„Wir lieben Makler – und gute Geschäfte“

05.02.2026

Oliver Drewes, CSO Geschäftsführung blau direkt GmbH. Foto: © blau direkt

Exklusiv

Oliver Drewes ist seit Oktober 2025 als Chief Sales Officer Mitglied der Geschäftsführung beim Lübecker Maklerpool blau direkt. Gleichzeitig bleibt Drewes weiterhin Vorstandsvorsitzender bei der Hamburger Phoenix Maxpool Gruppe. Wir sprachen mit ihm über seine Doppelfunktion, Wachstum, KI, Maklerfokus und die Zukunft von blau direkt und Maxpool.

finanzwelt: Herr Drewes, Sie verantworten den Vertrieb sowohl bei blau direkt als auch Maxpool. Was sind Ihre strategischen Ziele in dieser erweiterten Rolle?

Oliver Drewes: Mein Leben ist in den vergangenen drei Monaten definitiv schneller geworden. Strategisch verfolgen wir ein klares Ziel: unser starkes Wachstum weiter auszubauen. Wir haben 2025 mit über 30 Prozent Plus abgeschlossen – auf ohnehin hohem Niveau. Das ist die vertriebliche Herausforderung, die wir fortsetzen wollen.

finanzwelt: Wo setzen Sie dabei konkret an?

Drewes: Zum einen bauen wir die Service- und Feature-Landschaft bei blau direkt konsequent weiter aus. Zum anderen wollen wir unsere Position als technologischer Marktführer festigen – insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz. Unsere große Stärke ist die enorme Datentiefe. Diese Daten sind der Maschinenraum für KI-Anwendungen, die wir 2026 in den Markt bringen werden.

finanzwelt: Sie führen zwei Organisationen mit historisch sehr unterschiedlichen Kulturen. Welche Synergien sehen Sie bereits?

Drewes: Ganz klar: Wir lieben Makler – und wir lieben gute Geschäfte. Aktuell überarbeiten wir unsere internen Vertriebsstrukturen. Es gab bislang Brüche zwischen Sales, Success und Support. Für Makler bedeutete das häufig wechselnde Ansprechpartner. Diese Brüche beseitigen wir jetzt. Ziel ist ein einheitliches Beziehungsmanagement mit klarer Verbindlichkeit über alle Geschäftsvorfälle hinweg.

finanzwelt: Gibt es bei den Maklern Verunsicherung durch das Zusammenwachsen von blau direkt und Maxpool?

Drewes: Nein, das erlebe ich nicht. Die bestehenden Geschäftsbeziehungen laufen seit Jahren stabil – sowohl bei blau direkt als auch bei Maxpool. Wichtig ist: Bestehende Courtagevereinbarungen bleiben unangetastet.

finanzwelt: Wo liegen dann künftig die Unterschiede?

Drewes: Für neu angebundene Makler wird es eine klare Differenzierung geben. In der Maxpool-Welt ist die Courtage künftig rund zwei Prozent geringer als bei blau direkt. Dafür bieten wir dort eine sehr individuelle, tiefgehende Betreuung – Maxpool versteht sich traditionell als Sparringspartner, auch bei komplexen oder problematischen Fällen. Gute, persönliche Betreuung hat eben ihren Preis. Positiv formuliert: Die blau-direkt-Welt wird künftig die etwas höhere Vergütung haben.

finanzwelt: Welche Veränderungen spüren die Vertriebspartner aktuell konkret?

Drewes: Die wesentlichen Veränderungen sind strategischer Natur: Blau-direkt-Partner erhalten künftig Zugriff auf bestimmte Services aus der Maxpool-Welt – etwa auf Beratungsleistungen in der betrieblichen Altersversorgung oder ausgewählte Spezialprodukte. Umgekehrt ist Maxpool technologisch bereits seit 2023 eng mit blau direkt verzahnt.

finanzwelt: Andere Pools holen technologisch auf. Ist das ein endloser Wettlauf?

Drewes: Technologie ist ein fortlaufender Prozess. Andere Pools sind deutlich besser geworden, das stimmt. Aber blau direkt verfügt über eine außergewöhnlich tiefe und qualitativ hochwertige Datenstruktur. Da KI immer auf Daten aufsetzt, bin ich überzeugt, dass wir langfristig auch in diesem Bereich zur Spitze gehören werden.

finanzwelt: Sie gelten als sehr maklernah. Hat sich der Fokus bei blau direkt zuletzt wieder stärker auf die Maklerschaft verschoben?

Drewes: Ja, absolut. Das ist einer der Hauptgründe, warum Stephan Schinnenburg und ich gemeinsam in die Geschäftsführung gegangen sind. Mein Fokus liegt ganz klar auf der Maklerschaft – und diesen Fokus bringe ich auch wieder stärker ins Unternehmen. Vertrieb auf Augenhöhe, persönliche Erreichbarkeit und echtes Beziehungsmanagement sind mir zentral wichtig.

finanzwelt: Wird es Maxpool in drei bis fünf Jahren noch als eigenständigen Pool geben?

Drewes: Ja. Es gibt keine Planung für eine vollständige Verschmelzung. Beide Marken haben ihre Berechtigung und unterschiedliche Ausrichtungen. Für die nächsten drei bis fünf Jahre sehe ich hier keinerlei Veränderung.

finanzwelt: Wie bewerten Sie die Konsolidierung im Poolmarkt insgesamt?

Drewes: Ich glaube, dass wir in Zukunft mehr Kooperationen sehen werden. Ob diese immer in Übernahmen münden, ist offen. Wir bei blau direkt wachsen organisch, sind aber offen für Gespräche über sinnvolle Zusammenschlüsse.

finanzwelt: Ein Blick nach vorn: Welche Ziele haben Sie für 2026?

Drewes: Offiziell peilen wir eine Courtage von über 400 Millionen Euro an. Mein persönliches Ziel ist die 500-Millionen-Marke. Das ist sportlich – aber wir mögen sportliche Ziele. (hs)