Unterstützung für das Soccer Camp in Bassila
05.03.2026

linkes Bild: (v.l.n.r.) Jonas Lenz, Noah Awassi, Jürgen Holzapfel
In den letzten Jahren hat das soziale Engagement in der Finanzbranche an Bedeutung gewonnen. Angesichts der wachsenden gesellschaftlichen Herausforderungen, wie der Bekämpfung von Armut, der Förderung von Bildung und der Unterstützung nachhaltiger Projekte, erkennen immer mehr Unternehmen ihre Verantwortung über die bloße Gewinnerzielung hinaus. Finanzfirmen, Versicherungen, Immobilien- und Investmentgesellschaften engagieren sich aktiv in sozialen Projekten – jenseits marketingtechnischer Aspekte. In dieser finanzwelt-Serie stellen wir Ihnen Unternehmen und Einzelpersönlichkeiten vor, die durch besondere Ideen und Innovationen aufgefallen sind.
Bassila, Benin, keine 60 Kilometer östlich der togolesischen Grenze. Zwei von drei Kindern können weder lesen noch schreiben, im Land ist die Korruption groß und die Einkommen klein. Fußball ist Nationalsport, auch wenn die „Eichhörnchen“ noch keine großen Erfolge vorweisen können. Gekickt wird auf staubigen Plätzen zwischen Müll, Autoreifen und mühsam gezimmerten Torstangen. Trainingsplätze wie in Europa kennt man hier nur aus dem Fernsehen. Auf den ersten Blick scheint es schwierig, Gründe zu finden, weswegen die Menschen in diesem Land optimistisch in die Zukunft blicken können.
Einer der Gründe: die SG Bornheim Bassila Soccer Academy, die jungen Menschen nicht nur eine fußballerische Grundausbildung vermittelt, sondern auch einen Schulabschluss im Camp ermöglicht. Jonas Lenz, Leiter des BVSV e.V. Gewerbezentrums Frankfurt - City, unterstützt gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Jürgen Holzapfel vom Frankfurter Verein SG Bornheim das einmalige Projekt im westafrikanischen Land nahe der togolesischen Grenze. Rund 25 Kinder und Jugendliche kann die Academy jährlich aufnehmen und sorgt damit dafür, dass die jungen Menschen eine Perspektive bekommen. Sie verbindet Sport mit Ausbildung und senkt damit das Armutsrisiko signifikant. Benin liegt auf der Liste von 194 Staaten beim BIP pro Kopf an 165. Stelle (Stand 2025) und belegt auch beim Anteil armer oder armutsgefährdeter Menschen einen der vorderen Plätze.
Wie viele karitative Engagements ist auch die Bassila Soccer Academy auf Ehrenamt und Spenden angewiesen. Leider gehen diese genauso wie öffentliche Förderungen zurück, da Mittel gekürzt werden und die allgemeine Bereitschaft zum Spenden sinkt. In engem Austausch zwischen den verantwortlichen Personen wurde daher die Verbindung mit dem BVSV e.V. Gewerbezentrum Frankfurt - City noch einmal intensiviert und es kam die uralte Vertriebsweisheit zum Tragen: „Kontakte schaden nur dem, der sie nicht hat!“
Das Gewerbezentrum Frankfurt - City sitzt nämlich an einem besonderen Ort für Business-Netzwerke: direkt im Stadion des FSV Frankfurt, der PSD Bank Arena. Seit 2022 ist der bekennende FSV-Fan Lenz damit nun auch geschäftlich mit dem FSV Frankfurt verbunden und dies ermöglichte eine einmalige Zusammenarbeit für die Bassila Soccer Academy. Im selben Jahr verpflichtete nämlich der Verein mit Noah Awassi einen neuen Verteidiger, der bereits internationale Erfahrung aufwies. Der geborene Dresdner mit beninischem Vater war seit dieser Zeit im Dunstkreis der „Eichhörnchen“, der Nationalmannschaft Benins.
„Mit dem Transfer von Noah Awassi zum FSV Frankfurt kam auch für die Academy ein neuer Zug rein. Mir war klar, dass unser Engagement auch ein Stück weit von der Präsenz abhängig ist. Menschen können nur Projekte unterstützen, die sie auch kennen“, so der 37-jährige Leiter des Gewerbezentrums. „Noah ist ein bodenständiger Typ, der die Werte repräsentiert, die wir auch den jungen Menschen in Bassila vermitteln wollen“. Natürlich lag es dann nahe, Noah Awassi für die Belange im Land seines Vaters zu begeistern. Gewerbezentrumsleiter Lenz, Bankkaufmann und seit über 15 Jahren selbstständig, nahm sofort Gespräche mit Noah Awassi auf und schilderte die Notwendigkeit des Engagements und die positive Entwicklung vor Ort.
„Im Heimatland meines Vaters ist es mir ein besonderes Anliegen, zu helfen. Daher war es für mich auch schnell klar, dass ich unterstütze“, so Awassi, der inzwischen für Eintracht Trier spielt. „Mit der Schirmherrschaft für die Bassila Soccer Academy konnte ich bisher ein Stück zurückgeben. Ich habe die Verantwortlichen alle kennengelernt und bin dankbar, dass ich einen kleinen Teil zur Hilfe beitragen konnte.“
Das Camp wird zu 100 % aus Spenden- und Zuschussmitteln finanziert, sogar alle Handwerkerarbeiten werden vor Ort vergeben und die Materialien bei regionalen Händlern bezogen. Das Camp unterstützt damit auch die Wirtschaft vor Ort. „Uns ist es auch wichtig, dass die Wertschöpfungskette möglichst vollumfänglich vor Ort bleibt. Dem Land ist nicht geholfen, wenn wir alle Materialien und Dienstleistungen anderswo beziehen, das ist weder nachhaltig noch effizient“, fügt Mitinitiator Jürgen Holzapfel hinzu.
Ex-Schalke 04 Profi Alban Sabah, langjähriger Weggefährte von Jonas Lenz und auch freundschaftlich mit ihm verbunden, meint im Gespräch mit finanzwelt, das Engagement in Benin sei herausragend wichtig, um dort junge Menschen aus dem Teufelskreis von Armut und fehlender Bildung herauszuholen. „Bildung ist der erste Schritt zur Armutsbekämpfung“, so der ehemalige togolesische Nationalspieler. „Wir haben eine gesellschaftliche Verantwortung, auch für die Armut in dieser Welt. Das Engagement von Jonas Lenz und Jürgen Holzapfel muss Schule machen. Wortwörtlich!“
Das BVSV e.V. Gewerbezentrum Frankfurt - City zeigt gemeinsam mit der SG Bornheim, wie Unterstützung durch Vernetzung funktioniert. „Kontakte zu nutzen, kann nicht schaden, zumal es wirklich um einen guten Zweck geht. Manchmal würden wir uns natürlich über mehr Unterstützung freuen. Aber gemeinsam sind wir stark!“, bilanziert Gewerbezentrumsleiter Jonas Lenz. „Wir geben nicht auf, diese Menschen haben es verdient“. (fw)

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