2026 – Goodbye America?

20.02.2026

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Die Vereinigten Staaten sind das Zugpferd der Weltwirtschaft. Investoren haben in den vergangenen Jahren gutes Geld mit US-Investments (Vorsicht Währungsrisiko) verdient. 2025 war anders. Europa und Asien haben aufgeholt.

Mythos USA

Die Tech-Bosse und KI-Vorreiter sitzen in den Vereinigten Staaten. Sie bestimmen, wie sich die Welt zu drehen hat. Hierzulande jammert man viel über die erneut verpasste Möglichkeit, Trendsetter gewesen zu sein. Im Zuge dessen flossen in der Vergangenheit viele Gelder in die USA. Ein starker Dollar, der Hort der finanzpolitischen Stabilität – schlagkräftige Argumente. 2025 hat (erste) Risse in diesem scheinbar unerschütterlichen Fundament gezeigt. Zumindest wurden diese offensichtlicher. Die US-Staatsverschuldung schwingt sich in immer neue Höhen vor. Die Gesamtverschuldung beläuft sich auf mehr als 36 Bio. US-Dollar oder 125 % des BIP.

Ist ein Staat anhaltend hoch verschuldet, gelten seine Anleihen als weniger sicher. Dies kann die Kreditaufnahme erschweren oder zu höheren Zinskosten führen, in der steigende Zinszahlungen mehr Schulden erfordern, was die Zinsen weiter anspringen lässt. In diesem Zusammenhang ist die Entwicklung der 30-jährigen US-Staatsanleihen interessant. Diese notierten, trotz der Zinssenkungen, zum Jahreswechsel 2025/2026 nahe bei 5 %. Das bedeutet, die Investoren sorgen sich zunehmend um die Bonität der USA, und andererseits wird die Zinskurve immer steiler. Hinzu kommt, dass die Bedenken für die Rentabilität der KI-Investitionen zunehmen. Ist die KI wirklich der „heilige Gral“? Rechnen sich die massiven Ausgaben in diese revolutionierende Technik? Wir werden es sehen. Zweifel sind angebracht. Und diese könnten sich negativ auf die entsprechenden Unternehmen auswirken.

Wer könnte Nutznießer sein?

Liest man quer, so dürften die europäischen Märkte und Schwellenländer im laufenden Jahr möglicherweise auf der Überholspur sein. Zum einen haben sie Nachholbedarf, zum anderen profitieren insbesondere die sich entwickelnden Staaten von einem schwachen US-Dollar. Die Schwäche des Greenbacks dürfte 2026 anhalten. Ist Europa nun der Nabel der Welt? Nein, Selektion nach Regionen, Branchen und Einzelwerten ist die Maßgabe. Vieles geht mit einer erhöhten Schwankungsbreite einher. In diesem Zusammenhang wird die geopolitische Komponente ein steter Wegbegleiter im laufenden Jahr bleiben.

Fazit

Denken Sie mehr über Diversifikation Ihrer Gelder nach. Die USA als führende Volkswirtschaft lassen sich nicht einfach abschreiben. Doch Trends kehren sich immer irgendwann um. Und genau das könnte 2026 stattfinden. Solide, vielleicht als langweilig abgeschriebene Geschäftsmodelle, sind in einem zunehmend rauen, makroökonomischen Umfeld keine schlechte Wahl.(ah)