Vom Korinthenkacker zum Weltschiedsrichter – Warum Detailversessenheit der Schlüssel zum Erfolg ist
05.01.2026

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Von London zurück nach Münster: Der Kreis schließt sich
Als ITF Head of Officiating von 2014 bis 2022 skalierte Sören Friemel diese Prinzipien global. Zertifizierungsprozesse wurden entwickelt, die konsistente Standards von regionalen Turnieren bis zu Grand Slams gewährleisteten. Trainingsprogramme entstanden, die Offizielle auf allen Kontinenten entwickelten. Bildungswege wurden etabliert, damit talentierte junge SchiedsrichterInnen basierend auf Verdienst vorankommen konnten, nicht auf Verbindungen. Das Ziel: Standards sollten unabhängig davon sein, wer sie durchsetzt.
Nach acht Jahren in London kam 2022 die Entscheidung zur Rückkehr nach Münster. Familie brauchte Unterstützung. Persönliche Verankerung zählte. „Münster ist eine ganz tolle Stadt", reflektiert er. „Die Familie, meine Eltern, brauchen mich jetzt auch ein bisschen mehr als es früher der Fall war. Insofern fühle ich mich da richtig wohl und bin froh, auch jetzt wieder Münsteraner zu sein."
Aber die Heimkehr bedeutete keinen Rückzug von der globalen Bühne. Die Arbeit setzte sich fort als Supervisor bei Grand Slams, als Berater für den Deutschen Tennis Bund. Heute wendet Sören Friemel Sportführungsprinzipien in leitender Position bei einem führenden globalen Sportunternehmen an. Die Fähigkeiten übertragen sich nahtlos: komplexe Stakeholder-Beziehungen managen, Standards unter Druck aufrechterhalten, Teams über Kulturen hinweg aufbauen, organisatorische Integrität schützen.
Die Detailversessenheit, die einst als Korinthenkackerei galt, erwies sich als Fundament einer außergewöhnlichen Karriere. Der Kreis schließt sich: Vom Tennisplatz in Münster zur globalen Bühne und zurück nach Münster – aber mit einem Unterschied. Die Stadt ist dieselbe, aber die Perspektive ist eine andere. Sein Werdegang zeigt, wie konsequente Prinzipien über Jahrzehnte hinweg zu außergewöhnlichen Ergebnissen führen.
Die Lektion für uns alle
Sören Friemels Geschichte lehrt etwas Fundamentales über Erfolg: Die Eigenschaften, die in einem Kontext als Schwächen erscheinen, können in einem anderen zu außergewöhnlichen Stärken werden. Der Schlüssel liegt darin, den richtigen Kontext zu finden und dann die Detailversessenheit systematisch zu kultivieren.
Für jeden, der eine Karriere in irgendeinem Bereich aufbaut, ist die Lektion klar: Fokus auf Exzellenz in dem, was vor einem liegt. Grundlagen beherrschen, auch wenn sie langweilig erscheinen. Jeden Auftrag als wichtig behandeln, unabhängig vom Prestige. Prinzipien entwickeln und sie niemals kompromittieren, selbst wenn es kurzfristig einfacher wäre.
Die Möglichkeiten folgen natürlich, wenn das Fundament solide ist. Vom Korinthenkacker zum Weltschiedsrichter – manchmal ist der Weg länger und unerwarteter als geplant. Aber wenn man den Details treu bleibt, öffnen sich Türen, von denen man nicht wusste, dass sie existieren.

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