Studie: Senioren-WG ist beliebt

07.02.2013

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Keine andere Form der Pflege ist so unbeliebt wie das Altenheim: Nur sieben Prozent der Menschen im erwerbsfähigen Alter wollen im Falle der Pflegebedürftigkeit in ein Altenheim ziehen. Über die Hälfte der Menschen fühlt sich zudem im Pflegefall finanziell nicht genug abgesichert, vor allem in den östlichen Bundesländern.

(fw/db) Eine repräsentative Umfrage der ERGO-Tochter DKV Deutsche Krankenversicherung AG aus Hamburg bei Menschen unter 66 Jahren zeigt, dass keine andere Form der Pflege so unbeliebt ist wie das Altenheim. Laut der aktuellen Studie würden sich 28 Prozent der Befragten wünschen, im Pflegefall von ihren Angehörigen betreut zu werden.

Mit 28 Prozent wünscht sich bereits jeder Vierte der Befragten die Pflege in einer privaten Wohngemeinschaft gemeinsam mit anderen Betroffenen und einem Pflegedienst als Service. 24 Prozent wünschen sich, zuhause von einem Pflegedienst betreut zu werden. Dabei würden sich die meisten Männer für eine Pflege durch Angehörige zuhause entscheiden, während Frauen mehrheitlich in die Alten-Wohngemeinschaft (Alten-WG) ziehen würden.

Eine absolute Minderheit von sieben Prozent der Menschen würde von sich aus einen Heimplatz anstreben. Dabei sieht die deutsche Realität anders aus: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wird aktuell fast jeder dritte Pflegebedürftige in einem Heim vollstationär betreut.

Mit 52,2 Prozent fühlt sich mehr als jeder Zweite für den Fall der Pflegebedürftigkeit finanziell nicht ausreichend abgesichert. Männer fühlen sich etwas häufiger gut abgesichert als Frauen.

"In Wirklichkeit dürften noch viel mehr Menschen im Alter finanzielle Schwierigkeiten bekommen", sagt DKV-Versicherungsexperte Benno Schmeing. "Die Pflegepflichtversicherung kommt nur für einen Teil der Pflegekosten auf, den Rest müssen der Pflegebedürftige oder seine Familie selbst zahlen."

Eine [private Pflegeversicherung](http://de.wikipedia.org/wiki/Pflegeversicherung "Link zu Wikipedia "Pflegeversicherung""), die diese Kosten übernehmen könnte, besitzen nur 1,9 Millionen Deutsche. Zum Vergleich: 26 Millionen Menschen haben eine Vollkasko-Versicherung für ihr Auto. Für private Pflegeversicherungen geben die Deutschen knapp 500 Millionen Euro pro Jahr aus, für die Vollkasko ihrer Autos 6.800 Millionen Euro.

Interessant sind die Ergebnisse aus der regionalen Auswertung. Danach fühlt sich etwa die Hälfte der Befragten in den westlichen Bundesländern ausreichend abgesichert, in den östlichen Bundesländern allerdings nur etwa ein Drittel. Fast zwei Drittel der Menschen im Osten fühlen sich nicht gut abgesichert.

Die DKV ließ im Rahmen des DKV-Reports "Wie gesund lebt Deutschland?" 2012 die Menschen ergänzend zum Thema Pflege befragen. Die Zahlen beruhen auf den Antworten von 2.309 Menschen unter 66 Jahren, die im März und April 2012 von der GfK befragt wurden, und sind repräsentativ für die entsprechende Bevölkerung in Deutschland.

Studie "Wie gesund lebt Deutschland" 2012 als Download

DKV Deutsche Krankenversicherung AG