Gefährdung bisheriger Geschäftsmodelle

04.07.2019

Volker Britt, Geschäftsführer HonorarKonzept / Foto: © HonorarKonzept

finanzwelt: Warum gehen so wenig Makler den Schritt zur Honorarberatung? Ist es die Angst, die eigene Leistung nicht angemessen vergütet zu bekommen?

Britt: Viele Makler arbeiten mittlerweile auf Honorarbasis. Dies wird aber nirgends erfasst. Demnach zeigen die offiziellen Zahlen des DIHK-Vermittlerregisters zu den Zulassungen im Honorarbereich nicht das ganze Bild. Allein wir als HonorarKonzept kooperieren mit mehr als 1.000 Versicherungsmaklern, die ganz oder teilweise auf Honorarbasis arbeiten und somit ihre Leistung von den Kunden vergütet bekommen. Zudem können wir aufgrund unserer langjährigen Erfahrung bestätigen, dass Kunden bereit sind, ihren Makler mit angemessenen Honoraren zu vergüten. Sie müssen nur erkennen, dass die Vermittlung von Nettoprodukten gegen Honorar transparent ist und aufgrund der Kostenvorteile einen wirtschaftlichen Vorteil bietet.

finanzwelt: Das hybride Modell, anfangs von der Regierung nicht gewünscht und sogar versucht gesetzlich zu erschweren, ist in meinen Augen das kundenfreundlichste. Ist es richtig den Kunden entscheiden zu lassen, wie sein Vermittler vergütet wird?

Britt: Wenn der Kunde auf einen hybriden Makler trifft und beide Alternativen angeboten bekommt, ist das sicher positiv. Der aufgeklärte Kunde ist König und kann damit seine individuelle Entscheidung treffen. Für Makler, die aus der reinen Provisionswelt kommen, ist das Mischmodell ebenfalls die optimale Basis für den Einstieg in das Geschäftsmodell. Schritt für Schritt kann er Erfahrungen sammeln und sich mit Honoraren noch unabhängiger aufstellen. Ganz nebenbei sind Vermittlungshonorare stornosicher, da der Kunde die erbrachte Leistung bezahlt.

finanzwelt: Viele Produkte gibt es inzwischen als Nettotarife. Wie kann der Vermittler diese am besten finden und vergleichen?

Britt: Gern bei HonorarKonzept. Wir arbeiten mit einer Vielzahl von Nettoanbietern zusammen und bieten auch professionelle Vergleichstools an, mit dem unsere Partner nicht nur Produktmerkmale, sondern vor allem Produkte nach Kosten vergleichen können. Für den Vergleich der verschiedenen Nettoalternativen ist demnach fundiertes Fachwissen über Kosten in Versicherungen erforderlich.

finanzwelt: Welche Produkte gibt es noch nicht als Netto-Produkte und wo würden Sie sich mehr Unterstützung von den Gesellschaften wünschen?

Britt: Im Lebens- und Sachgeschäft gibt es bereits eine gute und breite Auswahl an Nettoprodukten. Im Krankenversicherungsgeschäft ist das Gegenteil leider der Fall. Ich würde mir also wünschen, dass die Gesellschaften hier aktiv werden.

finanzwelt: Wie unterstützt HonorarKonzept beim Einstieg in die Honorarberatung?

Britt: Als führender Serviceanbieter legen wir großen Wert auf die Unterstützung vor Ort. Unsere regionalen Business Coaches begleiten die Makler vom ersten Tag, schulen aktiv, unterstützen und sind auch gern einmal beim Kundengespräch dabei. Parallel hierzu bekommen unsere Partner ein umfangreiches Leistungsangebot von uns. Wir bieten echte Nettoprodukte in großer Bandbreite, umfangreiche Seminare, professionelle IT-Lösungen für Analyse und Beratung, das Honorarinkasso und vieles mehr. (fw)