ING IM: Staatsschuldenkrise hat Anleihemarkt weiterhin im Griff
07.02.2013

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Anleger können die anhaltenden Sorgen im Hinblick auf die Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen an der EWU-Peripherie nicht ignorieren. In den letzten Wochen haben sich diese Sorgen wieder zugespitzt. Eine aktuelle Markteinschätzung der ING Asset Management.
(fw/ah) "Die Unruhe an den Märkten wird solange anhalten, bis man sich auf einen dauerhaften Krisenmechanismus geeinigt hat. Einer der Hauptgründe für die negative Stimmung ist die politische Debatte, wie man langfristig eine stabilere Währungsunion erreichen könne. Deutschland will den Vertrag von Lissabon um einen Dauermechanismus ergänzen, der den gegenwärtigen Rahmernvertrag der EFSF (European Financial Stability Facility) ersetzen soll. Die EFSF läuft 2013 aus.
Im Rahmen des geplanten Umschuldungsmechanismus (Sovereign Debt Restructuring Mechanism, "SDRM") würden Anleiheinhaber die Last der Schuldenumstrukturierung mittragen müssen. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass die Disziplinarfunktion des Anleihemarktes gestärkt würde, wenn die Investoren selbst an den Risiken teilhätten. Die deutschen Pläne haben dem Markt indes den Eindruck vermittelt, dass ab 2013 das Risiko eines sogenannten Haircut (Risikoabschlags) deutlich steigen wird. In der Folge preisten die Märkte dieses Risiko ein, was vor allem bei irischen und portugiesischen Anleihen zu einem starken Anstieg der Risikozuschläge führte.
Wir rechnen damit, dass die Volatilität am Anleihemarkt solange anhalten wird, wie die europäischen Politiker sich nicht auf eine klare Linie bei der Einrichtung des SDRM einigen können."

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