aus. Nur 46 Prozent empfinden ihre aktuelle finanzielle Situation als selbstbestimmt, bei der finanziellen Altersvorsorge sind es sogar lediglich 35 Prozent.
Dabei wünschen sich 82 Prozent der Befragten finanzielle Selbstbestimmung. Als größte Hindernisse nennen sie Preissteigerungen (65 Prozent), zu geringe Einkommen (40 Prozent) sowie hohe Miet- und Energiekosten (38 Prozent). Lediglich 20 Prozent fühlen sich finanziell gut auf unvorhergesehene Ereignisse wie Krankheit oder Arbeitslosigkeit vorbereitet. Jeder Zweite rechnet damit, im Ruhestand zusätzliche Einkommensquellen zu benötigen, um seinen Lebensstandard halten zu können.
Besonders ausgeprägt ist die Unsicherheit bei Frauen. Während sich 31 Prozent der Männer bei ihrer Ruhestandsplanung gut aufgestellt fühlen, sind es bei den Frauen lediglich 19 Prozent. Zudem wünschen sich 27 Prozent der Frauen mehr Wissen über Finanz- und Vorsorgethemen.
Die Studie zeigt auch einen Zusammenhang zwischen dem subjektiv eingeschätzten Finanzwissen und der Vorsorgeplanung. Von den Befragten mit hohen Finanzkenntnissen bewerten 36 Prozent ihre Ruhestandsplanung positiv. Bei Menschen mit gering eingeschätztem Finanzwissen sind es nur 24 Prozent. Gleichzeitig schieben 45 Prozent dieser Gruppe finanzielle Entscheidungen auf, gegenüber lediglich sieben Prozent bei Befragten mit hohen Finanzkenntnissen.
„Zwischen dem Wunsch nach finanzieller Selbstbestimmung und der gelebten Realität klafft weiterhin eine Lücke“, erklärt Dirk von der Crone, CEO von Swiss Life Deutschland. Neben ausreichenden finanziellen Mitteln seien insbesondere Wissen, Planung und der Zugang zu qualifizierter Finanzberatung entscheidend. (mho)

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