Künstliche Intelligenz: Was kommt da noch auf uns zu?

08.01.2026

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Die KI kann zunehmend menschenähnlich kommunizieren

Dies auch vor dem Hintergrund, dass wir Menschen im Umgang mit der KI die Erfahrung sammeln, diese kann zunehmend nicht nur menschliche Empathie simulieren, sondern mit uns auch menschenähnlich kommunizieren. Deshalb stellt sich die Frage: „Wenn die KI-Systeme in naher Zukunft auch noch die Stimmen von Menschen sowie zum Beispiel bei Videosessions deren Gestik und Mimik interpretieren können, können sie dann nicht auch viele Gespräche – wie zum Beispiel Verkaufs- und Mitarbeitergespräche – führen, von denen man heute noch sagt, diese setzen einen menschlichen Verkäufer bzw. eine menschliche Führungskraft voraus?“  

Projekte, um dies auszuloten, finden zurzeit bereits in vielen Unternehmen statt. So berichtet Georg Kraus zum Beispiel von Projekten mit dem Ziel: Alle Mitarbeiter eines Unternehmens, die an einem Online-Qualifizierungsprogramm teilnehmen, erhalten, wenn sie dort aktiv waren, von einem Bot automatisch ein stimulierendes Feedback – jedoch kein anonymes, sondern eines, das scheinbar vom Bereichsleiter oder gar Vorstand kommt.

Digitale Fake-Kommunikation ersetzt zunehmend reale Kommunikation

Zudem berichtet er von KI-Programmen, die

  • auf solchen Businessportalen wie LinkedIn automatisiert die aus Unternehmenssicht relevanten Entscheidern identifizieren,
  • diesen automatisiert im Namen einer adäquaten Kontaktperson in der eigenen Organisation eine Kontaktanfrage senden und
  • diesen Personen nach deren Annahme zwecks Beziehungsaufbau ebenfalls automatisiert, wenn sie etwas im Netz posten, stets ein Feedback geben, sei es in Form eines Likes, eines Kommentars wie „interessanter Beitrag“ oder einer ausführlichen scheinbar persönlichen Nachricht des Account-Inhabers, deren Autor jedoch faktisch ein Bot ist.

Das heißt, die Account-Inhaber führen mit der jeweiligen Zielperson faktisch eine Fake-Kommunikation, die menschliches Einfühlungsvermögen und eine persönliche Wertschätzung simuliert, mit dem Ziel eine Beziehung mit der betreffenden Person aufzubauen.

Diese Art der Kommunikation wird künftig immer stärker die Kommunikation im digitalen Raum prägen, befürchtet Dr. Kraus. Eine Befürchtigung, die nicht unbegründet ist, wenn man daran denkt, wie viele Bots bzw. nicht-menschliche Trolle heute schon in Diskussionsforen, Newsgroups, Chatrooms usw. ihr Unwesen treiben, die vorgeben: Ich bin ein Mensch.

Ein Beitrag von Bernhard Kuntz, Die PRofilBerater GmbH